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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Madrigalvers&amp;diff=635291</id>
		<title>Madrigalvers</title>
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		<updated>2023-01-31T18:40:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;46.114.90.28: Grammatik korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &#039;&#039;&#039;Madrigalvers&#039;&#039;&#039; wird in der deutschen [[Verslehre]] eine ursprünglich aus der italienischen Musik stammende, auf das [[Madrigal (Musik)|Madrigal]] zurückgehende [[Versmaß|Versart]] bezeichnet, die beginnend mit [[Caspar Ziegler]]s Buch &#039;&#039;Von den Madrigalen&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Caspar Ziegler: &#039;&#039;Von den Madrigalen.&#039;&#039;  Leipzig 1653, [http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vda/23:285066U Digitalisat Wittenberg 1685].&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Dichtung des [[Barock]] erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Madrigalverse sind [[Alternation (Verslehre)|alternierende]] [[Reim]]verse ohne feste [[Hebung (Verslehre)|Hebungszahl]], sie können also aus [[Jambus|Jamben]] oder [[Trochäus|Trochäen]] bestehen und unterschiedlich lang sein. Für den Reim gibt es kein festes [[Reimschema|Schema]], häufig sind [[Reimwaise|ungereimte Verse]] eingestreut, weshalb sich auch eine Gruppierung in [[Strophe]]n erübrigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausgesprochene Beliebtheit des Madrigalverses im 17. und 18. Jahrhundert erklärt sich aus der gleichzeitigen Beliebtheit der französischen Entsprechung, der &#039;&#039;[[vers mêlés]]&#039;&#039;, vor allem in den Fabeln von [[Jean de La Fontaine|La Fontaine]] und den Lustspielen von [[Molière]]. Er wird daher bald schon für deutsche Fabeln verwendet, so bei [[Christian Fürchtegott Gellert|Gellert]], [[Friedrich von Hagedorn|Hagedorn]] und [[Gotthold Ephraim Lessing|Lessing]]. Von letzterem als Beispiel die Fabel &#039;&#039;Der Tanzbär&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gotthold Ephraim Lessing: &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Band 1. München 1970&amp;amp;nbsp;ff., S. 196&amp;amp;nbsp;f., [http://www.zeno.org/nid/20005262992 online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Ein Tanzbär war der Kett&#039; entrissen,&lt;br /&gt;
Kam wieder in den Wald zurück,&lt;br /&gt;
Und tanzte seiner Schar ein Meisterstück&lt;br /&gt;
Auf den gewohnten Hinterfüßen.&lt;br /&gt;
„Seht“, schrie er, „das ist Kunst; das lernt man in der Welt.&lt;br /&gt;
Tut mir es nach, wenns euch gefällt,&lt;br /&gt;
Und wenn ihr könnt!“ Geh, brummt ein alter Bär,&lt;br /&gt;
Dergleichen Kunst, sie sei so schwer,&lt;br /&gt;
Sie sei so rar sie sei,&lt;br /&gt;
Zeigt deinen niedern Geist und deine Sklaverei.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter wurde der Madrigalvers in den Lehrgedichten von [[Albrecht von Haller]] und [[Barthold Heinrich Brockes]] verwendet und von [[Christoph Martin Wieland|Wieland]] in den &#039;&#039;Komischen Erzählungen&#039;&#039; und in &#039;&#039;Oberon&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] verwendete vier- bis sechshebige jambische Madrigalverse an verschiedenen prominenten Stellen im  &#039;&#039;[[Faust I]]&#039;&#039;, weshalb der Madrigalvers auch als &#039;&#039;&#039;Faustvers&#039;&#039;&#039; bezeichnet wird. Das folgende Beispiel stammt aus der „Schülerszene“:&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe: &#039;&#039;[[Faust. Eine Tragödie]].&#039;&#039; Cotta, Tübingen 1808, [[s:Faust - Der Tragödie erster Teil|v. 2011–2018]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Der Geist der Medicin ist leicht zu fassen;&lt;br /&gt;
Ihr durchstudirt die groß’ und kleine Welt,&lt;br /&gt;
Um es am Ende gehn zu lassen,&lt;br /&gt;
Wie’s Gott gefällt.&lt;br /&gt;
Vergebens daß ihr ringsum wissenschaftlich schweift,&lt;br /&gt;
Ein jeder lernt nur was er lernen kann;&lt;br /&gt;
Doch der den Augenblick ergreift,&lt;br /&gt;
Das ist der rechte Mann.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Madrigalvers wurde öfters auch als &#039;&#039;freier Vers&#039;&#039; bezeichnet, dieser Begriff wird aber heute für den ungereimten, metrisch nicht geregelten Vers ab dem 19. Jahrhundert verwendet, es ist daher besser, von &#039;&#039;freiem Reimvers&#039;&#039; zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Philipp August Becker]]: &#039;&#039;Zur Geschichte der Vers Libres in der neufranzösischen Poesie.&#039;&#039; Karras, Halle a. d. Saale 1888.&lt;br /&gt;
* Hans Engel: &#039;&#039;Wesen des Madrigals.&#039;&#039; In: Gerald Abraham (Hrsg.): &#039;&#039;Bericht über den Siebenten Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongreß Köln 1958.&#039;&#039; Kassel 1959, S. 39–52.&lt;br /&gt;
* Fritz Schlawe: &#039;&#039;Neudeutsche Metrik.&#039;&#039; (= Sammlung Metzler. Band 112). Stuttgart 1972, ISBN 3-476-10112-6, S. 63f.&lt;br /&gt;
* Karl Vossler: &#039;&#039;Geschichte der Aufnahme des Madrigals in Deutschland bis auf Caspar Ziegler.&#039;&#039; E. Felber, Weimar 1897.&lt;br /&gt;
* [[Gero von Wilpert]]: &#039;&#039;Sachwörterbuch der Literatur.&#039;&#039; 8. Auflage. Kröner, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-520-84601-3, S.&amp;amp;nbsp;283.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vers]]&lt;/div&gt;</summary>
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