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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Triptane&amp;diff=233223</id>
		<title>Triptane</title>
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		<updated>2025-06-11T15:59:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: /* Geschichte */ Satzbau korr&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Sumatriptan.svg|mini|200px|Strukturformel des Triptans Sumatriptan]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Serotonin-2D-skeletal.svg|mini|180px|Strukturformel von Serotonin, der strukturellen [[Derivat (Chemie)|Stammverbindung]] der Triptane]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Triptane&#039;&#039;&#039; sind gefäßverengende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkstoffe, die als [[Arzneistoff]]e zur Akutbehandlung der [[Migräne]] und des [[Cluster-Kopfschmerz]]es zur Anwendung kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wirken als [[Agonist (Pharmakologie)|Agonisten]] am [[Serotonin-Rezeptor]] vom [[5-HT-Rezeptor#5-HT1-Rezeptoren|Typ 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;]], Subtypen B, D und F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arzneistoffe und Chemie ==&lt;br /&gt;
Alle therapeutisch verwendeten Triptane leiten sich strukturell vom [[Serotonin]] (5-HT) und vom [[5-Carboxamidotryptamin]] ab.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable zebra&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Name&lt;br /&gt;
!Halbwertszeit&lt;br /&gt;
!Definierte Tagesdosis&lt;br /&gt;
!Markteinführung in D &#039;&#039;(Handelsname)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Almotriptan]]&lt;br /&gt;
|3–4 h&lt;br /&gt;
|12,5 mg (oral)&lt;br /&gt;
|2001 (&#039;&#039;Almogran&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Eletriptan]]&lt;br /&gt;
|4–5 h&lt;br /&gt;
|40{{0|,0}} mg  (oral)&lt;br /&gt;
|2002 (&#039;&#039;Relpax&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Frovatriptan]]&lt;br /&gt;
|ca. 25 h&lt;br /&gt;
|{{0}}2,5 mg (oral)&lt;br /&gt;
|2002 (&#039;&#039;Allegro&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Naratriptan]]&lt;br /&gt;
|6 h&lt;br /&gt;
|{{0}}2,5 mg (oral)&lt;br /&gt;
|1997 (&#039;&#039;Naramig&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Rizatriptan]]&lt;br /&gt;
|2–3 h&lt;br /&gt;
|10{{0|,0}} mg (oral)&lt;br /&gt;
|1998 (&#039;&#039;Maxalt&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Sumatriptan]]&lt;br /&gt;
|2 h&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
20{{0|,0}} mg (nasal)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
50{{0|,0}} mg (oral)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{0}}6{{0|,0}} mg (subkutan)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
25{{0|,0}} mg (rektal)&lt;br /&gt;
|1992 (&#039;&#039;Imigran&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Zolmitriptan]]&lt;br /&gt;
|3 h&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
{{0}}2,5 mg (oral)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{0}}2,5 mg (nasal)&lt;br /&gt;
|1997 (&#039;&#039;Ascotop&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Modifikationen ausgehend von dem nichtselektiv wirksamen Serotonin lieferten durch Einbringung einer Sulfonamidstruktur den selektiven 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1B/1D/1F&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoragonisten [[Sumatriptan]]. Dieses Strukturmerkmal wurde auch bei zahlreichen neueren Triptanen („Triptane der 2. Generation“) beibehalten. Durch Variation der [[Substituent]]en und der [[Lipophilie]] wurden hauptsächlich [[Pharmakokinetik|pharmakokinetische]] Parameter, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Bioverfügbarkeit]] und [[Halbwertzeit]], verändert, während das Wirkprofil weitgehend unbeeinflusst blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Triptane, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Avitriptan]] und [[Donitriptan]], befanden sich in der klinischen Erprobung, gelangten aber nicht auf den Markt. Großes Augenmerk wird derzeit den in der klinischen Erprobung befindlichen selektiven 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1D&amp;lt;/sub&amp;gt;- und 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1F&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoragonisten wie z. B. LY 334370 und LY 344864 als möglichen Nachfolgern der Triptane geschenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pharmakologie ==&lt;br /&gt;
=== Anwendungsgebiete ===&lt;br /&gt;
Triptane werden zur [[Therapie]] akuter Migräneanfälle mit und ohne [[Aura (Migräne)|Aura]] eingesetzt. Darüber hinaus zeigen sie in der Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes klinische Wirksamkeit. Im Gegensatz zu klassischen Schmerzmitteln wie [[Acetylsalicylsäure]] oder [[Paracetamol]] sind Triptane (mit Ausnahme von Naratriptan, Almotriptan und Sumatriptan) [[verschreibungspflicht]]ig.&lt;br /&gt;
Von der ärztlichen Verschreibungspflicht ausgenommen sind in Deutschland Naratriptan in Einheiten, die 2 Tabletten zu je 2,5 mg Naratriptan enthalten, Almotriptan in Einheiten, die maximal 2 Tabletten zu je 12,5 mg enthalten und Sumatriptan in Einheiten, die maximal 2 Tabletten zu je 50 mg enthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BGBl|2020 I S. 2260, 2261}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einnahmezeitpunkt ===&lt;br /&gt;
Triptane sollten erst mit dem Beginn der Kopfschmerzen eingenommen werden, insbesondere bei Migräne mit Aura erst nach Abklingen der Aura-Phase. Bei zu früher Einnahme kann es einerseits zu einer geringeren Symptom-Besserung kommen und andererseits bei einer Aura zu einer Verschlimmerung dieser. (Es wird angenommen, dass es während der Aura-Phase zu einer Vasokonstriktion kommt und erst in der Schmerzphase zu einer Vasodilatation, weswegen in der Aura-Phase Vasokonstriktoren wie Triptane kontraindiziert sind.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirkmechanismus ===&lt;br /&gt;
Der Wirkmechanismus der Triptane beruht auf einer selektiven Stimulierung von Serotonin-Rezeptoren der Subtypen 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1B&amp;lt;/sub&amp;gt;- und 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1D&amp;lt;/sub&amp;gt; (zusammengefasst als 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1B/1D&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoren). Für die Wirksamkeit der Triptane werden drei Mechanismen diskutiert, die mit einer Aktivierung dieser Rezeptoren assoziiert werden:&amp;lt;ref name=&amp;quot;pmid12369163&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Limmroth V |title=Wirkungsmechanismus der Triptane |journal=[[Pharmazie in unserer Zeit]] |volume=31 |issue=5 |pages=458–461 |year=2002 |pmid=12369163 |doi=10.1002/1615-1003(200209)31:5&amp;lt;458::AID-PAUZ458&amp;gt;3.0.CO;2-G}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Triptane führen zu einer Verengung der bei einem Migräneanfall erweiterten zerebralen Blutgefäße.&lt;br /&gt;
# Triptane hemmen die Ausschüttung entzündlicher [[Peptid]]e, wie zum Beispiel [[Substanz P]] und [[Calcitonin Gene-Related Peptide]] (CGRP), aus [[Neuron]]en im [[Zentralnervensystem]].&lt;br /&gt;
# Triptane hemmen die Ausbreitung von Schmerzreizen über die Hirnrinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus zeigen die meisten Triptane eine agonistische Wirksamkeit an 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1F&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoren. Eine Aktivierung dieser Rezeptoren führt ebenfalls zu einer Hemmung der Freisetzung entzündlicher Peptide, nicht aber zu einer Gefäßverengung zerebraler Blutgefäße. Der 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1F&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptor ist somit möglicherweise ebenfalls an der Migränewirksamkeit der Triptane beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jedes der sieben verschreibungsfähigen Triptane ist nachgewiesen, dass sie jeweils bei mehr als der Hälfte der Menschen mit Migräne helfen. Die Triptane unterscheiden sich in ihrer Wirkungsdauer. Einige Triptane wirken schneller als andere, bei anderen hält die Wirkung länger an.&amp;lt;ref name = &amp;quot;IQWIG&amp;quot;&amp;gt;[[Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen]] (IQWiG): {{Webarchiv|url=http://www.gesundheitsinformation.de/index.493.de.html |wayback=20100421024959 |text=Medikamente zur Migränebehandlung bei Erwachsenen}}, 21. Januar 2009, abgerufen am 11. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Triptane mit einer längeren Halbwertszeit haben tendenziell etwas geringere Wiederkehrraten als solche mit kurzer Halbwertszeit.&amp;lt;ref name =&amp;quot;DMKG&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Evers S, May A, Fritsche G, Kropp P, Lampl C, Limmroth V, Malzacher V, Sandor S, Straube A, Diener HC |title=Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne – Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie |journal=Nervenheilkunde |volume=27 |issue=10 |pages=933–949 |year=2008 |url=http://dmkg.de/dmkg/sites/default/files/migrneleitlinien2008.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn ein Triptan nicht wirksam ist, kann ein anderes Triptan bei demselben Patienten die erwünschte Wirkung zeigen. Menschen mit Migräne sollten daher verschiedene Triptane ausprobieren, um das Medikament mit der für sie besten Wirksamkeit und Verträglichkeit zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite journal |author=Steiner TJ, Martelletti P |title=Aids for management of common headache disorders in primary care |journal=J Headache Pain |volume=8 Suppl 1 |issue= |pages=S2 |year=2007 |month=October |pmid=18700249 |doi= |url=http://www.who.int/mental_health/neurology/who_ehf_aids_headache.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nebenwirkungen ===&lt;br /&gt;
Allgemeine und typische Nebenwirkungen der Triptane sind unter anderem leichtes Schwächegefühl, Schwindel, Missempfindungen/Kribbeln, Wärme- oder Hitzegefühl, leichte Übelkeit. Daneben können insbesondere vorübergehende Blutdruckanstiege und seltener [[Angina pectoris|Angina-pectoris]]-artige Symptome beobachtet werden. Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen werden auf eine Stimulierung von 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1B/1D&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoren innerhalb des Herz-Kreislauf-Systems zurückgeführt. Sehr selten traten unter der Anwendung von Triptanen [[Herzrhythmusstörung]]en, Durchblutungsstörungen und Störungen der Skelettmuskulatur auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wechselwirkungen ===&lt;br /&gt;
Bei gleichzeitiger Anwendung von Triptanen mit den ebenfalls in der Migränetherapie eingesetzten [[Mutterkornalkaloid]]en, wie zum Beispiel [[Ergotamin]], besteht eine erhöhte Gefahr von [[Spasmus|Spasmen]] der [[Herzkranzgefäß]]e. Daher sollten Mutterkornalkaloide nicht zeitgleich mit Triptanen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[MAO-Hemmer]] können zu einem verlangsamten Abbau der Triptane führen. Einige Triptane, wie beispielsweise Rizatriptan, sind ihrerseits selbst Hemmstoffe des Arzneistoff verstoffwechselnden [[Cytochrom P450|Cytochrom-P450]]-Enzymsystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Serotoninsyndrom]] durch gleichzeitiger Einnahme eines Triptans und eines Antidepressivums aus der Gruppe der SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) oder der SSNRI (Selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) wurde befürchtet, scheint aber nicht aufzutreten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Müller |Titel=Bestätigt: Kein Serotoninsyndrom unter Triptanen |Sammelwerk=DNP - Der Neurologe &amp;amp; Psychiater |Band=20 |Nummer=3 |Datum=2019-06-01 |DOI=10.1007/s15202-019-2190-z |Seiten=10–10 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontraindikationen ===&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer vasokonstriktiven Wirkung sind Triptane bei der [[Koronare Herzkrankheit|koronaren Herzkrankheit]], [[Hypertonie]] und Gefäßerkrankungen kontraindiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darreichungsformen ==&lt;br /&gt;
Triptane sind je nach Art des Triptans als [[Nadelfreie Injektion|nadelfreier Injektor]], Fertigspritze, [[Tablette]], [[Schmelztablette]], [[Nasenspray]] oder [[Suppositorium|Zäpfchen]] erhältlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist bekannt, dass ein Migräneanfall an eine Erweiterung zerebraler und kranialer Blutgefäße gekoppelt ist. Klassische Arzneistoffe, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Ergotamin]], die zu einer Kontraktion dieser Blutgefäße führen, sind wirksame Migränetherapeutika. Die Geschichte der Entwicklung der Triptane begann mit der Beobachtung, dass Serotonin ebenfalls zu einer Konstriktion der während eines Migräneanfalls pathologisch dilatierten Blutgefäße führte. Serotonin war auf Grund seiner das gesamte Herz-Kreislauf-System und den Gastrointestinaltrakt betreffenden Nebenwirkungen jedoch weit davon entfernt, als Migränetherapeutikum in Betracht zu kommen. Ziel der Arzneistoffentwicklung war es deshalb, ein Serotoninderivat zu finden, das selektiv zerebrale Blutgefäße kontrahiert, aber frei von systemischen Nebenwirkungen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1980er Jahren konnte mit 5-Carboxamidotryptamin ein [[Wirkstoff]] identifiziert werden, der selektiv 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoren stimuliert. Da diese Substanz jedoch bereits in präklinischen Studien systemische Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen (Hypotension, Tachykardie) zeigte, wurde auf eine klinische Entwicklung dieser Substanz verzichtet. Wenig später konnte mit dem von [[GlaxoSmithKline]] entwickelten Sumatriptan (Codename GR43175) ein 5-HT&amp;lt;sub&amp;gt;1B/1D&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rezeptoragonist gefunden werden, der selektiv zerebrale Blutgefäße kontrahiert. Sumatriptan erhielt am [[28. Dezember]] [[1992]] durch die US-amerikanische [[Food and Drug Administration|FDA]] seine Zulassung zur Akuttherapie der Migräne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Sumatriptan nur eine schlechte orale [[Bioverfügbarkeit]] besitzt und die [[Blut-Hirn-Schranke]] nur unzureichend passieren kann, wurden zahlreiche sogenannte &amp;quot;Triptane der 2. Generation&amp;quot; mit verbesserten pharmakokinetischen Eigenschaften entwickelt. Bereits Ende der 1990er Jahre erfolgte dann die Markteinführung von Zolmitriptan, Naratriptan und Rizatriptan. Wenig später folgten Almotriptan, Eletriptan und Frovatriptan. Weitere Triptane, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Donitriptan und Avitriptan, erreichten bisher keine Marktreife.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Göbel]]: &#039;&#039;Kopfschmerzen und Migräne&#039;&#039;. Springer-Verlag, 2. Aufl. 1998, S. 209–224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm6_48_2003 Eletriptan und Frovatriptan zur Migränetherapie], Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 48/2003&lt;br /&gt;
* {{cite journal |author=Evers S, May A, Fritsche G, Kropp P, Lampl C, Limmroth V, Malzacher V, Sandor S, Straube A, Diener HC |title=Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne – Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie |journal=Nervenheilkunde |volume=27 |issue=10 |pages=933–949 |year=2008 |url=http://dmkg.de/dmkg/sites/default/files/migrneleitlinien2008.pdf}}&lt;br /&gt;
* [[Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen]]: [http://www.gesundheitsinformation.de/index.492.de.html Migränemedikamente: Gibt es Unterschiede zwischen den Triptanen?]&lt;br /&gt;
* Stefanie Kempt: &#039;&#039;Triptanbehandlung der Migräne – eine Vergleichsstudie zu Ansprechraten, Wirksamkeit, Dosierungen und Applikationsformen.&#039;&#039; Dissertation, Münster 2011. {{DNB|1017896321/34}}&lt;br /&gt;
* [http://www.ck-wissen.de/ckwiki/index.php?title=Triptane_-_Festbetragsregelung CK-Wissen: Informationen zur Festbetragsgruppe der Triptane]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffgruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptan| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tryptamin| Triptane]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
