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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-06-21T04:03:20Z</updated>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Agostino_Gemelli&amp;diff=936974</id>
		<title>Agostino Gemelli</title>
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		<updated>2025-02-19T14:16:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;2003:A:F11:6000:E0FD:A601:CC20:E04F: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Agostino Gemelli.jpg|mini|Agostino Gemelli]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Agostino Gemelli&#039;&#039;&#039; OFM (* [[18. Januar]] [[1878]] in [[Mailand]] als &#039;&#039;Edoardo Gemelli&#039;&#039;; † [[15. Juli]] [[1959]] in Mailand) war ein italienischer Arzt und Psychologe, er gehörte dem [[Franziskaner (OFM)|Franziskanerorden]] an und war Gründer der [[Katholische Universität vom Heiligen Herzen|Katholischen Universität vom Heiligen Herzen]] in Mailand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Der Weg zum Priester ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Agostino Gemelli-1917.png|mini|Agostino Gemelli als Feldarzt im Ersten Weltkrieg (1917)]]&lt;br /&gt;
Edoardo Gemelli wurde als Sohn einer wohlhabenden Mailänder Familie geboren. Sein Vater war [[Freimaurerei|Freimaurer]]. Er studierte [[Medizin]] an der [[Universität Pavia]] und übernahm die unter den dortigen Studenten vorherrschende [[Positivismus|positivistische]], [[sozialistisch]]e und [[antiklerikal]]e Haltung. Er engagierte sich in den gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen, die Italien nach dem Hungeraufstand in Mailand 1898 und dem daraufhin von General [[Fiorenzo Bava Beccaris]] befohlenen Massaker erschütterten. Seine mündliche Abschlussprüfung absolvierte Edoardo Gemelli beim späteren Nobelpreisträger [[Camillo Golgi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studium leistete Gemelli seinen Militärdienst im Mailänder Krankenhaus Sant’ Ambrogio (benannt nach dem Mailänder [[Bischof]] und [[Kirchenlehrer]] [[Ambrosius von Mailand|Ambrosius]]). Im Krankenhaus kam er intensiv mit dem [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]] Glauben in Berührung. Er trat am 23. November 1903 überraschend in das Franziskanerkloster von Rezzato bei [[Brescia]] ein und erhielt den [[Ordensname]]n [[Augustinus von Hippo|Agostino]]. Seine [[Ordensgelübde#Zeitliche und ewige Profess|zeitlichen Gelübde]] legte er nach dem [[Noviziat]] am 23. Dezember 1904 ab. Er studierte Philosophie Theologie in Rezzato und an [[Sant’Antonio di Padova (Mailand)|Sant’Antonio di Padova in Mailand]]. Am 14. März 1908 wurde er zum [[Weihesakrament#Presbyterat|Priester geweiht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wissenschaftliche Grundlagen ===&lt;br /&gt;
1909 gründete Gemelli mit Gleichgesinnten die &#039;&#039;Zeitschrift der [[Neoscholastik|neoscholastischen]] Philosophie&#039;&#039; (&#039;&#039;Rivista di filosofia neoscolastica&#039;&#039;) und 1914 die Kulturzeitung &#039;&#039;Leben und Denken&#039;&#039; (&#039;&#039;Vita e Pensiero&#039;&#039;). Darin veröffentlichte Gemelli den Artikel &#039;&#039;Medioevalismo&#039;&#039;, in dem er darlegte, dass nur eine Rückkehr zur [[Theozentrismus|theozentristischen]] und organischen Konzeption des mittelalterlichen christlichen Glaubens die Probleme der modernen Zivilisation lösen könne.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www3.unicatt.it/pls/unicatt/consultazione.mostra_pagina?id_pagina=67 | titel=Agostino Gemelli | hrsg=Università Cattolica del Sacro Cuore | werk=unicatt.it | datum=2005-04-18 | archiv-url=https://web.archive.org/web/20070626145117/http://www3.unicatt.it/pls/unicatt/consultazione.mostra_pagina?id_pagina=67 | archiv-datum=2007-06-26 | zugriff=2015-01-20 | sprache=it | kommentar=Biografie}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren von 1909 bis 1912 beschäftigte sich Gemelli mit den [[Wunderheilung]]en in [[Lourdes]]; hierüber verfasste er [[Streitschrift]]en und ein wissenschaftliches Buch. An der [[Geschichte der Universitäten zu Löwen|Katholischen Universität Löwen]] absolvierte er eine Facharztausbildung als [[Histologie|Histologe]]. Danach wandte er sich der [[Psychologie]] zu. Er wirkte bei [[Neurophysiologie|neurophysiologischen]] und psychologischen Experimenten mit, beispielsweise bei [[Oswald Külpe]] und [[Emil Kraepelin]] in München. Er entwickelte psychologische Theorien unter anderem für die „Psychologische Einschätzung und Auswahl von [[Pilot]]en in Luftfahrzeugen“; ähnliche Studien und Ansätze folgten bald in mehreren europäischen Ländern und in den [[USA|Vereinigten Staaten von Amerika]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erster Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
In der Zeit des Ersten Weltkrieges leistete er [[Militärdienst]] als [[Feldarzt]] und Priester. In einem von ihm geleiteten Labor befasste er sich mit der psychologischen Belastung von [[Soldat]]en. Dort setzte er die von ihm konzipierten Eignungstests für Piloten in die Tat um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende kehrte er in die Forschung zurück und arbeitete in verschiedenen Bereichen der Psychologie, der [[Neurologie]], der [[Experimentelle Psychologie|experimentellen Psychologie]], der [[Arbeitspsychologie]] und der [[Kriminalpsychologie]]. Er griff dabei auf die im Weltkrieg gewonnenen Erkenntnisse zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ordensgründung ===&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Armida Barelli]] gründete er 1919 und 1928 den weiblichen und den männlichen Zweig des [[Säkularinstitut]]es der &#039;&#039;[[Missionare vom Königtum Christi]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rektor der katholischen Universität ===&lt;br /&gt;
