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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Bergwerk Peißenberg</title>
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		<updated>2024-02-21T21:52:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;194.187.160.94: /* Varia */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bergwerk&lt;br /&gt;
|BILD= Bergwerk Peissenberg.jpg&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG1= Der Zieglmeierschacht (Hauptschacht) um 1935&lt;br /&gt;
|NAME= Bergwerk Peißenberg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAME= &lt;br /&gt;
|ROHSTOFF1= Zementmergel&lt;br /&gt;
|ROHSTOFF2= Pechkohle&lt;br /&gt;
|ROHSTOFF3= &lt;br /&gt;
|ROHSTOFF4= &lt;br /&gt;
|ROHSTOFF5= &lt;br /&gt;
|ROHSTOFF6= &lt;br /&gt;
|UNTERNEHMEN= [[BHS-Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke|Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG]]&lt;br /&gt;
|BESCHÄFTIGTE= 3913 (Höchststand: 1963)&lt;br /&gt;
|ABBAUTECHNIK= &lt;br /&gt;
|BETRIEBSJAHRE_VON= 8. Mai 1837&lt;br /&gt;
|BETRIEBSJAHRE_BIS= 31. März 1971&lt;br /&gt;
|NACHFOLGENUTZUNG= &lt;br /&gt;
|LAGERNAME1= Flöz 9&lt;br /&gt;
|LAGERMÄCHTIGKEIT1= &lt;br /&gt;
|ROHSTOFFGEHALT1= &lt;br /&gt;
|GRÖSSTE_TIEFE= &lt;br /&gt;
|GESAMTLÄNGE1= &lt;br /&gt;
|LAGERNAME2= &lt;br /&gt;
|LAGERMÄCHTIGKEIT2= &lt;br /&gt;
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|GRÖSSTE_TIEFE2= &lt;br /&gt;
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|LAGERNAME3= &lt;br /&gt;
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|GRÖSSTE_TIEFE3= &lt;br /&gt;
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|GRÖSSTE_TIEFE6= &lt;br /&gt;
|GESAMTLÄNGE6= &lt;br /&gt;
|ABRAUM= &lt;br /&gt;
|FÖRDERUNG= &lt;br /&gt;
|FÖRDERUNGGESAMT= &lt;br /&gt;
|ROHSTOFF_FÖRDERUNGGESAMT= &lt;br /&gt;
|MINERALIEN= &lt;br /&gt;
|BREITENGRAD= 47/47/24/N&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD= 11/03/21/E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO= DE-BY&lt;br /&gt;
|STANDORT= &lt;br /&gt;
|GEMEINDE= Peißenberg&lt;br /&gt;
|NUTS3_1= Weilheim-Schongau&lt;br /&gt;
|NUTS3_BEZEICHNUNG= Landkreis&lt;br /&gt;
|REVIER= &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Das ehemalige &#039;&#039;&#039;Bergwerk Peißenberg&#039;&#039;&#039; war eines von mehreren südbayerischen Pechkohlenbergwerken. Neben der [[Pechkohle]] wurde zeitweilig auch [[Mergel|Zementmergel]] für die Herstellung von [[Zement]] abgebaut. Es gab dabei über 100 Kilometer [[Strecke (Bergbau)|Strecken]] unter Tage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS12&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; (Wanderführer), Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel; Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 12&amp;lt;/ref&amp;gt; Heute gibt es ein Bergbaumuseum am Tiefstollen in [[Peißenberg]]. Außerdem gibt es einen Wanderweg, den Stollenweg, der zu verschiedenen alten [[Stätte]]n der Bergbaus führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kohlenvorkommen ==&lt;br /&gt;
Die Pechkohlenvorkommen in Südbayern werden durch die rechten Donaunebenflüsse [[Lech]] im Westen und [[Inn]] im Osten begrenzt, die [[Lagerstätte]]n befinden sich alle in sogenannten [[Synklinale|Mulden]]. Die „Peißenberger Mulde“ ist die nördlichste der drei großen Mulden im Westen der sogenannten [[Faltenmolasse]].&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; (Wanderführer), Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel; Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ort Peißenberg liegt ungefähr in der Mitte der gleichnamigen Mulde. Dieses Kohlevorkommen erstreckt sich 20 Kilometer in Ost-West-Richtung, in etwa von [[Huglfing]] bis nach [[Peiting]] und ist 4 bis 5 Kilometer breit. Im damals nur teilweise erschlossenen Ostfeld dieser Mulde liegen die Flöze tiefer und waren somit schwieriger abzubauen. Im Osten wurde das [[Grubenfeld]] von der sogenannten [[Bundesstraße 