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		<title>Typ-F-Gefängnis</title>
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		<updated>2025-05-06T08:16:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: /* Aufbau */ Kommafehler&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &#039;&#039;&#039;Typ-F-Gefängnis&#039;&#039;&#039; ({{TrS|&#039;&#039;F Tipi Cezaevi&#039;&#039;}}) oder amtlich &#039;&#039;&#039;Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;(F Tipi Yüksek Güvenlikli Kapalı Ceza İnfaz Kurumu)&#039;&#039; werden im [[Türkei|türkischen]] [[Strafvollzug]]srecht [[Gefängnis|Hochsicherheitsgefängnisse]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Typ-F-Gefängnisse wurden in erster Linie zur Unterbringung von Angehörigen [[Militanz|militanter]] Organisationen erbaut. Hier befinden sich aber auch Personen, denen [[Drogenkriminalität|Drogendelikte]] oder [[organisierte Kriminalität]] vorgeworfen werden. Sie dienen zudem der Verwahrung von Strafgefangenen, die unter anderem zu einer [[Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslangen Freiheitsstrafe]] mit verschärftem Vollzug verurteilt wurden. Diese Art der [[Freiheitsstrafe]] ersetzt die seit dem Jahr 2002 abgeschaffte [[Todesstrafe]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mit dem Gesetz Nr.&amp;amp;nbsp;4771 vom 3.&amp;amp;nbsp;August 2002, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;24841 vom 9.&amp;amp;nbsp;August 2002 ([http://www.resmigazete.gov.tr/eskiler/2002/08/20020809.htm#1 online]) wurde die Todesstrafe in Friedenszeiten und mit dem Gesetz Nr.&amp;amp;nbsp;5218 vom 14.&amp;amp;nbsp;Juli 2004, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;25529 vom 21.&amp;amp;nbsp;Juli 2004 ([http://www.resmigazete.gov.tr/eskiler/2004/07/20040721.htm#1 online]) komplett abgeschafft.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dauert nach Art.&amp;amp;nbsp;47 des [[Strafgesetzbuch (Türkei)|türkischen Strafgesetzbuches]] (tStGB) grundsätzlich bis zum Tod des Verurteilten an. Im Gegensatz zur normalen lebenslangen Haftstrafe erfolgt die Inhaftierung stets in den im Gesetz und den Bestimmungen genannten (Typ-F-)Anstalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorbild für die ab dem Jahr 2000 eröffneten Gefängnisse kommen der US-amerikanische [[Supermax (Gefängnisstandard)|Supermax-Standard]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Angela Davis]]: &#039;&#039;Are Prisons Obsolete?&#039;&#039; Seven Stories Press, 2003, ISBN 978-1-58322-581-3, S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie auch europäische [[Hochsicherheitstrakt|Hochsicherheitsgefängnisse]] in Betracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bis zur Einführung des sogenannten Zellensystems &#039;&#039;(oda/hücre sistemi)&#039;&#039; mit Einzel- und kleineren Gemeinschaftshafträumen wurden Strafgefangene in der Türkei in kasernenähnlichen Hafträumen mit 20 bis 100 Personen untergebracht &#039;&#039;(koğuş/topluluk sistemi)&#039;&#039;. Dies versetzte insbesondere politische Organisationen wie die [[Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front|DHKP-C]] in die Lage, ihren organisatorischen Zusammenhalt auch im Gefängnis beizubehalten. Nicht zuletzt deswegen bestimmte Art.&amp;amp;nbsp;78/B der alten Strafvollzugsordnung&amp;lt;ref&amp;gt;Rechtsverordnung Nr.&amp;amp;nbsp;6/8517 vom 5.&amp;amp;nbsp;Juli 1967 über die Verwaltung von Strafvollzugsanstalten und Haftanstalten und die Vollstreckung von Strafen, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;12662 vom 1.&amp;amp;nbsp;August 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass Verurteilte, die als besserungsunwillig oder aufständisch eingestuft wurden, eine Gefahr für das Leben ihrer Mithäftlinge darstellten oder gegen die innerhalb von zwei Jahren mehr als dreimal Zellenarrest oder ähnliche Disziplinarmaßnahmen verhängt wurden, mit Genehmigung des Justizministeriums in spezielle Haftanstalten mit Einzel- oder Gemeinschaftshafträumen für je drei Häftlinge verlegt werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Pilot-Projekt“ Eskişehir ===&lt;br /&gt;
Im August 1989 wurde eine zweieinhalb Jahre zuvor in [[Eskişehir]] errichtete Haftanstalt nach der Entdeckung von Fluchttunneln geräumt und im Februar 1991 nach erfolgtem Umbau als „Sondertyp“ &#039;&#039;(özel tip)&#039;&#039; mit zusätzlichen Einzelhafträumen wieder in Betrieb genommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;Report to the Turkish Government on the visit to Turkey carried out by the CPT from 19 to 23 August 1996.&#039;&#039; [[Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe|CPT]], 1.&amp;amp;nbsp;März 2001, S.&amp;amp;nbsp;16&amp;amp;nbsp;f. ([http://www.cpt.coe.int/documents/tur/2001-01-inf-eng.pdf PDF-Datei; 301&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Häftlinge des nun als Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt klassifizierten Gefängnisses kritisierten die bis dahin ungewohnten Einzelzellen als &#039;&#039;tabutluk&#039;&#039; („Sargraum, enge Folterzelle“).&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Bedeutung vgl. Eintrag im &#039;&#039;Güncel Türkçe Sözlük&#039;&#039; des [[Türk Dil Kurumu]]: «&#039;&#039;tabutluk, -ğu. Ancak bir kişinin hareket etmeden ayakta durabileceği özel işkence bölmesi: &amp;quot;Sanıklar, Sirkeci’deki ünlü Sansaryan Han’da ‘tabutluk’ adı verilen hücrelere kapatılmışlardı.&amp;quot; – [[Uğur Mumcu]].»&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12.&amp;amp;nbsp;April 1991 verabschiedete die [[Große Nationalversammlung der Türkei|Große Nationalversammlung]] das umstrittene Antiterrorgesetz&amp;lt;ref&amp;gt;Antiterrorgesetz Nr.&amp;amp;nbsp;3713 vom 12.&amp;amp;nbsp;April 1991, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;20843/Mükerrer vom 12.&amp;amp;nbsp;April 1991, S.&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;ff. ([http://www.resmigazete.gov.tr/arsiv/20843_1.pdf PDF-Datei; 476&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; (ATG), gemäß dessen Art.&amp;amp;nbsp;16 Abs.&amp;amp;nbsp;1 wegen ATG-Delikten verurteilte Personen in speziellen Vollzugsanstalten unterzubringen waren, welche entsprechend dem „Zellensystem“ mit Einzel- und Gemeinschaftshafträumen für je drei Gefangene gebaut wurden (Typ F). Art.&amp;amp;nbsp;16 Abs.&amp;amp;nbsp;2 ATG schrieb vor, dass der Kontakt unter den Häftlingen in solchen Anstalten zu unterbinden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tutanak&amp;quot;&amp;gt;Siehe &#039;&#039;Protokoll zur 94.&amp;amp;nbsp;Sitzung der Generalversammlung der Großen Nationalversammlung der Türkei.&#039;&#039; In: &#039;&#039;TBMM Tutanak Dergisi.&#039;&#039; Parlamentsperiode&amp;amp;nbsp;21, Bd.&amp;amp;nbsp;62, Legislaturjahr&amp;amp;nbsp;3, 1.&amp;amp;nbsp;Mai 2001, S.&amp;amp;nbsp;35 ([http://www.tbmm.gov.tr/develop/owa/tutanak_b_sd.birlesim_baslangic?P4=5393&amp;amp;P5=B&amp;amp;page1=35&amp;amp;page2=35 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im November 1991 folgte die Verlegung von 206 politischen Gefangenen nach Eskişehir. Nachdem sich der damalige Justizminister [[Seyfi Oktay]] und der für Menschenrechte zuständige Staatsminister [[Mehmet Kahraman]] in Begleitung von Vertretern des [[İnsan Hakları Derneği|Menschenrechtsvereins]] (İHD), der [[Menschenrechtsstiftung der Türkei]] (TİHV) und der Ärztekammer (TTB) die Vorwürfe von [[Folter in der Türkei|Folter]] und [[Misshandlung]] der Gefangenen angehört hatten, beschloss der [[Politisches System der Türkei|Ministerrat]] am 24.&amp;amp;nbsp;November 1991, das Gefängnis zu schließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Einzelheiten können im (türkischen) Jahresbericht 1991 der TİHV auf den Seiten 113&amp;amp;nbsp;ff. gefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 1995 wurde es wieder eröffnet. Der Versuch im Jahre 1996, alle in [[Istanbul]] nach dem Antiterrorgesetz verurteilten Gefangenen dorthin zu verlegen, wurde aufgegeben, nachdem zwölf Gefangene bei einem als Todesfasten deklarierten [[Hungerstreik]] ums Leben gekommen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DTF&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.tuerkeiforum.net/enw/index.php/F-type_Prisons%2C_Hunger_Strikes_and_Deaths &#039;&#039;F-type Prisons, Hunger Strikes and Deaths&#039;&#039;]. Demokratisches Türkeiforum. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe|Europäische Komitee zur Verhinderung der Folter]] (CPT) besuchte das Gefängnis in Eskişehir im August 1996 auf Einladung der türkischen Regierung. Es stellte zwar bauliche Mängel (etwa einige fensterlose Zellen) fest, kam aber zu der Meinung, dass bei den 8,5&amp;amp;nbsp;m² großen Hafträumen nicht von „Sargzellen“ die Rede sein könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;Report to the Turkish Government on the visit to Turkey carried out by the CPT from 19 to 23 August 1996.&#039;&#039; [[Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe|CPT]], 1.&amp;amp;nbsp;März 2001, S.&amp;amp;nbsp;19&amp;amp;nbsp;f. ([http://www.cpt.coe.int/documents/tur/2001-01-inf-eng.pdf PDF-Datei; 301&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1.&amp;amp;nbsp;August 1999 trat das Gesetz Nr.&amp;amp;nbsp;4422&amp;lt;ref&amp;gt;Gesetz Nr.&amp;amp;nbsp;4422 vom 30.&amp;amp;nbsp;Juli 1999 zur Bekämpfung der Gewinn erzielenden kriminellen Organisationen, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;23773 vom 1.&amp;amp;nbsp;August 1999, S.&amp;amp;nbsp;3&amp;amp;nbsp;ff. ([http://www.resmigazete.gov.tr/arsiv/23773.pdf PDF-Datei; 5,7&amp;amp;nbsp;MB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kraft. Nach Art.&amp;amp;nbsp;13 dieses Gesetzes galten für Mitglieder krimineller Organisationen die Regelungen des Art.&amp;amp;nbsp;16 ATG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der gesetzlichen Bestimmung in Art.&amp;amp;nbsp;16 ATG gab es bis zum Jahr 2000 keine Gefängnisse mit Einzel- und Gemeinschaftshafträumen für je drei Gefangene.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;Adalet Hizmetlerinde Etkinlik Özel İhtisas Komisyonu Raporu.&#039;&#039; [[Staatliches Planungsamt|DPT]], Ankara 2000, ISBN 975-19-2479-0, S.&amp;amp;nbsp;35 (&#039;&#039;VIII. Beş Yıllık Kalkınma Planı.&#039;&#039; DPT.&amp;amp;nbsp;2506 - ÖİK.&amp;amp;nbsp;526;  {{Webarchiv |url=http://ekutup.dpt.gov.tr/adalethi/oik526.pdf |text=PDF-Datei; 380&amp;amp;nbsp;KB |wayback=20100525062922}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ereignisse im Jahre 2000 ===&lt;br /&gt;
Mitte des Jahres 2000 verschärfte sich die Diskussion um die Typ-F-Gefängnisse. Der damalige Justizminister [[Hikmet Sami Türk]] zeigte sich entschlossen, den Übergang zum „Zellensystem“ zu vollziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ntvmsnbc.com/news/17440.asp &#039;&#039;Bakan Türk: Cezaevleri F tipi olacak&#039;&#039;]. ntvmsnbc.com, 13.&amp;amp;nbsp;Juli 2000. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Reaktion auf ihre geplante Verlegung in die neuen Haftanstalten, in denen sie vermeintlich in [[Isolationshaft]] gehalten würden, starteten Häftlinge in den Gefängnissen Bayrampaşa, Bartın, [[Çankırı]], [[Çanakkale (Stadt)|Çanakkale]], [[Aydın]], [[Bursa]], [[Uşak]], [[Malatya]], [[Niğde]], Buca, [[Ankara]] ([[Zentralgefängnis Ankara|zentrale geschlossene Haftanstalt]]), Konya-Ermenek, [[Nevşehir]], Gebze und Ceyhan am 26.&amp;amp;nbsp;Oktober 2000 einen Hungerstreik. Bis zum 19.&amp;amp;nbsp;November 2000 hatten sich 816 Gefangene in 18 Gefängnissen dem Hungerstreik angeschlossen. Sie erklärten, dass der Hungerstreik nun in der Form des „Todesfastens“ &#039;&#039;(ölüm orucu)&#039;&#039; fortgeführt werde, bei dem die Häftlinge nur noch Wasser, Zucker und Salz zu sich nehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DTF&amp;quot; /&amp;gt; Zeitweilig nahmen mehr als 1000 Strafgefangene und Angehörige an dem Hungerstreik teil.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Türkei. “F-Typ” Gefängnisse: Isolation und Vorwürfe von Folter und Misshandlung.&#039;&#039; [[Amnesty International]], April 2001, AI Index: EUR 44/025/2001, S.&amp;amp;nbsp;1 ({{Webarchiv |url=http://www.amnesty-tuerkei.de/2004/F-Typ-Gef.doc |text=DOC-Datei; 85 KB |wayback=20140201230021}}); abgerufen am 23. Januar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zugeständnisse, die Justizminister Hikmet Sami Türk am 9.&amp;amp;nbsp;Dezember 2000 machte (keine sofortige Verlegung in die Typ-F-Gefängnisse und eine Lockerung des Art.&amp;amp;nbsp;16 ATG) reichten den Gefangenen nicht, sodass auch ein Vermittlungsversuch bekannter Persönlichkeiten, darunter Literaturnobelpreisträger [[Orhan Pamuk]], scheiterte. Am 19.&amp;amp;nbsp;Dezember 2000 erstürmten türkische Sicherheitskräfte in einer Aktion unter dem Namen „Operation Rückkehr ins Leben“ rund 20 Gefängnisse, darunter auch die Haftanstalten von Bayrampaşa, Ümraniye und Çanakkale. Dabei starben mindestens 30 Häftlinge und zwei Sicherheitsbeamte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/politik/ausland/todesfasten-in-der-tuerkei-immer-mehr-haeftlinge-sterben-a-128340.html &#039;&#039;„Todesfasten“ in der Türkei&#039;&#039;]. [[Spiegel Online]], 13.&amp;amp;nbsp;April 2001. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach der „Operation Rückkehr ins Leben“ begannen die Transfers in die Typ-F-Gefängnisse, die laut dem Justizminister unter Berücksichtigung der [[Vereinte Nationen|VN]]-Mindestgrundsätze für die Behandlung der Gefangenen&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Mindestgrundsätze für die Behandlung der Gefangenen.&#039;&#039; Deutscher Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen, New York Mai 1977 ([https://www.un.org/depts/german/menschenrechte/gefangene.pdf PDF-Datei; 77&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;, der [[Europäische Gefängnisregeln|Europäischen Gefängnisregeln]] sowie der Empfehlung Nr.&amp;amp;nbsp;R (82) 17&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Recommendation No.&amp;amp;nbsp;R (82) 17 concerning custody and treatment of dangerous prisoners.&#039;&#039; ([https://wcd.coe.int/com.instranet.InstraServlet?command=com.instranet.CmdBlobGet&amp;amp;InstranetImage=601654&amp;amp;SecMode=1&amp;amp;DocId=676430&amp;amp;Usage=2 PDF-Datei; 79&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; des [[Europarat]]s errichtet worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. die Antwort des Justizministeriums auf die schriftliche Anfrage des Abgeordneten Ahmet Karavar, 7/4823, 4824, 4825, 4826, 22.&amp;amp;nbsp;November 2001, S.&amp;amp;nbsp;2 ([http://www2.tbmm.gov.tr/d21/7/7-4823c.pdf PDF-Datei; 790&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 21.&amp;amp;nbsp;Dezember 2000 verkündete das Justizministerium, dass 524 Gefangene in die Gefängnisse Edirne, Kocaeli und Sincan verlegt worden seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [http://webarsiv.hurriyet.com.tr/2000/12/21/274007.asp &#039;&#039;F tipine 524 mahkum gönderildi&#039;&#039;]. [[Hürriyet]], 21.&amp;amp;nbsp;Dezember 2000. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit war der Widerstand der Gefangenen jedoch nicht beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung nach 2000 ===&lt;br /&gt;