Mit [[Filippo Meda]] gründete er am 16. April 1919 das &#039;&#039;Istituto di studi superiori Giuseppe Toniolo&#039;&#039;. Daraus entstand das Vorhaben der Errichtung einer [[Katholische Universität|Katholischen Universität]]. Bereits 1920 erteilte Bildungsminister [[Benedetto Croce]] die staatliche Genehmigung. Am 9. Februar 1921 erhielt er auch die Zustimmung Papst [[Benedikt XV.|Benedikts XV.]] Am 7. Dezember desselben Jahres wurde die [[Katholische Universität vom Heiligen Herzen]] (&#039;&#039;Università Cattolica del Sacro Cuore&#039;&#039;) in Mailand eröffnet, zunächst mit zwei Fakultäten: [[Philosophie]] und [[Sozialwissenschaften]]. Gemelli wurde ihr erster [[Rektor]]. 1924 wurde er zum Präsidenten der [[Internationale Föderation Katholischer Universitäten|Internationalen Föderation Katholischer Universitäten]] (FIUC) gewählt, von 1925 bis 1951 war er deren Generalsekretär, zeitweise zusammen mit [[Joseph Charles François Hubert Schrijnen]] (1869–1938), dem Gründungsrektor der [[Radboud-Universität Nijmegen|Katholieke Universiteit Nijmegen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz seiner Arbeitslast als Rektor und Arzt schrieb er weiterhin zahlreiche Fachbeiträge sowie Abhandlungen über den Franziskanerorden. Er setzte sich für die aktive Mitarbeit von [[Laie (Religion)|Laien]] in der [[Mission (Christentum)|Mission]] ein – ein Anliegen, das damals in der katholischen [[Hierarchie#Religionen|Hierarchie]] keineswegs allgemein gutgeheißen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein großer Traum erfüllte sich erst [[postum]]. Gemelli war Mitinitiator der [[Poliklinik]] in Rom, deren Grundstein 1961 gelegt wurde und die bis zur Eröffnung 1964 zu einer Universitätsklinik herangewachsen war. Zu seinen Ehren trägt dieses Universitätskrankenhaus seinen Namen: [[Gemelli-Klinik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1937 wurde er zum Mitglied der [[Leopoldina]] gewählt. Im gleichen Jahr übernahm er den Vorsitz der [[Päpstliche Akademie der Wissenschaften|Päpstlichen Akademie der Wissenschaften]], den er bis zu seinem Tod ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DBI|Verfasser=Nicola Raponi|ID=agostino-gemelli_(Dizionario-Biografico)|Lemma=Gemelli, Agostino (al secolo Edoardo)|Band=53|SeiteVon=|SeiteBis=|Kommentar=|kurz=}}&lt;br /&gt;
* Gillette Aaron: &#039;&#039;Agostino Gemelli and the Latin Eugenics Movement&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Römische Quartalschrift für Christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte]]&#039;&#039;, Jg. 109 (2014), S. 92–102.&lt;br /&gt;
* Anna Debè, Simonetta Polenghi: &#039;&#039;Agostino Gemelli (1878–1959) and mental disability: science, faith and education in the view of an Italian scientist and friar&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Paedagogica Historica. International Journal of the History of Education&#039;&#039;, Jg. 55 (2019), Heft 3: &#039;&#039;Classifying Children&#039;&#039;, S. 429–450 ([[doi:10.1080/00309230.2019.1577280]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
*{{DNB-Portal|11871676X}}&lt;br /&gt;
* [https://opac.sbn.it/opacsbn/opaclib?db=solr_iccu&amp;amp;resultForward=opac/iccu/brief.jsp&amp;amp;from=1&amp;amp;nentries=10&amp;amp;searchForm=opac/iccu/error.jsp&amp;amp;do_cmd=search_show_cmd&amp;amp;item:5032:BID=CFIV041279 Veröffentlichungen von Agostino Gemelli] im Opac des [[Servizio Bibliotecario Nazionale]] (SBN)&lt;br /&gt;
* [https://opac.sbn.it/opacsbn/opaclib?db=solr_auth&amp;amp;resultForward=opac/iccu/full_auth.jsp&amp;amp;from=1&amp;amp;nentries=10&amp;amp;searchForm=opac/iccu/error.jsp&amp;amp;do_cmd=search_show_cmd&amp;amp;fname=none&amp;amp;sortquery=+BY+%40attrset+bib-1++%40attr+1%3D1003&amp;amp;sortlabel=Nome&amp;amp;saveparams=false&amp;amp;item:5019:VID::@frase@=CFIV041279 Normeintrag] im Opac des SBN&lt;br /&gt;
* {{RegestaImp|Gemelli, Agostino|Art=Autor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11871676X|LCCN=n/79/106180|VIAF=46802170|NDL=00832521}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gemelli, Agostino}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franziskaner (OFM)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gründer einer katholischen Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rektor einer Universität in Italien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1878]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1959]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Gemelli, Agostino&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Gemelli, Edoardo (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=italienischer Arzt, Psychologe und Universitätsgründer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. Januar 1878&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Mailand]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. Juli 1959&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Mailand]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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