2#Starnberg – Mittenwald|Olympiastraße]] begrenzt. Insgesamt wurden etwa 40 Millionen Tonnen Kohle zusammen mit [[Hohenpeißenberg]] und dem [[Bergwerk Peiting]] aus der Peißenberger Mulde gewonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS13&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; (Wanderführer), Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel; Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Es sind noch Kohlenvorräte von weiteren rund 40 Millionen Tonnen dort vorhanden,&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS13&amp;quot; /&amp;gt; hauptsächlich im Ostfeld. In der Peißenberger Mulde gibt es 26 [[Flöz]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bauwürdige Kohlenflöze und deren Mächtigkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Zerle: &#039;&#039;135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837–1972&#039;&#039;, Seite 44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Flözname !! Mächtigkeit&amp;lt;br /&amp;gt;in Meter !! davon Kohle&amp;lt;br /&amp;gt;in Meter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 2|| 0,4 bis 0,5 || 0,40 bis 0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 6|| 0,3 bis 0,5 || 0,25 bis 0,35&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 8|| 0,3 bis 1,8 || 0,30 bis 0,45&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 10/11|| 1,0 bis 3,0 || 0,70 bis 1,00&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 14|| 0,8 bis 2,0 || 0,40 bis 1,20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 16|| 0,3 bis 0,5 || 0,30 bis 0,40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 17|| 0,5  || 0,30 bis 0,50&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 22|| 0,25 bis 0,8 || 0,25 bis 0,30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flöz 23|| 0,3 bis 0,8 || 0,30 bis 0,40&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schachtanlage-Unterbau.jpg|mini|Schachtanlage Unterbau in Hohenpeißenberg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:AlteKohlenwaeschePbg.jpg|mini|Alte Kohlenwäsche am Tiefstollen um etwa 1916]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KrankenhausPbg.jpg|mini|Knappschaftskrankenhaus in Peißenberg um etwa 1955]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ZementwerkPbg.jpg|mini|Zementwerk in Peißenberg um 1900]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MittelstollenPeissenbergDetail.JPG|mini|Mittelstollen]]&lt;br /&gt;
=== Anfänge ===&lt;br /&gt;
Das Pechkohlenvorkommen der Peißenberger Mulde wurde wohl schon um 1540 entdeckt. Im Jahr 1580 machte ein Bauernjunge namens Christoph Lenker auf der Südseite des Hohen Peißenbergs beim Viehhüten ein Feuer, dabei entdeckte er die Kohlenvorkommen. Er konnte den in Brand geraten Boden dadurch löschen, indem er einen in der Nähe fließenden Bach umleitete. Noch im gleichen Jahrhundert begannen erste vorübergehende Abbautätigkeiten. Bereits im Jahr 1593 ist ein [[Abbau (Bergbau)|Abbau]], auf Veranlassung durch den [[Wittelsbach]]er Herzog [[Wilhelm V. (Bayern)|Wilhelm V.]] in der Ammerleite bei Peiting überliefert. Im weiteren Verlauf gab es einen weiteren, zumeist eher geringen Abbau in der Peißenberger Mulde unter anderem durch Geschäftsleute und durch ortsansässige Bauern. Vor der [[Industrialisierung]] wurde die Kohle hauptsächlich für das [[Kalkbrennerei|Kalk-]] und [[Ziegelbrennerei|Ziegelbrennen]] gebraucht,&amp;lt;ref&amp;gt;Toni Herb: &#039;&#039;In der Grube gehen die Lichter aus&#039;&#039;, in: Weilheimer Tagblatt vom 31. März 1971 (Lokalteil)&amp;lt;/ref&amp;gt; sie wurde auch für den [[Hausbrand (Brennstoff)|Hausbrand]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Systematischer staatlicher Förderbetrieb ===&lt;br /&gt;