Anfang des Jahres 2001 befanden sich dem Justizminister zufolge 1118 Strafgefangene im Hungerstreik und 395 führten das Todesfasten fort.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu [http://www.hyd.org.tr/?pid=304 &#039;&#039;F-tipi Cezaevleri Raporu&#039;&#039;]. Helsinki Yurttaşlar Derneği, 12.&amp;amp;nbsp;Juni 2001. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mai 2001 wurde die Vorschrift des Art.&amp;amp;nbsp;16 Abs.&amp;amp;nbsp;2 ATG (kein Kontakt unter Häftlingen) gelockert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tutanak&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gemäß Art.&amp;amp;nbsp;1 des Gesetzes Nr.&amp;amp;nbsp;4666 vom 1.&amp;amp;nbsp;Mai 2001 über die Änderung eines Artikels des Antiterrorgesetzes, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;24393 vom 5.&amp;amp;nbsp;Mai 2001 ([http://www.resmigazete.gov.tr/eskiler/2001/05/20010505.htm#3 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ende 2001 machten die Vorsitzenden der Anwaltskammern in Istanbul, İzmir und Ankara einen Vorschlag, den sie „drei Türen, drei Schlösser“ &#039;&#039;(üç kapı, üç kilit)&#039;&#039; nannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Hierzu &#039;&#039;2002 Türkiye İnsan Hakları Raporu.&#039;&#039; [[Menschenrechtsstiftung der Türkei|Türkiye İnsan Hakları Vakfı]] Yayınları, Ankara 2003, ISBN 975-7217-40-9, S.&amp;amp;nbsp;187&amp;amp;nbsp;ff. ( {{Webarchiv |url=http://www.tihv.org.tr/download.php?f=27489e6b202ee837e96eb2ce1b77fd41&amp;amp;target=0 |text=PDF-Datei; 1,45&amp;amp;nbsp;MB |wayback=20100902203312}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies hätte es ermöglicht, dass neun Gefangene (jeweils drei in drei Räumen) tagsüber zusammen sein können. Während die hungerstreikenden Gefangenen ankündigten, dass sie bei der Annahme des Vorschlags ihre Aktion beenden würden, erklärte dies der Justizminister Hikmet Sami Türk für inakzeptabel und machte seinerseits den Gegenvorschlag, dass jeweils zehn Gefangene für fünf Stunden in der Woche zusammenkommen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2002 rief der Vorsitzende des İHD, [[Hüsnü Öndül]], den Justizminister auf, in einen verstärkten Dialog einzutreten und appellierte an die Gefangenen, dem sinnlosen Sterben ein Ende zu setzen. Am 28.&amp;amp;nbsp;Mai 2002 beendeten darauf die Anhänger fast aller am Todesfasten beteiligten Gruppierungen ihre Aktion. Fortan war die [[Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front|DHKP-C]] die einzige Organisation, deren Anhänger das Todesfasten fortführten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit gab es mehrere Solidaritätsbekundungen und Demonstrationen. Der Solidaritätsverein TAYAD, der als legaler Arm der DHKP-C gilt, besetzte beispielsweise im Jahr 2006 das Gebäude der Nachrichtenagentur [[Associated Press]] in Ankara, um gegen die Isolationshaft in Typ-F-Gefängnissen zu protestieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://arsiv.sabah.com.tr/2006/11/20/gnd100.html &#039;&#039;TAYAD&#039;lılar Ankara&#039;daki Associated Press bürosunu bastı&#039;&#039;]. [[Sabah (Tageszeitung)|Sabah]], 20&amp;amp;nbsp;November 2006. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende des Todesfastens: der Runderlass Nr. 45/1 ===&lt;br /&gt;
Der Istanbuler Rechtsanwalt Behiç Aşçı schloss sich am 5.&amp;amp;nbsp;April 2006 (an diesem Tag wird in der Türkei der „Tag des Anwalts“ gefeiert) dem Todesfasten an und erreichte so, dass das Todesfasten wieder in den Medien diskutiert wurde. [[Bülent Arınç]], damaliger Parlamentspräsident, traf sich Ende 2006 mit den Familienangehörigen Aşçıs und Repräsentanten nichtstaatlicher Organisationen. Er sagte, dass der Widerstand sein Ziel erreicht hätte und das Justizministerium sowie das Parlament handeln würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Serkan Akkoç: [http://hurarsiv.hurriyet.com.tr/goster/haber.aspx?id=5681765 &#039;&#039;F tipine Meclis duyarsız kalamaz&#039;&#039;]. In: &#039;&#039;[[Hürriyet]]&#039;&#039;, 27.&amp;amp;nbsp;Dezember 2006. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach insgesamt 293 Tagen beendete Behiç Aşçı sein Todesfasten. Zusammen mit zwei sich zuletzt noch im Todesfasten befindenden Gefangenen kündigte er eine „Unterbrechung“ ihrer Aktion an, nachdem sie den Runderlass Nr.&amp;amp;nbsp;45/1&amp;lt;ref&amp;gt;Runderlass Nr.&amp;amp;nbsp;45/1 vom 22.&amp;amp;nbsp;Januar 2007 ({{Webarchiv|text=online |url=http://www.mevzuat.adalet.gov.tr/html/27530.html |wayback=20091216124548   }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; des Justizministeriums gelesen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.milliyet.com.tr/asci-eyleme-ara-verdi/yasam/haberdetayarsiv/23.01.2007/186433/default.htm &#039;&#039;Aşçı eyleme ara verdi&#039;&#039;]. [[Milliyet]], 23.&amp;amp;nbsp;Januar 2007. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hurarsiv.hurriyet.com.tr/goster/haber.aspx?id=5821992 &#039;&#039;Aşçı ölüm orucunu 293. günde bıraktı&#039;&#039;]. [[Hürriyet]], 23.&amp;amp;nbsp;Januar 2007. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ertuğrul Mavioğlu:  {{Webarchiv|text=&#039;&#039;Yaşama doğru küçük bir adım yetti&#039;&#039; |url=http://www.radikal.com.tr/haber.php?haberno=211010 |wayback=20121024101345  }}. In: &#039;&#039;[[Radikal (Tageszeitung)|Radikal]]&#039;&#039;, 24.&amp;amp;nbsp;Januar 2007. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Runderlass Nr.&amp;amp;nbsp;45/1, der sich nicht nur auf die Typ-F-Gefängnisse bezieht, wurde erlaubt, dass bis zu zehn Gefangene zehn Stunden pro Woche zusammenkommen können, was bis dahin nur für fünf Stunden pro Woche möglich gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die knapp sieben Jahre anhaltende Aktion war von behördlichen Interventionen wie [[Künstliche Ernährung|Zwangsernährung]] begleitet worden. Inner- und außerhalb der Gefängnisse kamen durch das Todesfasten insgesamt über 130 Menschen ums Leben und viele Gefangene litten an Dauer- oder Folgeschäden, wie etwa dem [[Wernicke-Korsakow-Syndrom]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tuerkeiforum.net/TIHV:_Verschiedene_Gutachten_bei_Wernicke-Korsakoff &#039;&#039;TIHV: Verschiedene Gutachten bei Wernicke-Korsakoff&#039;&#039;]. Demokratisches Türkeiforum, 16.&amp;amp;nbsp;Januar 2004. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die TİHV nennt in ihrem Jahresbericht 2006 folgende Zahlen für die jeweiligen Todesursachen:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;Türkiye İnsan Hakları Raporu 2006.&#039;&#039; [[Menschenrechtsstiftung der Türkei|Türkiye İnsan Hakları Vakfı]] Yayınları, Ankara April 2007, ISBN 978-975-7217-57-2, S.&amp;amp;nbsp;393&amp;amp;nbsp;f. ( {{Webarchiv |url=http://www.tihv.org.tr/download.php?f=9e18ecce98a8f76c04682dd65c955bac&amp;amp;target=0 |text=PDF-Datei; 6,7&amp;amp;nbsp;MB |wayback=20100902203158}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{|class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Anzahl&lt;br /&gt;
! Todesursache&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 32 || Operation „Rückkehr zum Leben“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 48 || Todesfasten im Gefängnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13 || Fortsetzung Todesfasten nach Entlassung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{0}}3 || Tod während Behandlung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{0}}7 || Angehörige im Todesfasten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{0}}5 || Polizeiaktion gegen Solidaritäts-Streik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 14 || Selbstverbrennung aus Protest&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der [[Selbstverbrennung]]en ereignete sich in Deutschland. Es gab zwölf weitere Todesopfer durch Aktionen von [[Selbstmordattentat|Selbstmordattentätern]], die dies als Protest gegen die Typ-F-Gefängnisse durchgeführt haben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgrundlage ==&lt;br /&gt;
Im Juli 2006 wurde Art.&amp;amp;nbsp;16 ATG aus dem Antiterrorgesetz gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mit Art.&amp;amp;nbsp;17 des Gesetzes Nr.&amp;amp;nbsp;5532 vom 29.&amp;amp;nbsp;Juni 2006 über die Änderung des Antiterrorgesetzes, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;26232 vom 18.&amp;amp;nbsp;Juli 2006 ([http://www.resmigazete.gov.tr/eskiler/2006/07/20060718-1.htm online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dafür gelten entsprechende Bestimmungen des [[Strafvollzugsgesetz (Türkei)|türkischen Strafvollzugsgesetzes]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gesetz Nr.&amp;amp;nbsp;5275 vom 13.&amp;amp;nbsp;Dezember 2004 über die Vollstreckung von Strafen und Maßregeln der Sicherung, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;25685 vom 29.&amp;amp;nbsp;Dezember 2004 ([http://www.resmigazete.gov.tr/eskiler/2004/12/20041229.htm#1 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; (tStVollzG) und der Strafvollzugsordnung&amp;lt;ref&amp;gt;Rechtsverordnung Nr.&amp;amp;nbsp;2006/10218 vom 20.&amp;amp;nbsp;März 2006 über die Verwaltung von Strafvollzugsanstalten und die Vollstreckung von Strafen und Maßregeln der Sicherung, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;26131 vom 6.&amp;amp;nbsp;April 2006 ([http://www.resmigazete.gov.tr/eskiler/2006/04/20060406-1.htm online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; (tStVollzO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschlossene Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalten sind in Art.&amp;amp;nbsp;9 Abs.&amp;amp;nbsp;1 tStVollzG und Art.&amp;amp;nbsp;11 Abs.&amp;amp;nbsp;1 tStVollzO beschrieben. Demnach bestehen die mit technischen, mechanischen, elektronischen und physischen Mitteln gegen Ausbrüche gesicherten Anstalten aus Einzelhafträumen und Gemeinschaftshafträumen mit je drei Plätzen, deren Zellentüren grundsätzlich verschlossen sind. Die Gefängnisse verfügen des Weiteren über Personal für die äußere wie auch innere Sicherheit. Für die äußere Sicherheit ist die [[Jandarma]] zuständig (vergleiche Art.&amp;amp;nbsp;7 Abs.&amp;amp;nbsp;1 lit.&amp;amp;nbsp;a des Gesetzes Nr.&amp;amp;nbsp;2803&amp;lt;ref&amp;gt;Gesetz Nr.&amp;amp;nbsp;2803 vom 10.&amp;amp;nbsp;März 1983 über die Organisation, Aufgaben und Befugnisse der Jandarma, Amtsblatt Nr.&amp;amp;nbsp;17985 vom 12.&amp;amp;nbsp;März 1983, S.&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;ff. ([http://www.resmigazete.gov.tr/arsiv/17985.pdf PDF-Datei; 2,6&amp;amp;nbsp;MB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;). Die Aufgabe der inneren Sicherheit wird gemäß Art.&amp;amp;nbsp;33 Abs.&amp;amp;nbsp;1 S.&amp;amp;nbsp;1 tStVollzG, Art.&amp;amp;nbsp;44 Abs.&amp;amp;nbsp;1 S.&amp;amp;nbsp;1 tStVollzO von internem Personal &#039;&#039;(infaz ve koruma görevlileri)&#039;&#039; erfüllt, wobei die Jandarma bei Bedarf – etwa bei Aufständen, Bränden oder Erdbeben – auf Anordnung der Vollzugsleitung einschreiten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Gefangenen in den geschlossenen Hochsicherheitsgefängnissen bewahrt werden, ist in Art.&amp;amp;nbsp;9 Abs.&amp;amp;nbsp;2 tStVollzG sowie Art.&amp;amp;nbsp;11 Abs.&amp;amp;nbsp;2 tStVollzO geregelt. Hiernach sind dies zunächst solche, die eine lebenslange Freiheitsstrafe mit verschärftem Vollzug zu verbüßen haben oder, unabhängig von der Strafdauer, Personen, die wegen Gründung oder Führung einer [[Kriminelle Vereinigung|kriminellen Vereinigung]] verhaftet oder verurteilt wurden. Hinzu kommen Strafgefangene, die im Rahmen der Tätigkeit einer kriminellen Vereinigung [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] begangen (Art.&amp;amp;nbsp;77, 78 tStGB), vorsätzlich getötet (Art.&amp;amp;nbsp;81, 82 tStGB), Betäubungs- und Aufputschmittel produziert oder mit diesen gehandelt (Art.&amp;amp;nbsp;188 tStGB) sowie Straftaten gegen die Sicherheit des Staates (Art.&amp;amp;nbsp;302–304, 307, 308 tStGB) oder gegen die verfassungsmäßige Ordnung und ihr Funktionieren (Art.&amp;amp;nbsp;309–315 tStGB) begangen haben. Auch Häftlinge anderer Anstalten, deren Tätlichkeiten und Benehmen eine besondere Überwachung nötig machen und die gegen die Ordnung und Disziplin verstoßen oder sich gegen die Maßregeln der Besserung verwehren, werden in geschlossene Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalten verlegt, Art.&amp;amp;nbsp;9 Abs.&amp;amp;nbsp;3 tStVollzG, Art.&amp;amp;nbsp;11 Abs.&amp;amp;nbsp;3 tStVollzO. Dagegen können Insassen der Typ-F-Gefängnisse, denen nach Art.&amp;amp;nbsp;137 tStVollzO keinerlei [[Vollzugslockerung]] gewährt wird, in andere Vollzugsanstalten verlegt werden, wenn sie mindestens ein Drittel ihrer Haftzeit abgesessen haben und eine gute Führung aufweisen, Art.&amp;amp;nbsp;9 Abs.&amp;amp;nbsp;5 tStVollzG, Art.&amp;amp;nbsp;11 Abs.&amp;amp;nbsp;5 tStVollzO.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Typ-F-Gefängnissen werden die Häftlinge gemäß Art.&amp;amp;nbsp;75 tStVollzO [[I. V. m.|i.&amp;amp;nbsp;V.&amp;amp;nbsp;m.]] Art.&amp;amp;nbsp;24 tStVollzG unter anderem nach persönlichen Eigenschaften sowie körperlichem, geistigem und gesundheitlichem Zustand und ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend gruppiert und nehmen im Rahmen von vorgesehenen Besserungs- und [[Erziehungsmittel|Erziehungsprogrammen]] an diversen Tätigkeiten wie Sport, Berufsbildung, Arbeit und anderen sozialen und kulturellen Aktivitäten teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Art.&amp;amp;nbsp;25 tStVollzG verbüßen Insassen, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit verschärftem Vollzug verurteilt wurden, ihre Haft in Einzelzellen. Diesen Häftlingen wird täglich ein einstündiger [[Hofgang]], 15-täglich ein zehnminütiges Telefongespräch sowie ein einstündiger Besuch von Ehepartnern, Verwandten ersten Grades und Geschwistern gewährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: &amp;lt;small&amp;gt; Zur bedingten Entlassung &#039;&#039;siehe [[Strafvollzugsrecht (Türkei)]]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau ==&lt;br /&gt;
Wie alle „Typ“-Gefängnisse (A, A1, A2, A3, B, C, D, E, F, H, K1, K2, L, L1, M, T) werden auch die vom Typ F, im Gegensatz zu typlosen Strafvollzugsanstalten &#039;&#039;(tipi olmayan ceza infaz kurumları)&#039;&#039;, nach einem bestimmten einheitlichen [[Bauzeichnung|Bauplan]] gebaut. Beim Typ F umfasst das offene Gelände in der Regel etwa 50.000&amp;amp;nbsp;m² und das geschlossene 30.000&amp;amp;nbsp;m². Grundsätzlich stehen 368 Haftplätze zur Verfügung, die sich auf 59 Einzelhafträume und 103 Gemeinschaftshafträume mit je drei Plätzen verteilen. Die Ausnahme hierzu bildet das Typ-F-Gefängnis Tekirdağ №&amp;amp;nbsp;2 mit einer Haftkapazität von 550&amp;lt;ref name=&amp;quot;CTE&amp;quot;&amp;gt;Vgl. dazu die &#039;&#039;Liste der bestehenden Strafvollzugsanstalten.&#039;&#039; Generaldirektion für Straf- und Haftanstalten des Justizministeriums der Republik Türkei ({{Webarchiv|text=XLS-Datei; 67&amp;amp;nbsp;KB |url=http://www.cte.adalet.gov.tr/kurumlar/cik/cezaevi_liste.xls |wayback=20111017235537    }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Plätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einzelhafträume sind etwa 11&amp;amp;nbsp;m² groß. Für je zwei Dreierzellen beziehungsweise drei Einzelzellen existiert ein Hof mit 42 oder 50&amp;amp;nbsp;m² für den Hofgang.&lt;br /&gt;
Die Hafträume für drei Strafgefangene bestehen aus 50&amp;amp;nbsp;m² auf zwei Etagen, wobei die untere Etage als Wohnraum und die obere als Schlafraum genutzt wird. Für den Hofgang steht den Insassen dieser Zellen ein 50&amp;amp;nbsp;m² großer Hof zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa &#039;&#039;Report to the Turkish Government on the visit to Turkey carried out by the CPT from 16 to 24 July 2000.&#039;&#039; [[Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe|CPT]], 8.&amp;amp;nbsp;November 2001, S.&amp;amp;nbsp;15 ([http://www.cpt.coe.int/documents/tur/2001-25-inf-eng.pdf PDF-Datei; 336&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Aufbau F-Typ Gefängnis.svg|mini|320px|Ausschnitt eines B1-Blocks]]&lt;br /&gt;
Die Gefängnisse sind in fünf Blöcke – vier Häftlingsblöcke (A, B1, B2 und C) und einen [[Verwaltung]]sblock (D) – unterteilt:&lt;br /&gt;
; A-Block: Im A-Block gibt es insgesamt 36 Gemeinschaftshafträume und 15 Einzelhafträume, zudem einen Aufenthalts- und Beratungsraum für das Vollzugspersonal, einen [[Moschee|Gebetsraum]], eine [[Schneider]]ei und einen [[Friseur]]raum.&lt;br /&gt;
; B-Block: Der B-Block besteht aus zwei Blöcken:&lt;br /&gt;
:* Im B1-Block gibt es 17 Gemeinschaftshafträume, zwei Beobachtungsräume und 14 Einzelhafträume. Außerdem befinden sich im oberen Stockwerk dieses Blocks eine Kupferwerkstatt und ein Raum für Malerei.&lt;br /&gt;
:* Im B2-Block gibt es 14 Gemeinschaftshafträume, 15 Einzelhafträume und einen Aufenthalts- und Beratungsraum für das Vollzugspersonal. Zudem werden hier weibliche Insassen sowie – in einem zweistöckigen Kindergarten – Kinder der Gefangenen untergebracht. Im oberen Stockwerk gibt es noch eine Werkstatt für [[Musikinstrumentenbau]] und eine [[Tischlerei]].&lt;br /&gt;
; C-Block: Im C-Block gibt es 36 Gemeinschaftshafträume, 15 Einzelhafträume und einen Aufenthalts- und Beratungsraum für das Vollzugspersonal. Im oberen Stockwerk befinden sich zudem Teppichweber- und [[Glasur (Keramik)|Glasurwerkstätten]].&lt;br /&gt;
; D-Block: Hier ist die [[Verwaltung|Gefängnisverwaltung]] untergebracht. Des Weiteren befinden sich in diesem Block der Heizraum, Umkleideräume und Duschen für das Personal, der Waschraum, die Aufnahme, Warenlager, die Aufbewahrung der Habe der Gefangenen, Räume für die [[Jandarma]], der Beobachtungsraum, Sanitätsräume, eine Kindertagesstätte, Sport- und Versammlungsräume, die Küche sowie Behandlungsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Standorte ==&lt;br /&gt;
{{ Positionskarte+&lt;br /&gt;
 | Türkei&lt;br /&gt;
 | width=400&lt;br /&gt;
 | float=right&lt;br /&gt;
 | caption=Standorte der Typ-F-Gefängnisse &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
	  1&amp;amp;nbsp;Adana; 2&amp;amp;nbsp;Ankara; 3&amp;amp;nbsp;Bolu; 4&amp;amp;nbsp;Edirne; 5&amp;amp;nbsp;İzmir; 6&amp;amp;nbsp;Kırıkkale; 7&amp;amp;nbsp;Kocaeli; 8&amp;amp;nbsp;Tekirdağ; 9&amp;amp;nbsp;Van&lt;br /&gt;
 | places={{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
           | label=1&lt;br /&gt;
	  | position=right&lt;br /&gt;
	  | lat=36/58/41&lt;br /&gt;
	  | long=35/30/48&lt;br /&gt;
           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
	  | label=2&lt;br /&gt;
	  | position=left&lt;br /&gt;
	  | lat=40/1/12&lt;br /&gt;
	  | long=32/33/14&lt;br /&gt;
           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
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	  | position=left&lt;br /&gt;
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	  | long=31/38/30&lt;br /&gt;
           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
	  | label=4&lt;br /&gt;
	  | position=right&lt;br /&gt;
	  | lat=41/43/16&lt;br /&gt;
	  | long=26/32/38&lt;br /&gt;
           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
	  | label=5&lt;br /&gt;
	  | position=right&lt;br /&gt;
	  | lat=38/18/24&lt;br /&gt;
	  | long=27/18/8&lt;br /&gt;
           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
	  | label=6&lt;br /&gt;
	  | position=right&lt;br /&gt;
	  | lat=39/42/23&lt;br /&gt;
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           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
	  | label=7&lt;br /&gt;
	  | position=left&lt;br /&gt;
	  | lat=40/54/55&lt;br /&gt;
	  | long=30/4/47&lt;br /&gt;
           | region=TR&lt;br /&gt;
	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
	  | Türkei&lt;br /&gt;
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	 }}&lt;br /&gt;
          {{ Positionskarte~&lt;br /&gt;
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	 }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neun vorwiegend westtürkischen Landkreisen gibt es insgesamt 13 Typ-F-Gefängnisse mit einer Gesamtkapazität von 4966 Haftplätzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CTE&amp;quot; /&amp;gt; Am 19.&amp;amp;nbsp;Dezember 2000 nahmen die Gefängnisse Ankara №&amp;amp;nbsp;1, Edirne, Tekirdağ №&amp;amp;nbsp;1 und Kocaeli №&amp;amp;nbsp;1 als erste des Typs F den Dienstbetrieb auf. Die neueste Einrichtung, welche am 19.&amp;amp;nbsp;Juli 2007 eröffnet wurde, befindet sich in [[Kırıkkale]]. Umstritten ist, ob die Haftanstalt auf der Insel [[İmralı]] dem Typ F entspricht. Von 1999 bis 2009 war dort als einziger Insasse [[Abdullah Öcalan]], der ehemalige Vorsitzende der kurdischen Untergrundorganisation [[Arbeiterpartei Kurdistans|PKK]], inhaftiert. Ende 2009 wurde ein neuer Trakt fertiggestellt und fünf weitere Häftlinge dorthin verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Name !! Landkreis/Provinz !! Webpräsenz ([[Türkische Sprache|türkisch]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Adana || [[Yüreğir]]/[[Adana (Provinz)|Adana]] || [http://www.adanafcik.adalet.gov.tr/ adanafcik]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Ankara №&amp;amp;nbsp;1 || [[Sincan (Ankara)|Sincan]]/[[Ankara (Provinz)|Ankara]] || [http://www.ankaraf1.adalet.gov.tr/ ankaraf1]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Ankara №&amp;amp;nbsp;2 || Sincan/Ankara || [http://www.ankaraf2.adalet.gov.tr/ ankaraf2]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Bolu || [[Bolu]]/[[Bolu (Provinz)|Bolu]] || [http://www.bolufcik.adalet.gov.tr/ bolufcik]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Edirne || [[Edirne]]/[[Edirne (Provinz)|Edirne]] || [http://www.edirnefcik.adalet.gov.tr/ edirnefcik]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt İzmir №&amp;amp;nbsp;1 || [[Buca (Izmir)|Buca]]/[[Izmir (Provinz)|İzmir]] || [http://www.izmirf1.adalet.gov.tr/ izmirf1]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt İzmir №&amp;amp;nbsp;2 || Buca/İzmir || [http://www.izmirf2.adalet.gov.tr/ izmirf2]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Kırıkkale || [[Kırıkkale]]/[[Kırıkkale (Provinz)|Kırıkkale]] || [http://www.kirikkalefcik.adalet.gov.tr/ kirikkalefcik]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Kocaeli №&amp;amp;nbsp;1 || [[Kandıra]]/[[Kocaeli (Provinz)|Kocaeli]] || [http://www.kocaelif1.adalet.gov.tr/ kocaelif1]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Kocaeli №&amp;amp;nbsp;2 || Kandıra/Kocaeli || [http://www.kocaelif2.adalet.gov.tr/ kocaelif2]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Tekirdağ №&amp;amp;nbsp;1 || [[Tekirdağ]]/[[Tekirdağ (Provinz)|Tekirdağ]] || [http://www.tekirdag1fcik.adalet.gov.tr/ tekirdag1fcik] &amp;lt;br /&amp;gt; (im Aufbau)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Tekirdağ №&amp;amp;nbsp;2 || Tekirdağ/Tekirdağ || [http://www.tekirdag2fcik.adalet.gov.tr/ tekirdag2fcik]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Geschlossene Typ-F-Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt Van || [[Van (Türkei)|Van]]/[[Van (Provinz)|Van]] || [http://www.vanfcik.adalet.gov.tr/ vanfcik]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Am 6.&amp;amp;nbsp;September 2006 veröffentlichte das [[Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe|CPT]] als Institution des [[Europarat]]es den Bericht zu einem Besuch dreier Typ-F-Gefängnisse im Dezember 2005. Das Komitee stellte fest, dass es an den materiellen Haftbedingungen in den Haftanstalten nichts auszusetzen gebe. Allerdings seien die Möglichkeiten zu gemeinsamen Aktivitäten der Häftlinge außerhalb ihrer Zellen unzureichend und die Situation in dieser Hinsicht „weiterhin sehr unbefriedigend“. Besondere Aufmerksamkeit widmete das CPT der Situation derjenigen Gefangenen, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit verschärftem Vollzug verurteilt und nach Art.&amp;amp;nbsp;25 tStVollzG in Einzelhaft untergebracht worden waren. Vor dem Inkrafttreten des neuen Strafvollzugsgesetzes am 1.&amp;amp;nbsp;Juni 2005 wurden diese noch in Gemeinschaftshaft gehalten und konnten sich an Gemeinschaftsaktivitäten beteiligen. Dazu bemerkte das CPT, dass die Anwendung isolationsähnlicher Haft sehr schädliche Auswirkungen für die betroffene Person haben und unter gewissen Umständen zu unmenschlicher und entwürdigender Behandlung führen könne. Das Komitee empfahl schließlich, den Artikel&amp;amp;nbsp;25 tStVollzG zu überdenken.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Report to the Turkish Government on the visit to Turkey carried out by the CPT from 7 to 14 December 2005.&#039;&#039; [[Europäisches Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe|CPT]], 6.&amp;amp;nbsp;September 2006, S.&amp;amp;nbsp;20&amp;amp;nbsp;ff. ([http://www.cpt.coe.int/documents/tur/2006-30-inf-eng.pdf PDF-Datei; 424&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch [https://www.tuerkeiforum.net/Bericht_des_CPT_%28Anti-Folter%29 &#039;&#039;Bericht des CPT (Anti-Folter)&#039;&#039;]. Demokratisches Türkeiforum, 6.&amp;amp;nbsp;September 2006. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem 24.&amp;amp;nbsp;Dezember 2007 und dem 17.&amp;amp;nbsp;Januar 2008 führte der Verein zeitgenössischer Juristen (ÇHD) eine Untersuchung zur Umsetzung des Runderlass Nr.&amp;amp;nbsp;45/1 durch. Dazu sprachen 25 Anwältinnen und Anwälte mit 120 Gefangenen in sechs Gefängnissen und berichteten, dass ein wöchentlich zehnstündiger Kontakt zu Mithäftlingen in den Typ-F-Gefängnissen [[Bolu]], [[Kocaeli (Provinz)|Kocaeli]] №&amp;amp;nbsp;1 und [[Tekirdağ]] №&amp;amp;nbsp;2 überhaupt nicht und im Typ-F-Gefängnis Tekirdağ №&amp;amp;nbsp;1 seit drei Monaten nicht mehr gewährt wurde. Im Typ-F-Gefängnis Kocaeli №&amp;amp;nbsp;2 erhielten die Strafgefangenen lediglich zweieinhalb Stunden pro Woche. Auch im Typ-F-Gefängnis [[Edirne]] war die Zeit auf zweieinhalb Stunden begrenzt, was jedoch nach einem Monat eingestellt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;İsmail Saymaz:  {{Webarchiv|text=&#039;&#039;‘F Tipi’nde Behiç Aşçı genelgesi uygulanmıyor’&#039;&#039; |url=http://www.radikal.com.tr/haber.php?haberno=252578 |wayback=20080414170200   }}. In: &#039;&#039;[[Radikal (Tageszeitung)|Radikal]]&#039;&#039;, 10.&amp;amp;nbsp;April 2008. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinem Bericht vom Juli 2010 stellte der ÇHD nach erneuter Untersuchung fest, dass seit Herausgabe des Runderlass Nr.&amp;amp;nbsp;45/1 keinem Gefangenen das Recht eingeräumt wurde, mit zehn ihm genehmen Personen zehn Stunden pro Woche zu kommunizieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://www.tuerkeiforum.net/CHD_Istanbul_zu_Haftbedingungen_%28Juli_2010%29 &#039;&#039;CHD Istanbul zu Haftbedingungen (Juli 2010)&#039;&#039;]. Demokratisches Türkeiforum, 4.&amp;amp;nbsp;August 2010. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berichte des [[İnsan Hakları Derneği|Menschenrechtsvereins]] (İHD) deuten ebenfalls darauf hin, dass der Runderlass Nr.&amp;amp;nbsp;45/1 in keiner der Haftanstalten vollständig umgesetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [http://www.ihd.org.tr/index.php?option=com_content&amp;amp;task=view&amp;amp;id=934&amp;amp;Itemid=86 &#039;&#039;Ocak–Haziran 2008 Marmara Bölgesi Hapishaneleri Hak İhlalleri Raporu&#039;&#039;]. [[İnsan Hakları Derneği]]. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahresbericht des İHD 2007 wird ferner über Zellenhaft, Beschränkung von Gemeinschaftsaktivitäten, Beschränkung sportlicher und kultureller Aktivitäten, mangelnde Gesundheitsfürsorge, Besuchsverbote, mehrmonatige Telefon- und Briefverbote, Verbot der kurdischen Sprache bei Telefongesprächen, Beschlagnahmung kurdischsprachiger Zeitungen, Zensur, Behinderung des Wahlrechts, Diskriminierung, Willkür, Übergriffe sowie vielfältige und nach Ansicht des İHD ungerechtfertigte Disziplinarmaßnahmen in den Haftanstalten berichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;2007 Türkiye İnsan Hakları İhlalleri Raporu.&#039;&#039; [[İnsan Hakları Derneği]] ([https://www.ihd.org.tr/images/pdf/2007_yili_insan_haklari_ihlalleri_raporu.pdf PDF; 12,76&amp;amp;nbsp;MB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2008 starben laut dem İHD insgesamt fünf Strafgefangene.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;2008 Cezaevleri İhlal Bilançosu.&#039;&#039; [[İnsan Hakları Derneği]] ([https://www.ihd.org.tr/images/pdf/2008_cezaevleri_bilancosu.pdf PDF-Datei; 130&amp;amp;nbsp;KB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Amnesty International]] berichtet über „harte und willkürliche Disziplinarstrafen“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.amnesty-tuerkei.de/menschenrechte/anliegen200602.htm |text=&#039;&#039;Grundlegende Dokumente von amnesty international zur Türkei. Anliegen in Europa und Zentralasien, Juli – Dezember 2006&#039;&#039; |wayback=20090504021411}}. [[Amnesty International]]; abgerufen am 23.&amp;amp;nbsp;Januar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Isolation von Häftlingen in Typ-F-Gefängnissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &#039;&#039;Turkey. Memorandum to the Turkish Government.&#039;&#039; [[Amnesty International]], 14.&amp;amp;nbsp;Januar 2008, AI Index: EUR 44/001/2008, S.&amp;amp;nbsp;12 ({{Webarchiv|text=PDF-Datei; 129&amp;amp;nbsp;KB |url=http://www.proasyl.de/fileadmin/proasyl/fm_redakteure/Newsletter_Anhaenge/132/eur440012008eng.pdf |wayback=20160305210851    }}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Antwortbrief vom 27.&amp;amp;nbsp;Juni 2007 an die Schweizer Regierung schreibt die Menschenrechtsorganisation [[Human Rights Watch]], dass Misshandlung ein ernstes Problem in Typ-F-Gefängnissen sei. Die Untersuchung der unabhängigen Gruppe zur Beobachtung von Gefängnissen habe in dem Typ-F-Gefängnis Kırıklar (in Buca/[[Izmir (Provinz)|İzmir]]) ein besorgniserregendes Muster von Misshandlungen an den Insassen zu Tage gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hrw.org/en/news/2007/06/27/reply-letter-swiss-government &#039;&#039;Reply Letter to the Swiss Government&#039;&#039;]. [[Human Rights Watch]], 27.&amp;amp;nbsp;Juni 2007. Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|14. Februar 2009|56651716}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Typfgefangnis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafvollzugsrecht (Türkei)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefängnis (Türkei)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stabilit%C3%A4tskriterium_von_Barkhausen&amp;diff=2234884</id>
		<title>Stabilitätskriterium von Barkhausen</title>
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		<updated>2025-04-08T10:49:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: Zeit- und Kommafehler&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das &#039;&#039;&#039;Stabilitätskriterium von Barkhausen&#039;&#039;&#039; liefert eine notwendige mathematische Bedingung, wann eine [[elektrische Schaltung]], die aus einem [[Verstärker (Elektrotechnik)|Verstärker]] und einer geeigneten [[Rückkopplung]] besteht, selbständig schwingen kann. Dieses Kriterium liefert &#039;&#039;keine&#039;&#039; Aussage, ob die so gebildete [[Oszillatorschaltung]] stabil arbeitet und [[Sinusschwingung]]en konstanter Amplitude erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriterium ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Oscillator diagram1.svg|thumb|right|Verstärker (oben) mit Rückkopplung]]&lt;br /&gt;
Verstärker mit einem Verstärkungsfaktor &amp;lt;math&amp;gt;A&amp;lt;/math&amp;gt; können durch eine Rückkopplung mit der (linearen) [[Übertragungsfunktion]] &amp;lt;math&amp;gt;\beta(\mathrm{j}\omega )&amp;lt;/math&amp;gt; zur stabilen Schwingung angeregt werden, wenn folgende beide Bedingungen erfüllt sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#Amplitudenbedingung: Der Betrag der [[Schleifenverstärkung]] ist gleich 1, das heißt: &amp;lt;math&amp;gt;|\beta(\mathrm{j}\omega ) \cdot A| = 1;\,&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Phasenbedingung: Die [[Phasenverschiebung]] muss bei der Oszillatorfrequenz eine positive Rückkopplung aufweisen. Dies ist dann erfüllt, wenn die Phasenverschiebung ganzzahlige Vielfache von &amp;lt;math&amp;gt;2 \pi&amp;lt;/math&amp;gt; aufweist: &amp;lt;math&amp;gt;\angle \beta(\mathrm{j}\omega ) \cdot A = 2 \pi n; \qquad n \in 0, 1, 2,\dots\,&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bedingung ist für die stabile Schwingungserzeugung notwendig, aber nicht hinreichend. Im Regelfall sind weder Verstärker noch Übertragungsfunktion linear, trotzdem schwingt die Schaltung. Das [[Stabilitätskriterium von Nyquist]] liefert eine notwendige und hinreichende Aussage über die Instabilität des Systems, aber keine Aussage über die Stabilität der Oszillation. Ein allgemeines hinreichendes Stabilitätskriterium für die Erzeugung einer stabilen Oszillation ist nicht bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lund1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzen der Anwendbarkeit ==&lt;br /&gt;