1836 geht ein Auftrag der General-Bergwerks- und Salinen-Administration an den Oberbergrat Freiherr von Gumppenberg, ein Grubenfeld in Hohenpeißenberg zu eröffnen und einen [[Betriebsplan]] auszuarbeiten. Der systematische staatliche Abbau begann am 8. Mai 1837&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hohenauer: &#039;&#039;Vor 180 Jahren ging&#039;s in den Berg.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Weilheimer Tagblatt&#039;&#039;, Wochenendausgabe vom 6./7. Mai 2017, Lokalteil, S. 9; geschichtliche Darstellung von vor langer Zeit&amp;lt;/ref&amp;gt; im Ortsteil Brandach in [[Hohenpeißenberg]] mit dem Anschlag des oberen [[Stollen (Bergbau)|Stollens]], der später Hauptstollen genannt wurde. Die Belegschaft bestand damals aus einem [[Steiger (Bergbau)|Steiger]] und fünf [[Knappe (Bergbau)|Knappen]]. Ab 1840 förderten die Bergleute erste [[Kohle]]. Zunächst ging die Kohle nur in die unmittelbare Umgebung, erster größerer Kunde war ab 1842 eine Augsburger Spinnfabrik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BhsS15&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg 1837 bis 1937&#039;&#039;, Herausgeber: Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke, Seite 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Augsburg war damals verkehrsgünstig, da der nahegelegene [[Lech]] als kostengünstiger Transportweg per Floß verwendet werden konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BhsS15&amp;quot; /&amp;gt; Bald darauf wurden weitere neue Stollen angeschlagen wie z.&amp;amp;nbsp;B. der Unterbaustollen ab 1847, Oststollen ab 1847, Hermannstollen ab 1857 usw. Nachdem es bereits 1842/43 zu einer Kohlenkrise gekommen war, versuchte die General-Administration wegen Absatzproblemen die Grube 1859/60 erfolglos zu versteigern.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg&#039;&#039; 1837 bis 1937, Bayerische-Berg-Hütten und Salzwerke AG 1937, 16–18&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Verlauf der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt der [[Abbau (Bergbau)#Abbautätigkeiten|Abbautätigkeit]] von Hohenpeißenberg immer weiter östlich, in Richtung Peißenberg, mit dem Mittelstollen ab 1868 und dem Tiefstollen ab 1869. 1866 wurde die [[Bahnstrecke Weilheim–Peißenberg|Eisenbahnstrecke Tutzing–Weilheim–Unterpeißenberg]] eröffnet und ab 1875 gab es eine nur für den Kohleverkehr genutzte Werksbahn vom Bahnhof Unterpeißenberg bis zum Bergwerk.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BillerStippelS19&amp;quot;&amp;gt;Max Biller, Ludwig Stippel: &#039;&#039;Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg&#039;&#039;, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Tiefstollen entstand der bergwerkseigene [[Werksbahnhof Sulz]]. 1875 siedelte auch die Grubenverwaltung von Hohenpeißenberg nach Peißenberg um.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BillerStippelS19&amp;quot; /&amp;gt; Als eine Folge des Bahnanschlusses wuchs die Fördermenge rasch an.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg 1837 bis 1937&#039;&#039;, Herausgeber: Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke, Seite 23&amp;lt;/ref&amp;gt; 1879 wurde die Werksbahn zum Tiefstollen für den Personenverkehr freigegeben und der Bahnhof Sulz 1880 in &#039;&#039;Peißenberg&#039;&#039; umbenannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Rasch |Titel=Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn &amp;amp; Co rund um den Bayerischen Rigi |Verlag=EOS Verlag |Ort=St. Ottilien |Datum=2011 |ISBN=978-3-8306-7455-9 |Seiten=158–159}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem es in Peißenberg zunächst nur ein Verbandszimmer am Werk gab, wurde 1876/77 an der Hauptstraße ein eigenes Krankenhaus gebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krankenhaus&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Krankenhaus&#039;&#039;. In: Max Biller: &#039;&#039;Peißenberger Heimat-Lexikon&#039;&#039;, zweite erweiterte Auflage von 1984, Seite 405 ff&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei handelte es sich um den nordöstlichen Teil des späteren Gesamtkomplexes und es war zunächst nur für [[Bergmann|Bergleute]] vorgesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krankenhaus&amp;quot; /&amp;gt; Von 1889 bis 1895 ließ die Grubenverwaltung dann wiederum in Hohenpeißenberg die Unterbauschächte bis auf 280 Meter [[Teufe|Tiefe]] [[abteufen]], weil unterhalb des [[Sohle (Bergbau)#Sohle als Niveau|Tiefstollenniveaus]] keine Stollenanlage mehr möglich war. Dort teuften Bergarbeiter zwei [[Schacht (Bergbau)|Schächte]] ab, der eine für die [[Schachtförderung|Förderung]] und der andere für [[Wasserhaltung (Bergbau)|Wasserhaltung]] und [[Bewetterung]]. 