Das Stabilitätskriterium wurde zu einer Zeit entwickelt, als die Grenzfrequenz der Verstärkerröhren (über 100&amp;amp;nbsp;MHz) die Arbeitsfrequenz der damaligen Oszillatorschaltungen (weniger als 1&amp;amp;nbsp;MHz) bei weitem übertraf und mit den damaligen Mitteln nicht messbar war. Deshalb setzt die obige Formulierung voraus, dass das Ausgangssignal des Verstärkers &#039;&#039;ohne&#039;&#039; Verzögerung den Änderungen des Eingangssignals folgt und keine Phasenverschiebung entsteht ([[Laufzeit (Elektrotechnik)|Laufzeit]]&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;0). Diese Annahme ist mit steigender Frequenz nicht mehr erfüllt, was zur (falschen) Aussage führt, dass der [[Ringoszillator]] nicht funktionieren kann, obwohl die Schleifenverstärkung erheblich größer als eins ist. Tatsächlich schwingt diese Schaltung aber stabil und sehr zuverlässig, wobei sich die erzeugte Frequenz aus der [[Gatterlaufzeit|Verarbeitungsgeschwindigkeit in den Verstärkerstufen]] errechnen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Oszillatortopologien wie beispielsweise dem [[Relaxationsoszillator]] ist das Stabilitätskriterium nicht anwendbar, weil diese auf der negativen Kennlinie eines Bauelements basieren. Es gibt Schaltungen mit Übertragungsfunktionen, welche das Stabilitätskriterium von Barkhausen erfüllen, aber nicht stabil schwingen. Im [[Superregenerativempfänger]] erzeugt beispielsweise &#039;&#039;ein&#039;&#039; Verstärker Schwingungen auf zwei sehr unterschiedlichen Frequenzen, die sich gegenseitig beeinflussen. Im Falle der [[Akustische Rückkopplung|akustischen Rückkopplung]] ist die Übertragungsfunktion meist unbekannt und wohl kaum linear, weshalb sich die Frequenz des Pfeifens nur in groben Grenzen vorhersagen lässt. Trotzdem ist der Effekt gut reproduzierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fehlerhafte Formulierung von Barkhausen ==&lt;br /&gt;
Erste Formulierungen und die Namensgebung gehen auf [[Heinrich Barkhausen]] zurück, welcher diese Bedingung in den 1920er Jahren erstmals formulierte und im Dritten Band seines Vierbändigen Werkes &#039;&#039;Elektronen-Röhren&#039;&#039; veröffentlichte. Barkhausen veröffentlichte zur damaligen Zeit allerdings eine fehlerhafte Version, welche sich teilweise in den Folgejahrzehnten, vor allem in deutschsprachiger Fachliteratur, erhalten hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lund1&amp;quot;&amp;gt;[http://web.mit.edu/klund/www/weblatex/node4.html Barkhausen Stability Criterion], Kent H Lundberg, 14. November 2002, engl.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barkhausen ging für die Erzeugung der von ihm als &#039;&#039;selbsterregter Schwingung&#039;&#039; bezeichneten Oszillation von der nicht allgemeingültigen Vorstellung aus, dass Stabilität generell bei &amp;lt;math&amp;gt;|\beta(\mathrm{j}\omega ) \cdot A| &amp;lt; 1\,&amp;lt;/math&amp;gt; und Instabilität bei &amp;lt;math&amp;gt;|\beta(\mathrm{j}\omega ) \cdot A| \geq 1\,&amp;lt;/math&amp;gt; vorliegt. Tatsächlich liegt die Notwendigkeit einer stabilen Oszillation nur bei &amp;lt;math&amp;gt;|\beta(\mathrm{j}\omega ) \cdot A| = 1\,&amp;lt;/math&amp;gt; vor. Die damalige mathematische Modellbildung war noch nicht so weit fortgeschritten, und das Stabilitätskriterium von Nyquist, welche diesen Punkt umfassender klärt, wurde erst einige Jahre später von [[Harry Nyquist]] und [[Felix Strecker]] formuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*{{Literatur&lt;br /&gt;
| Autor = Heinrich Barkhausen&lt;br /&gt;
| Titel = Elektronen-Röhren, 3. Band Rückkopplung&lt;br /&gt;
| Jahr = 1931 | Auflage = 4. | Verlag = S.Hirzel | Ort = Leipzig&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stabilitätstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theoretische Elektrotechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Offshore-Finanzplatz&amp;diff=787630</id>
		<title>Offshore-Finanzplatz</title>
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		<updated>2025-03-27T15:40:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: Kommafehler, Formulierungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Offshore financial centers.png|mini|Offshore-Finanzplätze 2010 nach Angaben der [[OECD]] und des [[Tax Justice Network]]]]&lt;br /&gt;
Zumeist bezeichnet der Begriff &#039;&#039;&#039;Offshore-Finanzplatz&#039;&#039;&#039; (wörtlich &#039;&#039;küstenferner Finanzplatz&#039;&#039;, &#039;&#039;Finanzplatz jenseits der Küste&#039;&#039;) Standorte, die sich durch ein hohes Maß an [[Bankgeheimnis|Vertraulichkeit und Geheimhaltung]] (keine Weitergabe von Informationen über Finanztransaktionen und Eigentumsverhältnisse) und eine minimale [[Finanzmarktaufsicht]] und -[[Finanzmarktregulierung|regulierung]] auszeichnen. Sind außerdem die [[Steuer]]n niedrig, handelt es sich gleichzeitig um eine [[Steueroase]]. Ansässige Banken und andere Finanzinstitutionen wickeln einen Großteil ihrer Geschäfte im Ausland ab, und die Transaktionen und Anlagesummen sind im Vergleich zum Umsatzvolumen der lokalen [[Realwirtschaft]] extrem groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Offshore-Finanzplätze liegen auf kleinen Inseln. Zumeist handelt es sich um ehemalige [[britische Kolonien]] oder Dependenzen, woher ursprünglich auch die Bezeichnung stammt (übersetzt so viel wie &#039;&#039;jenseits der Küstenregion&#039;&#039;, d.&amp;amp;nbsp;h. in internationalen Gewässern liegend). Allerdings ist Offshore heute in diesem Zusammenhang nicht mehr geographisch, sondern vielmehr juristisch zu verstehen: Die Finanzplätze liegen außerhalb der üblichen [[Rechtsnorm]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftsstruktur ==&lt;br /&gt;
Wichtige Standortfaktoren von Offshore-Zentren sind niedrige oder keine Steuern, ein geringes Maß an Regulierung, ein gutes [[Bankgeheimnis]], ein relativ hoher [[Bildung]]sstand, wenig [[Korruption]] sowie hohe [[Rechtssicherheit]] und politische Stabilität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ssrn&amp;quot;&amp;gt;Dharmapala, Dhammika und Hines Jr., James R. (2006) [http://ssrn.com/abstract=952721 Which Countries Become Tax Havens?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wirtschaftssektor#Tertiärsektor (Dienstleistungssektor)|Finanzsektor]] ist in Offshore-Finanzplätzen zumindest in der Außenwirkung der dominierende Faktor. Angesiedelt sind [[Bank]]en, [[Versicherer]] (zum Beispiel [[Eigenversicherer]]) sowie [[Trust (Wirtschaft)|Trusts]] oder [[Investmentfonds|Fonds]] zur [[Vermögensverwaltung]]. Auch werden dort von Onshore-Unternehmen Firmen gegründet, die Teile deren Geschäfts abwickeln, um beispielsweise Haftungsgefahren zu verringern, aber auch um kriminelle Aktivitäten zu verschleiern und Steuerzahlungen zu minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter gibt es Privatpersonen, die in Offshore-Finanzplätzen Vermögen verwalten, meistens mit dem Ziel, die höheren Steuersätze in ihren Heimatländern zu umgehen. Die [[Rechtssicherheit]] und Stabilität der Standorte ist im Vergleich zu vielen [[Schwellenland|Schwellen-]] und [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]] hoch, was dazu führt, dass wohlhabende Privatpersonen und Firmen ihre Finanzen häufig hier verwalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa sechs bis acht Prozent des weltweiten Vermögens werden nach Schätzungen der [[OECD]] in Offshore-Standorten verwaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Economistc&amp;quot;&amp;gt;The Economist (2007) [http://www.economist.com/surveys/displaystory.cfm?story_id=E1_RGJVTPJ Places in the sun]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wirtschaftliche Struktur der verschiedenen Standorte unterscheidet sich allerdings sehr stark. Während beispielsweise [[Vanuatu]] dem Klischee einer Steueroase mit einem hohen Anteil an [[Briefkastenfirma|Briefkastenfirmen]] (siehe auch [[Briefkastenbank]]) und wenigen materiell dort stattfindenden Geschäftsaktivitäten entspricht, sind Standorte wie [[Luxemburg]] (nach der Schweiz eines der größeren Zentren von [[Private Bank|Privatbanken]] in Europa) oder die [[Bermuda]]s (besonders im Bereich [[Rückversicherung]]en aktiv) inzwischen komplexe Standorte, die in ihren Märkten wichtige [[Cluster (Wirtschaft)|Cluster]] gebildet haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Economistb&amp;quot;&amp;gt;The Economist (2007) [http://www.economist.com/surveys/displaystory.cfm?story_id=E1_RGJVTRS What it takes to succeed]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wenig beachteter Bereich der Geschäftsaktivitäten in Offshore-Standorten ist die Registrierung von Schiffen ([[Panama]], [[Bahamas]]) und Flugzeugen ([[Bermuda]], [[Cayman Islands]]). Bei Schiffen spielt vor allem die Umgehung von arbeitsrechtlichen Vorschriften eine Rolle. Flugzeuge werden in Offshore-Standorten registriert, wenn Flugunternehmen aus Entwicklungs- oder Schwellenländern neutralen Boden brauchen, um mit Banken aus Industrieländern in der Finanzierung zusammenzuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Problematik von Offshore-Finanzplätzen ==&lt;br /&gt;
Befürworter von Offshore-Finanzplätzen betonen ihre wichtige Rolle im internationalen Währungssystem, in dem sie durch ihre liberalen Gesetze die Entwicklung besonderer Instrumente beispielsweise zum [[Risikomanagement]] erlauben. Auch seien sie wichtig als Regulatoren, die verhinderten, dass Regierungen die Steuern zu weit anheben könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisiert werden Offshore-Finanzplätze vor allem als Steueroasen, die in Kombination mit ihrem rigiden Bankgeheimnis die [[Steuerdelikt|Steuerhinterziehung]] in anderen Ländern begünstigen. Die NGO [[Tax Justice Network]] schätzt die durch Offshore-Finanzplätze verlorenen [[Steuereinnahmen]] auf weltweit etwa 255 Mrd. US$ pro Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TJN&amp;quot;&amp;gt;TJN (2005) [http://www.taxjustice.net/cms/upload/pdf/Price_of_Offshore.pdf The Price of Offshore] (PDF; 36&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Steuereinnahmen, die den USA auf diese Weise verloren gehen, werden auf etwa 70 Mrd. US$ geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Economistc&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist die fehlende Transparenz aber auch im Zusammenhang mit [[Geldwäsche]]aktivitäten, die hierdurch gefördert werden. Jährlich werden nach einer Schätzung des [[IWF]] weltweit zwischen zwei und fünf Prozent des [[Bruttosozialprodukt|BSP]] gewaschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Finanzministerium&amp;quot;&amp;gt;BMF (2003) Monatsbericht Nr. 8, {{ISSN|1618-291X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich sind die Finanzplätze aufgrund ihrer schlechten Finanzaufsicht in der Kritik, da sie nach Meinung vieler Experten die Stabilität des [[Finanzmarkt]]es gefährden. Als bekannte Beispiele können hier die Pleiten der [[Meridian International Bank]] im Jahr 1995 oder der Zusammenbruch der [[Bank of Credit and Commerce International]] (BCCI) gelten. Auch wird Offshore-Finanzplätzen eine wichtige Rolle in der Entstehung der verschiedenen [[Währungskrise]]n der 1990er Jahre zugeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IMF&amp;quot;&amp;gt;IWF (2000) [http://www.imf.org/external/np/mae/oshore/2000/eng/role.htm Offshore Financial Centers - The role of the IMF]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in anderen Skandalen wie beispielsweise den Krisen von [[Parmalat]], [[Tyco International|Tyco]] oder [[Enron]] spielten Offshore-Finanzplätze, von denen aus [[Bilanz]]en manipuliert wurden, eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsches Vermögen in Offshore-Finanzplätzen ==&lt;br /&gt;
In einer 2017 veröffentlichten Studie wurde für weltweit 37 Länder der Anteil des Vermögens der Haushalte untersucht, der sich auf Offshore-Konten befand. Für Deutschland entsprach dies etwa 15 % des [[BIP]] (weltweiter Durchschnitt ca. 10 %).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Annette Alstadsæter, Niels Johannesen, Gabriel Zucman |Titel=Who Owns the Wealth in Tax Havens? Macro Evidence and Implications for Global Inequality |Nummer=w23805 |Verlag=National Bureau of Economic Research |Datum=2017-09-11 |Online=https://www.nber.org/papers/w23805 |Abruf=2021-02-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Staatliche Initiativen ==&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die verschiedenen Probleme von Offshore-Finanzplätzen wurden durch die OECD Ende der 90er drei Initiativen ins Leben gerufen:&lt;br /&gt;
* das [[Financial Stability Forum]] (FSF), das sich vor allem mit den Gefahren der Finanzplätze für die Stabilität des Weltfinanzsystems auseinandersetzt&lt;br /&gt;
* die [[Financial Action Task Force on Money Laundering]] (FATF), die versucht, Geldwäsche in den Standorten zu unterbinden (seit 2001 auch zunehmend die Finanzierung von terroristischen Organisationen)&lt;br /&gt;
* die [[harmful tax initiative]], die sich mit den negativen Folgen der Steuerflucht und Möglichkeiten der Kooperation zwischen Industriestaaten und Offshore-Finanzplätzen beschäftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Financial Stability Forum hat in einem Bericht aus dem Jahr 2000 42 Offshore-Finanzplätze in drei Kategorien unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* I.: Plätze, die relativ zu ihrer Größe eine gute Infrastruktur und eine solide Gesetzgebung haben sowie relativ gut mit internationalen Institutionen zusammenarbeiten. Hierzu zählten:&lt;br /&gt;
: [[Hongkong]], [[Luxemburg]], die [[Schweiz]] und [[Singapur]]. Zumindest in die Nähe dieser Standards kommen allerdings auch [[Guernsey]], [[Isle of Man]], [[Jersey]] und die [[Republik Irland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* II.: Zwar ist das Niveau der gesetzlichen Regelungen dieser Kategorie höher als in der dritten Gruppe, sie werden allerdings trotzdem als problematischer charakterisiert als die Länder der ersten Gruppe. Zu diesen Ländern zählen:&lt;br /&gt;
: [[Andorra]], [[Bahrain]], [[Barbados]], [[Bermuda]], [[Gibraltar]], [[Labuan]] (Malaysia), [[Macau]], [[Malta]] und [[Monaco]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* III.: Die Infrastruktur, die gesetzlichen Regelungen und die Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen ist in dieser Gruppe am geringsten ausgeprägt. Zu dieser Gruppe gehören:&lt;br /&gt;
: [[Anguilla]], [[Antigua und Barbuda]], [[Aruba]], die [[Bahamas]], [[Belize]], [[Britische Jungferninseln]], die [[Cookinseln]], [[Costa Rica]], die [[Kaimaninseln]], [[Libanon]], [[Liechtenstein]], die [[Marshallinseln]], [[Mauritius]], [[Nauru]], die [[Niederländische Antillen|Niederländischen Antillen]], [[Niue]], [[Panama]], [[St.&amp;amp;nbsp;Kitts und Nevis]], [[St.&amp;amp;nbsp;Lucia]], [[St.&amp;amp;nbsp;Vincent und die Grenadinen]], [[Samoa]], die [[Seychellen]], die [[Turks- und Caicosinseln]], [[Vanuatu]] und die [[Republik Zypern]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;FSF2000&amp;quot;&amp;gt;FSF (2000) {{Webarchiv | url=http://www.fsforum.org/press/PR_OFC00.pdf | wayback=20071008101820 | text=Press release: Financial Stability Forum Releases Grouping of Offshore Financial Centres (OFCs) to Assist in Setting Priorities for Assessment}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die FATF veröffentlichte eine Liste von Ländern, die aus Perspektive der Organisation nicht kooperativ im Bereich des Kampfes gegen Geldwäsche waren. Insgesamt wurden 23 Länder als problematisch identifiziert:&lt;br /&gt;
: [[Ägypten]], Bahamas, Cookinseln, [[Dominica]], [[Grenada]], [[Guatemala]], [[Indonesien]], [[Israel]], Kaimaninseln, Libanon, Liechtenstein, Marshallinseln, [[Myanmar]], Nauru, [[Nigeria]], Niue, Panama, [[Philippinen]], [[Russland]], St.&amp;amp;nbsp;Kitts und Nevis, St.&amp;amp;nbsp;Vincent und die Grenadinen, die [[Ukraine]] und [[Ungarn]] (blaue Schrift: Länder, die nicht in der Liste des FSF vorkommen).&amp;lt;ref name=&amp;quot;FATF&amp;quot;&amp;gt;FATF (ohne Datum) [http://www.fatf-gafi.org/document/54/0,2340,en_32250379_32236992_33919542_1_1_1_1,00.html Non-Cooperative Countries and Territories: Timeline]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesen Listen genannte Länder wurden besonderen Regelungen unterworfen. Häufig waren zum Beispiel Geschäfte mit Banken in OECD-Ländern nicht mehr erlaubt. Die Listen werden heute als Erfolg gesehen: das FSF zog seine Liste im Jahr 2005 zurück; die FATF entfernte am 13. Oktober 2006 Myanmar als letztes Land von seiner Liste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offshore-Zentren reagierten auf die neue Politik allerdings nicht nur mit besseren Regulierungen. Einige Länder sahen die Kosten für die Anpassung ihrer Systeme als zu hoch an und zogen sich aus dem Geschäft des Offshore-Banking zurück. Dies waren [[Nauru]], [[Niue]] und [[Tonga]]. Andere Länder erlitten nennenswerte Verluste durch die Einführung neuer Regulierungsmechanismen. Nachdem Vanuatu Banken verpflichtet hatte, mindestens einen Vollzeitarbeitsplatz anzubieten, sank die Zahl der Banken von 35 auf 7.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Economistb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Informationen zur &#039;&#039;harmful tax initiative&#039;&#039;: siehe [[Steueroase]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nichtstaatliche Initiativen ==&lt;br /&gt;