1907 wurde die [[Kohlenwäsche]] am Tiefstollen in Betrieb genommen. Um Kohle vom Unterbauschacht bis zum Tiefstollen in Peißenberg transportieren zu können, gab es von 1898 bis 1928 eine 3,6 Kilometer lange Seilbahn. Entlang des heutigen Stollenweges sind noch Überreste dieser Drahtseilbahn zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zieglmeierschacht ===&lt;br /&gt;
Von 1912 bis 1915 teuften Grubenarbeiter den Hauptschacht in Peißenberg ab,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; (Wanderführer), Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel; Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 9&amp;lt;/ref&amp;gt; den man ab 1954 in Zieglmeierschacht umbenannte, anlässlich des 80. Geburtstags des Oberbergdirektors [[Michael Zieglmeier|Zieglmeier]]. Mithilfe dieses Schachtes konnten zwischen 1915 und 1971 etwa 30 Millionen Tonnen Kohle gefördert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS13&amp;quot; /&amp;gt; Um die Kohle von dem neuen Schacht zur [[Kohlenwäsche]] am Tiefstollen transportieren zu können, baute der Grubenbetreiber eine 1 Kilometer lange [[Kettenbahn]]. Am 13. und am 15. Dezember 1919 kam es zu zwei [[Kohlenstaubexplosion]]en, hierbei kamen 15 Bergleute ums Leben und 21 Bergleute verletzten sich dabei.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudi Hochenauer: &#039;&#039;Grubenunglücke forderten 15 Tote&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Weilheimer Tagblatt&#039;&#039; vom Dienstag, den 29. Dezember 2009, Seite 6 Lokales&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1927 wurde die [[BHS-Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke|BHS]] gegründet, die den Betrieb der Grube übernahm. Von 1927 bis 1928 errichtet, ließ man am Hauptschacht eine neue, leistungsfähigere Kohlenwäsche bauen, daraufhin wurde die alte Kohlenwäsche am Tiefstollen abgebrochen. 1928 stellte die BHS die Förderung durch den Unterbauschacht ein. Das Bergwerk erreichte erstmals im Jahr 1929 eine [[Jahresförderung]] von 500.000 Tonnen Kohle mit 2.200 Arbeitnehmern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS11&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; (Wanderführer), Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel; Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 11&amp;lt;/ref&amp;gt; 1931 wurde eine Brikettfabrik am Hauptschacht gebaut, um Kleinkohle für den Hausbrand aufbereiten zu können. Von 1937 bis 1939 teuften Grubenarbeiter den Wetterschacht am [[Bahnhof Hohenpeißenberg|Bahnhof in Hohenpeißenberg]] ab,&amp;lt;ref&amp;gt;Max Biller, Ludwig Stippel: &#039;&#039;Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg&#039;&#039;, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 28&amp;lt;/ref&amp;gt; er war ab Mitte Oktober 1960 mit 1150 Meter Teufe tiefster Schacht Bayerns.&amp;lt;ref&amp;gt;Werksinformation für die Belegschaft des Kohlenbergwerks Peißenberg, Nummer 1, Januar 1961, Seite 6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Max Biller, Ludwig Stippel: &#039;&#039;Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg&#039;&#039;, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 33&amp;lt;/ref&amp;gt; 1946 verfüllte man die Unterbauschächte, die bis dahin noch als Wetterschacht genutzt worden waren. 1951 wurde in Peißenberg ein neues mechanisches [[Abbauverfahren]] für geringmächtige [[Flöz]]e, der sogenannte Rammbetrieb entwickelt, im gleichen Jahr stellten die Bergleute erstmals einen [[Durchschlag (Bergbau)|Durchschlag]] (untertägige Verbindung) mit der Peitinger Grube her.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Zerle: &#039;&#039;135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837–1972&#039;&#039;, Seite 35&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1954 wurde mit der Mechanisierung der Kohlengewinnung mit [[Kohlenhobel]]n und [[Panzerförderer]]n begonnen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS11&amp;quot; /&amp;gt; ebenfalls 1954 wurde das alte Fördergerüst am Zieglmeierschacht durch ein neues stärkeres ersetzt. Im Jahr 1961 ließ die BHS das [[Kraftwerk Peißenberg]] bauen, ein 40 Megawatt-Kraftwerksblock in der Nähe der Zieglmeierschachtes,&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS12&amp;quot; /&amp;gt; im selben Jahr begann die Förderung aus dem Ostfeld. 1963 hatte das Werk mit 3913 Leuten den höchsten Gesamtbelegschaftsstand erreicht, gleichzeitig gab es in diesem Jahr die höchste Jahresförderung mit 990.000 Tonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Biller: &#039;&#039;Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon&#039;&#039;, 1998, Seite 116 (Stichwort: Bergbau)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zuge der Stilllegung der Grube Hausham kauft die BHS 1966 das [[Kraftwerk Hausham]], ein weiteres 40-MW-Blockkraftwerk. Zusammen mit dem Peißenberger Kraftwerk wurden dann etwa 37 % der Gesamtförderung verstromt. Den tiefsten Punkt des Abbaus erreichte das Bergwerk 1970 mit 1.245 Metern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WanderführerS12&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zementgewinnung ===&lt;br /&gt;
Neben der [[Pechkohle]] wurde auch Zementmergel für die Herstellung von [[Zement]] abgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ZementS10&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; (Wanderführer), Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel; Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Flöz 9 war zeitweilig ein Zementmergel-Abbau vorhanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ZementS10&amp;quot; /&amp;gt; Im 19. Jahrhundert stand zwischen dem Hermann- und dem Mittelstollen eine Zementmühle, die Kalk- und Zementherstellung in Verbindung mit dem Kohlenbergbau machte von 1870 bis 1880 etwa 10 % des Umsatzes aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;ZementS10&amp;quot;/&amp;gt;. Etwa ab 1900 gab es ein Zementwerk, das ungefähr zwischen der späteren Zieglmeierschachtanlage und dem Tiefstollen lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schließung des Bergwerks ===&lt;br /&gt;
Die Kohlenförderung wurde am 31. März 1971, aufgrund eines Beschlusses des Aufsichtsrates der BHS vom 13. November 1969, wegen mangelnder Rentabilität eingestellt. Zuletzt betrug die Förderleistung maximal etwa 3,8 Tonnen pro Mann je Schicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Biller, Ludwig Stippel: &#039;&#039;Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg&#039;&#039;, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 21&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewinne konnten in den letzten Jahren nicht mehr erzielt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Zerle: &#039;&#039;135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837–1972&#039;&#039;, Seite 54&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Fortführung des Abbaus wäre ein neuer Wetterschacht im Ostfeld notwendig gewesen, der nicht mehr wirtschaftlich vertretbar war. Hauptgrund für die Schließung des Bergwerks war, dass diese Kohle im Gegensatz zu Heizöl nicht mehr konkurrenzfähig war.