Neben Versuchen von staatlicher Seite gibt es auch von Seiten verschiedener [[Nichtregierungsorganisation|NGOs]] Initiativen mit dem Ziel, Offshore-Standorte effektiver zu regulieren. Zu nennen ist hier insbesondere das [[Tax Justice Network]], das sich ausschließlich mit [[Steuerflucht]] beschäftigt. Auch [[Oxfam]] engagiert sich im Bereich Steuerflucht. In Deutschland prominent ist [[Attac]]. Auch hier steht die Beschäftigung mit Steuerflucht im Mittelpunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten [[Offshore-Leaks]] berichteten im April 2013 international Medien von einem Datensatz mit 130.000 Namen von Personen, die ihr Vermögen in [[Steueroase]]n angelegt haben sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Süddeutsche Zeitung]]: [http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/offshore-leaks-geheime-geschaefte-in-steueroasen-enttarnt-1.1639751 Sueddeutsche: &#039;&#039;Geheime Geschäfte in Steueroasen enttarnt&#039;&#039;] vom 4. April 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Im April 2016 wurden von mehreren internationalen Medien zahlreiche Namen aus den [[Panama Papers]] des panamaischen Offshore-Dienstleisters [[Mossack Fonseca]], der bei der Gründung von über 214.000 Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen mitgewirkt hat, öffentlich bekannt gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
=== Staatliche Initiativen ===&lt;br /&gt;
* [http://www.fatf-gafi.org/ Financial Action Task Force]&lt;br /&gt;
* [http://www.fsforum.org/home/home.html Financial Stability Forum]&lt;br /&gt;
* [http://www.oecd.org/ctp/harmful/# OECD - Harmful Tax Practices]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nichtstaatliche Organisationen ===&lt;br /&gt;
* [http://www.taxjustice.net/cms/front_content.php?idcatart=47 Tax Justice Network]&lt;br /&gt;
* [http://www.attac.de/aktuell/steuerflucht/start/ Attac]&lt;br /&gt;
* [http://www.finance-watch.org/ Finance Watch]&lt;br /&gt;
* [http://www.weed-online.org/ Weed - &#039;&#039;&#039;W&#039;&#039;&#039;orld &#039;&#039;&#039;E&#039;&#039;&#039;conomy, &#039;&#039;&#039;E&#039;&#039;&#039;cology &amp;amp; &#039;&#039;&#039;D&#039;&#039;&#039;evelopment]&lt;br /&gt;
* [http://www.gfintegrity.org/ Global Finance Integrity]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;10. [https://offshore.sc/blog/finanzkriminalitaet-auf-den-seychellen/ Finanzkriminalität auf den Seychellen] vom 16. August 2020&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internationales Steuerrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuern und Abgaben]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rekonstitution&amp;diff=2606993</id>
		<title>Rekonstitution</title>
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		<updated>2024-10-18T08:31:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: Kommafehler&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Unter &#039;&#039;&#039;Rekonstitution&#039;&#039;&#039; ([[Englische Sprache|engl.]] &#039;&#039;reconstitution&#039;&#039;; [[Lateinische Sprache|lat.]] &#039;&#039;re&#039;&#039; ‚zurück‘ (in der Bedeutung „Wiederholung einer Handlung“) und &#039;&#039;constituo&#039;&#039; ‚hinstellen, erbauen, organisieren‘, also ein „erneutes Zusammenbauen“) versteht man in der [[Zellbiologie|zellbiologisch]] und [[Virologie|virologisch]] ausgerichteten [[Biochemie]] die Wiederherstellung einer ursprünglichen biologischen Aktivität durch das Zusammenbringen von mehreren getrennten biologischen (Zell-)Komponenten. Dabei wird zuerst das biologisch aktive Material [[Fraktion (Chemie)|fraktioniert]], die vermutet erforderlichen [[Biomolekül]]e und/oder Molekülkomplexe (Homo- oder Hetero-[[Oligomer]]e) werden partiell oder komplett aufgereinigt –&amp;amp;nbsp;wobei durch die Auftrennung die biologisch Aktivität &#039;&#039;(Funktionalität)&#039;&#039; [[temporär]] verloren geht&amp;amp;nbsp;–, um sie dann in einem vereinfachten, aber den natürlichen Ausgangsbedingungen angepassten künstlichen Testsystem wieder zusammenzubringen &#039;&#039;(zu rekonstituieren)&#039;&#039;. Bei diesem Vorgang wird die ursprüngliche biologische Aktivität wiederhergestellt, kann gemessen und mit der des nativen Systems in Bezug auf Spezifität verglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rekonstitution eines nativen Systems ==&lt;br /&gt;
Eine Rekonstitution geht in ihrer Komplexität über einen einfachen [[Enzym]]test weit hinaus. Während bei einem solchen Test ein natives oder – nach [[Denaturierung (Biochemie)|Denaturierung]] – renaturiertes Enzym auf seine katalytischen Eigenschaften untersucht wird, erlaubt eine Rekonstitution z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Physiologie|physiologische]] [[Analyse]] von aus mehreren verschiedenen [[Protein]]en zusammengesetzten [[Proteinkomplex|Enzymkomplexen]], das Studium von [[Enzymkinetik|Kinetik]], Substratspezifizität und Transport-[[Stöchiometrie]] von [[Membrantransport|Transmembran-Transport-Systemen]] (mit &#039;&#039;Innen&#039;&#039; und &#039;&#039;Außen&#039;&#039;), oder das erneute Zusammensetzen von funktionellen Viruspartikel aus den Einzelkomponenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden schematischen Schritte werden normalerweise durchgeführt, um Rekonstitution eines nativen Systems zu erreichen. Nur in ganz bestimmten Schritten liegt biologische Aktivität vor und kann dann bestimmt werden; in den dazwischen liegenden Schritten ist keine Aktivität messbar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Auswahl des biologischen Materials, in dem die zu studierende biochemische Aktivität zu finden ist oder vermutet wird;&amp;lt;ref&amp;gt;Studium der Literatur, Entscheidung nach den Kriterien (a) Verfügbarkeit, (b) benötigte Menge, (c) Frequenz der Experimente, (d) Frische und Stabilität des Ausgangsmaterials etc.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Strikte Kontrolle des ausgewählten biologischen Materials&amp;lt;ref&amp;gt;Bei [[Tier]]en z.&amp;amp;nbsp;B. ein bestimmtes [[Organ (Biologie)|Organ]]; bei [[Pflanze]]n ein [[Grundorgan]] oder davon abgeleitete Organe; bei [[Mikroorganismen]] oder [[Viren]] definierte [[Fermentation]]en oder [[Zellkultur]]en etc.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach seinem Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;[[Art (Biologie)|Species]], [[Unterart|Unterspecies]], Alter, Entwicklungsstadium/Wachstumstadium, Nahrungskriterien etc.&amp;lt;/ref&amp;gt; vor der Verarbeitung;&lt;br /&gt;
# [[Zellaufschluss|Aufschluss]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mechanisch durch wiederholtes Einfrieren und Auftauen, hypotonischen Schock, [[Dekompression]] durch Sonifikation, Manton-Gaulin-Homogenisator oder French Press etc., durch Scherung (Potter Elvehjem Homogenisator, Ultra Turrax, Kugelmühle etc.) oder enzymatisch ([[Pektin]], [[Kollagenase]], Zymolyase, [[Lysozym]] oder ähnliche Enzyme) etc.&amp;lt;/ref&amp;gt; des biologischen Materials – eventuell unter Beibehaltung der Intaktheit von [[Zelle (Biologie)|Zellen]] oder [[Organell]]en;&lt;br /&gt;
# Etablierung und Durchführung eines geeigneten Tests zur Bestimmung der zu untersuchenden biologischen Aktivität;&lt;br /&gt;
# Weitere Auftrennung des biologischen Materials z.&amp;amp;nbsp;B. durch fraktionierte [[Zentrifugation]] und Bestimmung der Aktivität in den erhaltenen Überständen;&amp;lt;ref&amp;gt;Bestimmung von spezifischer Aktivität, d.&amp;amp;nbsp;h. Aktivitätseinheit pro [[Milligramm|mg]] Protein (oder mg DNA, RNA etc.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Weitere Aufreinigung einzelner Komponenten aus den aktiven Fraktionen durch [[Chromatographie#Einteilung nach dem Trennprinzip|chromatographische]] Auftrennung oder [[Ultrazentrifuge|Sedimentationsmethoden]];&amp;lt;ref&amp;gt;Nativ: ohne oder mit schwachen [[Detergenzien]] oder Stabilisatoren ([[Proteaseinhibitor]]en); denaturierend: in Gegenwart starker Detergenzien und/oder [[chaotrope Verbindung]]en etc.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Kontrolle der Aufreinigung durch biochemische Analytik;&amp;lt;ref&amp;gt;[[SDS-PAGE]], [[Isoelektrische Fokussierung]] etc.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Eventuell erforderliche Renaturierung der gereinigten Biomoleküle;&lt;br /&gt;
# Eventuell erforderliche Vorbereitung von Hilfssystemen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Liposomen]]);&lt;br /&gt;
# Schrittweise oder globale Rekonstitution der natürlichen biologischen Komponenten unter Berücksichtigung der physiologischen Parameter;&amp;lt;ref&amp;gt;Physiologische [[Puffer (Chemie)|Puffer]], Temperatur, [[Osmotischer Druck#Osmotischer Druck|Tonizität]] etc.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Messung der biologischen Aktivität  im rekonstituierten System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Bei folgenden Systemen (in thematisch begrenzter Auswahl) wurde eine Rekonstitution funktioneller biologischer Systeme aus Biomolekülen und Biomolekülkomplexen –&amp;amp;nbsp;mit oder ohne Membranvesikel (Liposomen)&amp;amp;nbsp;– erreicht.&lt;br /&gt;
* [[ATP/ADP-Translokase]], transmembranäres Homo-Dimer (das monomere Protein hat etwa 33&amp;amp;nbsp;[[kDa]]) der inneren Mitochondrienmembran&amp;lt;ref&amp;gt;B. Hoffmann, A. Stöckl, M. Schlame, K. Beyer, M. Klingenberg: [http://www.jbc.org/content/269/3/1940.full.pdf &#039;&#039;The reconstituted ADP/ATP carrier activity has an absolute requirement for cardiolipin as shown in cysteine mutants&#039;&#039;.] (PDF; 591&amp;amp;nbsp;kB) In: &#039;&#039;J. Biol. Chem.&#039;&#039;, Vol. 269 (3), 1994, S.&amp;amp;nbsp;1940–1944&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[ATPase]] von Clathrin coated vesicles (Stachelsaumbläschen), ein Hetero-Heptamer&amp;lt;ref&amp;gt;X.S. Xie: &#039;&#039;Reconstitution of ATPase activity from individual subunits of the clathrin-coated vesicle proton pump. The requirement and effect of three small subunits&#039;&#039;. In: &#039;&#039;J. Biol. Chem.&#039;&#039;,  271(48), 1996, S.&amp;amp;nbsp;30980–30985, PMID 8940086&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Membransystem aus [[Lipide]]n und Proteinen (Proteolipidmembran)&amp;lt;ref&amp;gt;P. Mueller, D. O. Rudin, H. Ti Tien, W. C. Wescoytt: [http://circ.ahajournals.org/content/26/5/1167.abstract?related-urls=yes&amp;amp;legid=circulationaha;26/5/1167 &#039;&#039;Reconstitution of excitable cell membrane structure in vitro&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Circulation&#039;&#039;, No. 26, 1962,  S.&amp;amp;nbsp;1167–1171&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Tabakmosaikvirus]]&amp;lt;ref&amp;gt;H. Fraenkel-Conrat, B. Singer: &#039;&#039;Virus reconstitution and the proof of the existence of genomic RNA&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Phil. Trans. R. Soc. Lond.&#039;&#039;, B 354, S.&amp;amp;nbsp;583–586, PMID 10212937&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Tyrosinase]]/[[Heat Shock Protein|Heat-Shock-Protein]]-Komplex&amp;lt;ref&amp;gt;K.A. Hutchison, B.K. Brott, J.H. De Leon, G.H. Perdew, R. Jove, W.B. Pratt: &#039;&#039;Reconstitution of the multiprotein complex of pp60src, hsp90, and p50 in a cell-free system&#039;&#039;. In: &#039;&#039;J. Biol. Chem.&#039;&#039;, 267(5), 1992, S.&amp;amp;nbsp;2902–2908, PMID 1310678&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biochemische Methode]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Offboarding&amp;diff=1576695</id>
		<title>Offboarding</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Offboarding&amp;diff=1576695"/>
		<updated>2024-10-09T15:11:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: /* Offboarding als sozio-emotionaler Prozess */ Kommafehler übersehen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Offboarding&#039;&#039;&#039; beschreibt den bewusst gestalteten Trennungsprozess beim [[Kündigung|Ausscheiden]] eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen, für das er bislang im Rahmen eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses tätig war. Das Gegenteil, den Prozess beim Eintreten eines Mitarbeiters in das Unternehmen, beschreibt [[Onboarding]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Varianten ==&lt;br /&gt;
Inhaltlich wird zwischen zwei Arten des Offboarding unterschieden:&lt;br /&gt;
# Offboarding (auch: „Exit Management“) als technischer Prozess durch das [[Human Resources|HR]]- und [[IT-Management]] im Unternehmen ([[Identity Management#Identitätsmanagement von Unternehmen|Identity-Management]])&lt;br /&gt;
# Offboarding als sozio-emotionaler Prozess des Mitarbeiters, begleitet durch einen [[Coaching|Coach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Offboarding als technischer Prozess ==&lt;br /&gt;
Hier wird Offboarding als softwaregestützter Prozess im Personal- und [[Identity-Management]] verstanden, der die sichere Deaktivierung und Dokumentation der Zugangsberechtigungen ausgeschiedener Mitarbeiter sicherstellt und somit den Datenmissbrauch und -diebstahl verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige [[Mitarbeiterplattform]]en bieten darüber hinaus die Generierung von Leitfäden für das Austritts-Interview oder von „Laufzetteln“ an, mittels derer beispielsweise die Rückgabe von Firmeneigentum –&amp;amp;nbsp;wie mobilen PC- und Kommunikationsgeräten oder Firmenwagen&amp;amp;nbsp;– sichergestellt wird, und die Konsequenzen des Ausscheidens für die internen Prozesse systematisch abgearbeitet werden können (z.&amp;amp;nbsp;B. die Disposition von Mitarbeiterparkplätzen oder die Auslastung in der Kantine). Die Durchführung des Austritts-Interviews an sich ist bereits Teil des Prozesses von Offboarding der zweiten Variante:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Offboarding als sozio-emotionaler Prozess ==&lt;br /&gt;
Offboarding nach der zweiten Definition wird im deutschsprachigen Raum vorrangig im Rahmen der [[Outplacement-Beratung]] praktiziert – hier als persönliche Begleitung des ausscheidenden Mitarbeiters durch einen externen [[Coaching|Coach]]. Interne Personalverantwortliche scheuen dagegen häufig die aktive persönliche Begleitung des Mitarbeiters in der Austrittsphase&amp;lt;ref&amp;gt;Jurij Ryschka: &#039;&#039;Veränderungen in der Firma – und was wird aus mir? Ein Arbeitsbuch zum Selbstcoaching&#039;&#039;. 1. Auflage. Verlag Wiley-Vch, 2007, Kapitel 2, S. 37 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; – vor allem im Zusammenhang mit den vermeintlich negativen Konsequenzen und Stimmungen nach einer unternehmensseitigen Kündigung für den ausscheidenden Mitarbeiter. Oder der Prozess kommt aus Effizienzgründen zu kurz: Die aktive Betreuung neuer und bestehender Mitarbeiter erscheint wirtschaftlich plausibler als die Investition in ausscheidende Mitarbeiter. Anders als beim [[Onboarding]], bei dem die hohen Kosten der Personalsuche und das Vermeiden einer misslungenen [[Integration neuer Mitarbeiter]] in das Unternehmen offensichtliche persönliche und wirtschaftliche Gründe bietet, diesen Prozess aktiv und erfolgreich zu gestalten, steht bei der Trennung von Mitarbeitern häufig die Erleichterung der direkten Vertragsparteien im Vordergrund, sich –&amp;amp;nbsp;möglicherweise nach langwierigen Verhandlungen&amp;amp;nbsp;– auf die (juristischen) Modalitäten der Vertragsbeendigung verständigt und diese vollzogen zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine positive Ausnahme, die insbesondere im Zuge betriebsbedingter Kündigungen verbreitet ist, stellt die Investition in einen ausscheidenden Mitarbeiter durch das Engagieren eines externen Outplacement-Beraters dar. Im Vergleich zur [[Outplacement-Beratung]] im engeren Sinne (übersetzt: Das „Unterbringen“ oder die „Vermittlung“ eines Mitarbeiters außerhalb des bisherigen Unternehmens),&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Wild: &#039;&#039;Outplacement – Make or Buy&#039;&#039;. 1. Auflage. [[GRIN Verlag]], 2007, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; welche vorrangig auf die berufliche Orientierung und damit auf den vordergründig wichtige(re)n wirtschaftlichen Aspekt zur Sicherung des Lebensunterhalts in Form eines neuen Beschäftigungsverhältnisses abstellt und damit einen wesentlichen Beitrag zur lautlosen Trennung von Mitarbeitern (Unternehmensperspektive) und deren vordergründiger [[Bedürfnisbefriedigung]] leistet (Mitarbeiterperspektive), zielt das erweiterte Outplacement im Sinne des Offboarding insbesondere auf die [[emotion]]alen Folgen für den ausscheidenden und die verbleibenden Mitarbeiter durch die Wiedererlangung des „Selbst“-Bewusstseins des ausscheidenden Mitarbeiters.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz List: &#039;&#039;Outplacement. Vom Kündigungsgespräch zur Karriereberatung&#039;&#039;. 1. Auflage. Bw Verlag, 2003&amp;lt;/ref&amp;gt; Und damit auf die Erweiterung seiner persönlichen [[Intelligenz]] und [[Identität]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jurij Ryschka: &#039;&#039;Veränderungen in der Firma – und was wird aus mir? Ein Arbeitsbuch zum Selbstcoaching&#039;&#039;. 1. Auflage. Verlag Wiley-Vch, 2007, Kapitel 2, S. 41 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|url=http://www.iseek.org/sv/41019.jsp |title=Plan Your Education |publisher=Iseek.org |date= |accessdate=2010-07-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass die Trennung sowohl beim Ausscheidenden als auch bei den verbleibenden Mitarbeitern im Unternehmen eine [[emotion]]ale Lücke hinterlässt – mit zum Teil erheblichen Folgen für die [[Arbeitszufriedenheit]] der Menschen und das Arbeitgeberimage –, wird häufig unterschätzt und zum Teil den Beteiligten erst bewusst, nachdem die Person das Unternehmen bereits verlassen hat. Zu sehr steht der technische Prozess der vermeintlich „sauberen“, „lautlosen“ und „sicheren“ Trennung im Vordergrund etablierter Prozesse im Personal- und [[IT-Management]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders massiv sind diese Auswirkungen für die ausscheidende Person, wenn die Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber einen existentiellen Stellenwert für ihre [[Identität]] besessen hat – das heißt, ein erheblicher Teil ihrer Lebenszeit, entweder über lange Jahre hinweg und/oder durch ein sehr intensives Engagement, zugunsten des bisherigen Unternehmens investiert worden ist (siehe auch [[Burn-out-Syndrom]]) und sich die Person in hohem Maße durch ihr berufliches Schaffen, ihre [[Erfolg]]e und ihre beruflichen Kontakte definiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das professionelle Offboarding durch entsprechend ausgebildete Personalverantwortliche oder einen externen [[Coaching|Coach]] soll dem Mitarbeiter helfen, die Trennung als natürlichen Abschluss einer Lebensetappe zu „begreifen“ sowie die [[Erkenntnis]]se aus seinen Erlebnissen bewusst für den neuen Lebens- und Berufsabschnitt zu nutzen. So geht der Mitarbeiter orientiert „von Bord“, um sich – mit sicherem Boden unter den Füßen, nämlich im positiven [[Bewusstsein]] seiner persönlichen wie beruflichen Talente und Motive – zu neuen Zielen aufzumachen. Damit stellt Offboarding entweder den erweiterten Bestandteil einer Begleitung durch einen externen Outplacementberater und/oder Coach dar. Durch die erklärte Zielsetzung des Offboardings, die Selbstkompetenz des Mitarbeiters sowie dessen [[Handlungsfähigkeit]] zu stärken, kann der Prozess im Unterschied zum Outplacement im engeren Sinne sowohl von internen (Personal-)Verantwortlichen initiiert und durchgeführt werden als auch von externen Offboarding-Spezialisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Janine Berg-Peer: &#039;&#039;Outplacement in der Praxis. Trennungsprozesse sozialverträglich gestalten: Ein Leitfaden für Berater und Entscheider&#039;&#039;. 1. Auflage. Gabler Verlag, 2003, Kapitel 6, S. 189 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interne und externe Durchführung ==&lt;br /&gt;
Für die interne Durchführung (unter der Voraussetzung einer professionellen Befähigung des internen Coaches) spricht das positive Signal gegenüber dem ausscheidenden Mitarbeiter sowie seinen verbleibenden Kollegen durch den offenen Umgang mit einer (unvermeidlichen) Trennung und den damit verbundenen positiven Effekten für die Mitarbeiterzufriedenheit, das Arbeitgeberimage und eine offene und ehrliche [[Unternehmenskultur]]&amp;lt;ref&amp;gt;Melinda Mezo &amp;lt;!-- HR Alliances Inc. (Calgary, Canada) --&amp;gt;: &#039;&#039;Employee Retention - Onboarding, Offboarding &amp;amp; Stuff in Between&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Rising Women Magazine&#039;&#039;, September 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=http://www.risingwomen.com/sept2008busmezo.htm |title=Employee Retention - Onboarding, Offboarding &amp;amp; Stuff in Between |publisher=Risingwomen.com |date= |accessdate=2010-07-12 |archiveurl=https://web.archive.org/web/20110107234255/http://risingwomen.com/sept2008busmezo.htm |archivedate=2011-01-07 |offline=yes |archivebot=2019-05-04 20:31:38 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zeitlich begrenzt wird die interne Durchführung durch den letzten Arbeitstag des ausscheidenden Mitarbeiters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Begleitung durch einen externen Coach spricht unter anderem, dass dieser eine neutralere Position einnimmt, die nicht von gemeinsamen Erfahrungen oder individuellen Rollen und Machtpositionen gefärbt ist. Vorteilhaft kann auch sein, dass der externe Coach seinen Klienten frei von den Zielsetzungen des (ehemaligen) Unternehmens und damit –&amp;amp;nbsp;zumindest im Bewusstsein des Klienten&amp;amp;nbsp;– offener und unbefangener begleiten kann. Die stärkere Ausrichtung auf die Zukunft, die der Coach als Externer verkörpert, kann ein weiteres Argument für diese Vorgehensweise sein. Zeitlich kann die externe Begleitung vor dem letzten Arbeitstag des ausscheidenden Mitarbeiters beginnen, muss jedoch im Unterschied zur internen Durchführung nicht an diesem enden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Identity-Management]]&lt;br /&gt;
* [[Mitarbeiterplattform]]&lt;br /&gt;
* [[Compliance (BWL)]]&lt;br /&gt;
* [[Outplacement]]&lt;br /&gt;
* [[Coaching]]&lt;br /&gt;
* [[Personalfreisetzung]]&lt;br /&gt;
* [[Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
zu &amp;quot;3 - Offboarding als sozio-emotionaler Prozess&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=PI Worldwide&lt;br /&gt;
   |Titel=How to Sustain Morale After Layoffs&lt;br /&gt;
   |Verlag=PI Worldwide&lt;br /&gt;
   |Datum=2009}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Hajo Neu&lt;br /&gt;
   |Titel=Weniger arbeiten, mehr Leben. Strategien für ein konsequentes Downshifting&lt;br /&gt;
   |Verlag=Campus Verlag&lt;br /&gt;
   |Datum=2003&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-593-37221-5&lt;br /&gt;
   |Kapitel=12 - Jobverlust bedeutet nicht Zukunftsverlust&lt;br /&gt;
   |Seiten=172–179}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Howard Figler, Richard Nelson Bolles&lt;br /&gt;
   |Titel=The Career Counselor’s Handbook&lt;br /&gt;
   |Auflage=2.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Ten Speed Pr&lt;br /&gt;
   |Datum=2007&lt;br /&gt;
   |ISBN=1-58008-870-8}}&lt;br /&gt;
* Frank Müller, Hans B. Schiff, Gerd M. Strauch: &#039;&#039; Personaltransfer sozial – Mit einem Outplacement den Wandel fair gestalten &#039;&#039;. Kohlhammer Verlag 2005&lt;br /&gt;
* zu [[Outplacement]] im engeren Sinne siehe auch dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personalwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Management]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reduced_blanking&amp;diff=1102041</id>
		<title>Reduced blanking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reduced_blanking&amp;diff=1102041"/>
		<updated>2024-08-29T13:59:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: Kommafehler korr; Satz korr&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Unter dem Begriff &#039;&#039;&#039;reduced blanking&#039;&#039;&#039; versteht man eine Methode, einen [[Bildschirm]] mit einer geringeren [[Austastlücke]] anzusteuern, um entweder mit geringerer Taktfrequenz auszukommen oder eine höhere Wiederholrate zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Bei herkömmlichen [[Kathodenstrahlröhre|Röhrenmonitoren]] (CRT) muss der [[Elektronenstrahl]], der das Bild erzeugt, nach dem Erreichen des Zeilenendes abgeschaltet werden ([[Fernsehsignal#Zeilenaustastlücke|Zeilenaustastlücke]]). Dies ist nötig, weil der Elektronenstrahl nicht schlagartig vom Zeilenende an den Anfang der nächsten Zeile springen kann. Würde er nicht abgeschaltet, führte dies zu Fehlern in der Bilddarstellung. Dasselbe gilt beim Rücksprung vom Bildende zum Bildanfang. Je nach gewünschter Auflösung und Bildwiederholrate sind dabei bestimmte Zeiten einzuhalten. Bei [[Flüssigkristallbildschirm]]en (LCD) gibt es jedoch keinen Elektronenstrahl mehr. Aus diesem Grund kann die Dunkelzeit zwischen dem Zeichnen der einen und dem Zeichnen der nächsten Zeile verkürzt werden. Durch die Nutzung der entfallenen Dunkelzeit kann der Datendurchsatz der Schnittstelle erhöht werden. Das Verkürzen der Dunkelzeit nennt man &#039;&#039;&#039;Reduced Blanking&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorteil ==&lt;br /&gt;
Diese Verkürzung wird z.&amp;amp;nbsp;B. bei der digitalen Videoschnittstelle [[Digital Visual Interface|DVI]] verwendet, um höhere Auflösungen mit der gleichen Bandbreite übertragen zu können, ohne einen zweiten Datenkanal (Dual-Link) verwenden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Coordinated Video Timings]], eine von der [[VESA]] verabschiede Liste mit genormten Videosignalen, enthält z.&amp;amp;nbsp;B. für die Full-HD-Auflösung &amp;quot;1920x1080&amp;quot; mit 60 Hz Bildwiederholrate eine Pixeldatenrate von 4,15 Gbit/s, was zu viel ist für eine Single-Link-DVI-Verbindung, die nur 3,72 Gbit/s übertragen kann. Mit Reduced Blanking reduziert sich die erforderliche Pixeldatenrate auf 3,33 Gbit/s (ältere Version) bzw. 3,20 Gbit/s (neuere Version, in der die Zeit für die Austastlücke noch weiter reduziert worden ist), so dass das Signal über eine Single-Link-DVI-Verbindung übertragen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Videotechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=BLIDS&amp;diff=1254243</id>
		<title>BLIDS</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=BLIDS&amp;diff=1254243"/>
		<updated>2024-07-01T15:01:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: /* Verfahren */ Satzbau korr&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;BLIDS&#039;&#039;&#039; steht für &#039;&#039;&#039;BL&#039;&#039;&#039;itz &#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;nformations&#039;&#039;&#039;D&#039;&#039;&#039;ienst von &#039;&#039;&#039;S&#039;&#039;&#039;iemens. Dabei handelt es sich um ein kommerzielles [[Blitz]]-Ortungssystem, welches seit 1992 [[Gewitter]]&amp;amp;shy;blitze ortet. BLIDS betreibt 32 Messstationen in Deutschland und den umliegenden Ländern, die zusammen mit weiteren 102 Messstationen anderer Ortungsdienste wie ALDIS ([[Austrian Lightning Detection &amp;amp; Information System]]) in ganz Europa den Verbund EUCLID ([[European Cooperation for Lightning Detection]]) bilden. So werden Blitze in ganz Europa bis auf 200&amp;amp;nbsp;Meter genau registriert. Seit Dezember 2023 gehört BLIDS zur ALDIS ([[Österreichischer Verband für Elektrotechnik|ÖVE]]), zuvor war es Bestandteil der [[Siemens AG]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die exakte Ortsangabe von Blitzeinschlägen ist ein kostenpflichtiges Abo erforderlich, es gibt jedoch derzeit  mit dem &#039;&#039;BLIDS-Spion&#039;&#039; einen Satz kostenloser Übersichts-Gewitterkarten für [[Deutschland]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.industry.siemens.com/services/global/de/blids/service/spion/Seiten/spion_de.aspx BLIDS Spion Deutschland], abgerufen am 26. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die [[Schweiz]]&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=BLIDS Spion Schweiz |url=http://www.industry.siemens.com/services/global/de/blids/service/spion/Seiten/spion_ch.aspx |wayback=20140825001613 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Benelux]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.industry.siemens.com/services/global/de/blids/service/spion/Seiten/spion_nl.aspx BLIDS Spion BeNeLux], abgerufen am 26. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.industry.siemens.com/services/global/de/blids/service/spion/Seiten/spion_gb.aspx BLIDS Spion Großbritannien], abgerufen am 26. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Polen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.industry.siemens.com/services/global/de/blids/service/spion/Seiten/spion_pl.aspx BLIDS Spion Polen], abgerufen am 26. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auf diesen werden die Blitze der letzten 120 Minuten farbcodiert nach Zeit dargestellt. Auch einige Wetterseiten im Internet bieten auf Basis von BLIDS aktuelle Blitzkarten und Blitzrückblicke inklusive Art und Stärke der Blitze kostenlos an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfahren ==&lt;br /&gt;
Ein Blitz sendet eine elektromagnetische Welle aus, die sich tausende Kilometer weit ausbreitet. Aus der Charakteristik der niederfrequenten elektromagnetischen Welle ermitteln spezielle Algorithmen und [[Filter (Elektrotechnik)|Filter]] in den Messstationen, ob es sich um einen Blitz handelt. Dabei wird ein Frequenzbereich von 1&amp;amp;nbsp;[[Hertz (Einheit)|kHz]] bis 350&amp;amp;nbsp;kHz ausgewertet, als Empfangsantennen dienen [[Rahmenantenne]]n, welche primär den magnetischen Feldanteil detektieren. Aus den gemessenen Daten können außerdem Schlüsse auf Stärke, Art und [[Polarität (Physik)|Polarität]] des Blitzes gezogen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vaisala1&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elektromagnetische Wellen breiten sich mit [[Lichtgeschwindigkeit]] aus und erreichen die an unterschiedlichen Standorten aufgestellten Messstationen zu unterschiedlichen Zeiten. Dadurch kann der Blitzort anhand der Differenz der Ankunftszeit ermittelt werden. Die mit sehr genauen [[Global Positioning System|GPS]]-gestützten Uhren ausgestatteten Messstationen versehen die Daten mit einem [[Zeitstempel]] und übermitteln diese an den Zentralrechner in Karlsruhe. Dieser fügt die Daten aller Messstationen zusammen und berechnet dann den endgültigen Datensatz eines Blitzes bestehend aus Zeitpunkt, [[Stromstärke]], Polarität, Art und Einschlagsort. Diese Datensätze werden wenige Sekunden nach dem Einschlag auf verschiedene Weise an Kunden übermittelt und zur nachträglichen Verwendung in einer Datenbank gespeichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsgebiete ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden einige Beispiele, von wem und wie die Daten von BLIDS genutzt werden (können):&lt;br /&gt;
* [[Privatperson]]en: Für Privatpersonen bietet die Warnung bei Blitzaktivitäten in einem festlegbaren Gebiet einen Schutz bei Freiluftaktivitäten. Elektronische Geräte im Haushalt können zum Schutz vor Überspannung schon vor dem Eintreffen des [[Gewitter]]s vom Stromnetz getrennt werden.&lt;br /&gt;
* [[Energieversorger]]: Wenn Arbeiten an Strom- oder [[Rohrleitung]]en durchgeführt werden, können die Arbeiter schnell gewarnt werden und so einem Stromschlag durch die Berührung vom Blitz getroffener Leitungen entgehen. Weiterhin können Blitze etwa die Sicherungseinrichtungen einer [[Hochspannungsleitung]] auslösen. Durch die Daten von BLIDS können die Betreiber schnell herausfinden, dass die Sicherung wahrscheinlich durch einen Blitz ausgelöst wurde (und nicht einen [[Erdschluss|Erd-]] oder [[Elektrischer Kurzschluss|Kurzschluss]]) und die Leitung wieder zuschalten.&lt;br /&gt;
* [[Feuerversicherung|Versicherungen]]: Versicherungen bearbeiten viele Fälle von vermeintlichen Blitzschäden. BLIDS stellt [[Webportal|Internetportale]] zur Verfügung, mit deren Hilfe die Sachbearbeiter herausfinden können, ob an einem bestimmten Ort und in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich ein Blitz eingeschlagen hat. Somit kann Betrug verhindert werden.&lt;br /&gt;
* [[Wetterdienst]]e: Die Blitzdaten sind eine wichtige Unterstützung bei der Erstellung von [[Wettervorhersage]]n und Wetterwarnungen. Man kann zum Beispiel auf dem Bildschirm verfolgen, wie groß ein Gewitter ist und in welche Richtung es zieht.&lt;br /&gt;
* [[Blitzschutz]]: Bei der Berechnung von Blitzschutzanlagen werden statistische Daten herangezogen. Es können beispielsweise anhand der Blitze der letzten zehn Jahre an einem Ort die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags berechnet und die [[Blitzableiter]] entsprechend dimensioniert werden.&lt;br /&gt;
* [[Industrieanlage]]n: Blitze können empfindliche Anlagen beeinflussen oder zerstören. Durch rechtzeitige Warnung durch einen von BLIDS automatisch erzeugten Blitz-Alarm können Anlagen außer Betrieb genommen und Schäden vermieden werden. Der Betreiber einer Anlage kann selbst Koordinaten und Radius festlegen, in denen ein Alarm in Form von Anruf, E-Mail, SMS oder Fax ausgelöst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.aldis.at/blids/ www.aldis.at] – offizielle Internetpräsenz&lt;br /&gt;
* [https://www.habiger.com/emv-lexikon.html#b BLIDS] im EMV-Lexikon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;vaisala1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.vaisala.com/Vaisala%20Documents/Brochures%20and%20Datasheets/WEA-LS7002-Datasheet-B211284EN-A-LOW.pdf |titel=Technisches Datenblatt &#039;&#039;Lightning Sensor LS7002&#039;&#039; |hrsg=Vaisala |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20151227164225/http://www.vaisala.com/Vaisala%20Documents/Brochures%20and%20Datasheets/WEA-LS7002-Datasheet-B211284EN-A-LOW.pdf |archiv-datum=2015-12-27 |archiv-bot= |zugriff=2023-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Blids}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Siemens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewitter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meteorologische Beobachtungseinrichtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geoinformationssystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abkürzung|BLIDS]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Toter_Code&amp;diff=2503692</id>
		<title>Toter Code</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Toter_Code&amp;diff=2503692"/>
		<updated>2024-06-17T13:37:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;24.134.182.9: /* Gründe */ Kommafehler&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Toter Code&#039;&#039;&#039; ({{EnS|dead code}}) ist in der [[Programmierung]] ein Begriff für Teile eines [[Computerprogramm]]s, „die an keiner Stelle im Programm verwendet werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;Fernuni Hagen: [https://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/ps/bachelorarbeit-pasenkova.pdf &#039;&#039;Ein Eclipse Plugin zum Aufspüren toter Codefragmente (…)&#039;&#039; ], PDF.&amp;lt;/ref&amp;gt; In erweitertem Sinn kann toter Code als Sonderform [[Redundanter Code|redundanten Codes]] (= „überflüssig“) betrachtet werden. Toter Code kann [[Anweisung (Programmierung)|Anweisungen/Befehle]] enthalten oder sich auf nicht verwendete [[Deklaration (Programmierung)|Datendeklarationen]] beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Unerreichbarer Code&#039;&#039;&#039; ist ein Programmteil, der durch keinen möglichen [[Kontrollfluss]] erreicht und deshalb erst gar nicht ausgeführt werden kann; auch hierbei wird mitunter von totem Code gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Formen toten Codes gelten aus verschiedenen Gründen als unerwünscht bzw. Mangel in der [[Softwarequalität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Situation kann toter Code auch bewusst entstehen: Er soll beispielsweise einen vorläufigen oder ehemaligen Quelltextteil konservieren. Häufig liegt jedoch auch ein [[Programmfehler]] vor, dessen Entdeckung ein Ziel beim [[Softwaretest]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Alter Text:--&amp;gt;Obwohl die Ergebnisse von totem Code nie verwendet werden, kann er [[Ausnahmebehandlung]]en auslösen oder globale Status beeinflussen. So kann eine Codeänderung die Programmausgabe verändern und unbeabsichtigte [[Programmfehler]] verursachen. In solchen Fällen ist es umstritten, ob weiterhin von totem Code gesprochen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiel ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight line lang=&amp;quot;Java&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
int foo (int x) {&lt;br /&gt;
  int y = 100 / x;  // toter Code, da y nicht verwendet wird&lt;br /&gt;
  int z = x * x;    // redundanter Code zu 2 Zeilen weiter unten&lt;br /&gt;
  if (z &amp;gt;= 0) {     // unnoetiger Code, da die Abfrage immer wahr ist&lt;br /&gt;
    return x * x;   // redundanter Code zu 2 Zeilen weiter oben&lt;br /&gt;
  }&lt;br /&gt;
  return -1;        // unerreichbarer Code, da z immer &amp;gt;= 0 ist&lt;br /&gt;
}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Toter Code – Im Beispiel wird in Zeile 2 die Zahl 100 durch &amp;lt;code&amp;gt;x&amp;lt;/code&amp;gt; dividiert, das Ergebnis aber nie verwendet. Es handelt sich somit um toten Code. Ist allerdings x [[Null#Division|Null]], wird eine [[Ausnahmebehandlung|Ausnahme]] ausgelöst. Eine Entfernung dieses Codes führt somit zu einer Änderung der Funktionalität. Da Ausnahmen auszulösen aber niemals ein Teil der Funktionalität sein sollte, handelt es sich dabei um eine fehlerhafte Funktionalität, die zu entfernen ist.&lt;br /&gt;
* Redundanter Code – Im Beispiel wird &amp;lt;code&amp;gt;x&amp;lt;/code&amp;gt; in Zeile 3 und 5 quadriert, ohne dass &amp;lt;code&amp;gt;x&amp;lt;/code&amp;gt; dazwischen geändert wird. Das Ergebnis ist somit immer dasselbe, damit ist der Code redundant. &amp;lt;code&amp;gt;return z&amp;lt;/code&amp;gt; wäre somit in Zeile 5 angebracht.&lt;br /&gt;
* Unerreichbarer Code – Im Beispiel wird die Zeile 7 niemals erreicht, da die Abfrage &amp;lt;code style=&amp;quot;white-space: nowrap&amp;quot;&amp;gt;z &amp;gt;= 0&amp;lt;/code&amp;gt; in Zeile 4 immer wahr ist und in Zeile 5 die Methode verlassen wird. Somit handelt es sich bei Zeile 7 um unerreichbaren Code.&lt;br /&gt;
* Unnötiger Code – Nachdem die Abfrage &amp;lt;code&amp;gt;z &amp;gt;= 0&amp;lt;/code&amp;gt; in Zeile 4 immer wahr ist, ist sie sinnlos und kann ebenso entfernt werden. Unnötiger Code fällt zwar in keine der drei genannten Kategorien, wird aber landläufig oft auch als toter Code bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründe ==&lt;br /&gt;
Toter Code kann unter anderem entstehen durch&lt;br /&gt;
* Programmierfehler; bei (noch) unvollständigem Testen eines neuen oder veränderten Programms;&lt;br /&gt;
* einen neuen Fehler, der während der Korrektur eines Fehlers von einem Programmierer unbeabsichtigt hinzugefügt wurde und den unerreichbaren Code umgeht und während des Tests unentdeckt blieb;&lt;br /&gt;
* überflüssigen Code, den ein Programmierer nicht entfernen wollte, weil er mit funktionalem Code vermischt ist;&lt;br /&gt;
* überflüssigen Code, den ein Programmierer vergaß zu löschen;&lt;br /&gt;
* vorher sinnvollen Code, der nie mehr erreicht werden kann, weil die Eingabedaten sich verändert haben, so dass dieser Code nie wieder aufgerufen wird;&lt;br /&gt;
* komplexen überflüssigen Code, der absichtlich nicht entfernt, aber unerreichbar gemacht wurde, damit man ihn bei Bedarf „wiederbeleben“ kann;&lt;br /&gt;
* defektlokalisierende Konstrukte ([[Englische Sprache|Eng.]] &#039;&#039;debugging constructs&#039;&#039;) und Reste von Entwicklungscode, der noch aus dem Programm entfernt werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten fünf Fällen ist der derzeit unerreichbare Code eine Altlast, d.&amp;amp;nbsp;h. Code, der früher sinnvoll war, aber nicht mehr benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird absichtlich toter Code erzeugt, um Ausgaben während der Programmentwicklung später zu deaktivieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;cpp&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
int main()&lt;br /&gt;
{&lt;br /&gt;
#define DEBUG  0&lt;br /&gt;
    int a = 3;&lt;br /&gt;
    // ...&lt;br /&gt;
    if (DEBUG)&lt;br /&gt;
        printf(&amp;quot;%d\n&amp;quot;, a);&lt;br /&gt;
    // ...&lt;br /&gt;
    return a;&lt;br /&gt;
}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Entwicklungsphase kann hier der Wert der Variablen &#039;&#039;a&#039;&#039; ausgegeben werden, falls das Makro &#039;&#039;DEBUG&#039;&#039; auf einen Wert ungleich Null (wahr) gesetzt wird. Wenn diese Kontrollausgabe nicht mehr benötigt wird, setzt man den Wert auf 0 und der Präprozessor erkennt und entfernt das nun tote Stück Code.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyse ==&lt;br /&gt;
Toten Code zu entdecken ist eine Form von [[Statische Code-Analyse|statischer Codeanalyse]] und benötigt eine genaue Analyse der [[Ablaufsteuerung]], um den Code unabhängig von den Variablen und anderen Laufzeitbedingungen zu finden. Mit Hilfe geeigneter Analysewerkzeuge kann ein Großteil toter und unerreichbarer Codeteile gefunden werden. In einigen Sprachen (wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Java (Programmiersprache)|Java]]) sind einige Formen von unerreichbarem Code ausdrücklich verboten und führen zu Kompilierungsfehlern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In großen Softwareprojekten ist es manchmal schwierig, toten Code zu erkennen und zu entfernen, insbesondere wenn ganze Module davon betroffen sind. Der Testgerüstbau kann solchen Code als noch „lebendig“ zeigen, und es kann sogar sein, dass aus vertraglichen Gründen der irrelevante Code geliefert werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;Douglas W. Jones: {{Webarchiv |url=http://catless.com/Risks/8.19.html#subj2 |text=&#039;&#039;Dead Code Maintenance&#039;&#039;. |wayback=20110708124114 |archiv-bot=}} Risks 8.19,  1. Februar 1989&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Fällen ist ein praktischer, nicht allzu aufwändiger Ansatz eine Kombination von einfachen Unerreichbarkeitskriterien und die Verwendung von einem [[Profiler (Programmierung)|Profiler]], um komplexe Fälle zu bearbeiten. Mit Profiling kann man nicht die Unerreichbarkeit von Code &#039;&#039;beweisen&#039;&#039;. Es ist aber eine gute [[Heuristik|heuristische]] Methode, um potenziell unerreichbaren Code zu entdecken. Wird einmal ein Codeteil als suspekt gesehen, können andere Methoden wie z.&amp;amp;nbsp;B. wirksamere Codeanalysewerkzeuge verwendet oder die Analyse von Hand durchgeführt werden. Dadurch kann man dann entscheiden, ob der gefundene Codeteil wirklich unerreichbar ist oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Dead code elimination}}Optimierung ==&lt;br /&gt;
Seit Mitte der 1990er Jahre ist es Stand der Technik, dass Compiler und Linker unbenutzte Codeabschnitte erkennen und entfernen. Diese Optimierungstechnik bezeichnet man als {{lang|en|&#039;&#039;&#039;dead code elimination&#039;&#039;&#039;}}. Seit Mitte der 2010er Jahre haben äquivalente Techniken in IDEs (Anzeige von unbenutzten Code schon beim Editieren) und in Debugger (Code, der im aktuellen Durchlauf nicht mehr erreicht werden kann, wird beispielsweise abgedunkelt) Einzug gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die korrekte, redundanzfreie Umsetzung des oberen Beispiels würde folgendermaßen aussehen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight line lang=&amp;quot;Java&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
int foo (int x) {&lt;br /&gt;
    return x*x;&lt;br /&gt;
}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Optimierung toten Codes funktioniert bei allen Arten toten Codes ähnlich, meist durch einfaches Entfernen der betreffenden Codestellen. Bei der Entfernung von totem Code ist besondere Vorsicht geboten, da toter Code Seiteneffekte haben kann, die aus dem Code selbst nicht erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Compiler]]optimierungen sind typischerweise konservative Ansätze, um toten oder unerreichbaren Code zu entfernen. Ist eine Mehrdeutigkeit bezüglich Programmverhalten vorhanden, wird der Code nicht entfernt. Die Optimierung während der Kompilierung wird &#039;&#039;Dead code elimination&#039;&#039; genannt. Sie kann für toten Code durch Variablenanalyse, für unerreichbaren Kode mit [[Datenflusskontrolle]] gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Code kann auch durch Transformationen, die der Compiler durchführt, &#039;&#039;unerreichbar&#039;&#039; werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. die sogenannte &#039;&#039;{{lang|en|[[common subexpression elimination]]}}&#039;&#039; (Entfernen gemeinsamer Teilausdrücke).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis hat die Ausgereiftheit der Analyse einen entscheidenden Einfluss auf den Anteil des gefundenen unerreichbaren Codes. Z.&amp;amp;nbsp;B. kann durch &#039;&#039;{{lang|en|constant folding}}&#039;&#039; und einfache Flussanalyse gezeigt werden, dass der Funktionsaufruf &amp;lt;code&amp;gt;foo()&amp;lt;/code&amp;gt; im folgenden Beispiel &#039;&#039;unerreichbar&#039;&#039; ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;C&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
int i = 2 + 1;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
if (i == 4)&lt;br /&gt;
   foo();&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer vollständigen Analyse zur Kompilierungszeit sind jedoch theoretische Grenzen gesetzt, die eng mit der [[Entscheidbarkeit]]sproblematik der theoretischen Informatik verbunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentliche Wahrnehmung ==&lt;br /&gt;
Im November 2010 veröffentlichte [[Microsoft]] eine neue Version des [[Internet Explorer]]s, der scheinbar alle anderen Browser in puncto [[JavaScript]]-Geschwindigkeit weit hinter sich ließ. Es stellte sich jedoch schon bald heraus, dass Microsoft eine spezielle Implementation der {{lang|en|&#039;&#039;dead code elimination&#039;&#039;}} nutzte, um sich an die Spitze eines bekannten JavaScript-[[Benchmark]]s zu katapultieren. In anderen Benchmarks waren die Resultate eher im Mittelfeld.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Braun: [https://www.heise.de/newsticker/meldung/Browser-Debatte-Hat-Microsoft-geschummelt-1138758.html &#039;&#039;Browser-Debatte: Hat Microsoft geschummelt?&#039;&#039;] Heise Online, 18. November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* S. S. Muchnick: &#039;&#039;Advanced Compiler Design and Implementation&#039;&#039;. Morgan Kaufmann, 1997.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://java.net/projects/dcd/pages/Alternatives DCD Alternatives] Vergleich unterschiedlicher Werkzeuge zur statischen Code Analyse mit Funktionalitäten zum Auffinden toten Codes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tools zum Auffinden toten/unerreichbaren Codes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [http://java.net/projects/dcd/pages/Home Dead Code Detector (DCD)]&lt;br /&gt;
* [[FindBugs]] [http://findbugs.sourceforge.net/ findbugs.sourceforge.net]&lt;br /&gt;
* [[Checkstyle]] [http://checkstyle.sourceforge.net/ checkstyle.sourceforge.net]&lt;br /&gt;
* [[PMD (Software)|PMD]] [https://pmd.github.io/ pmd.github.io]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Programmierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Compileroptimierung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>24.134.182.9</name></author>
	</entry>
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