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Buchner: &#039;&#039;Der Absatz der Oberbayerischen Kohle des Kohlenbergwerkes Peißenberg in den letzten 20 Jahren vor der Schließung 1971&#039;&#039;, selbsterstelltes Manuskript, Hohenpeißenberg 2002, Seite 9&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Peißenberger und das Haushamer Kraftwerk wurden an die [[Isar-Amperwerke]] und die [[Lechwerke]] mit Wirkung zum 1. Oktober 1970 verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel: &#039;&#039;Das Kraftwerk wird verkauft&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Weilheimer Tagblatt&#039;&#039; vom 28. Juli 1970, Lokalteil&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum 31. Dezember 1972 war die Abwicklung des Betriebs abgeschlossen. Um nach der Schließung des Bergwerks den Bergleuten gezielt neue Arbeitsplätze zu verschaffen, wurden damals in Peißenberg Fertigungsstandorte ([[Siemens]], [[MTU Aero Engines|MTU]], [[Agfa|Agfa Gevaert]]) und Firmen (Prüfbau, Cometall) angesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Biller, &#039;&#039;Peißenberger Heimatlexikon&#039;&#039;, zweite erweiterte Auflage von 1984, Seite 132, mit Quellenverweis auf: Christine Erhard&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. August 1979 wurde der Verein der &amp;quot;Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V.&amp;quot; in das Vereinsregister eingetragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Biller, Ludwig Stippel: &#039;&#039;Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg&#039;&#039;, 3. erweiterte Auflage von 2006, Seite 80&amp;lt;/ref&amp;gt; 1995 wurde eine Knappengedächtniskapelle auf der Berghalde am Guggenberg in Peißenberg gebaut. Heute gibt es noch eine Knappenkapelle (Musikkapelle) und einen [[Knappenverein]] in Peißenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Varia ==&lt;br /&gt;
* In den 1960er Jahren fanden Dreharbeiten für die Weltraumserie [[Raumpatrouille|Raumpatrouille Orion]] auf der [[Bergehalde]] in Peißenberg statt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gemeindewerke-peissenberg.de/fileadmin/user_upload/Wir_ueber_uns/PB_26_Mai_Juni_Online.pdf |wayback=20160304072520 |text=Peißenberg: Wir über uns, Nr. 26, Mai–Juni 2015, S. 1}}, abgerufen am 26. Juli 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Anfänge dieses Kohlenbergbaus wurden im Roman von [[Carl Oskar Renner]]: &#039;&#039;Der Spion vom Peißenberg&#039;&#039; von 1995 verarbeitet.&lt;br /&gt;
* Im März 2008 wurden Filmszenen für den Kurzfilm &#039;&#039;Die Rote Kapelle&#039;&#039; von Alexander Böhle und Andreas Bittner auf dem Tiefstollengelände (Bergbaumuseum und im Tiefstollen) gedreht.&lt;br /&gt;
* Die Folge &amp;quot;Note Ungenügend&amp;quot; der Fernsehserie [[Der Nachtkurier meldet]] spielt zum Teil am Bergwerk Peißenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 BergbaumusemPeißenberg.JPG|Bergbaumuseum in Peißenberg&lt;br /&gt;
 KnappengedaechtniskapellePeissenberg.JPG|Knappengedächtniskapelle in Peißenberg&lt;br /&gt;
 Hauptstollen Hohenpeissenberg.JPG|Der Hauptstollen in Hohenpeißenberg&lt;br /&gt;
 PeissenbergTiefstollen.JPG|Am Tiefstollen in Peißenberg&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* Max Biller, Ludwig Stippel: &#039;&#039;Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg&#039;&#039; Ein Führer durch die Geschichte der Bergbaus im Bereich des Bayerischen Rigi, 3. erweiterte Auflage von 2006, Herausgeber: Verein &amp;quot;Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V.&amp;quot; &amp;amp; Markt Peißenberg, erhältlich im Bergbaumuseum Peißenberg&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg&#039;&#039; 1837 bis 1937, Bayerische-Berg-Hütten und Salzwerke AG 1937&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht&#039;&#039; Lehrpfad Bergbau - Geologie - Landschaft am Hohen Peißenberg, Redaktion: Josef Heinlein, Ludwig Stippel, 2. Auflage Mai 2000, Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V.&lt;br /&gt;
* Ernst Ursel: &#039;&#039;Der Kohlenbergbau im Pfaffenwinkel&#039;&#039;, Herausgeber: Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V.&lt;br /&gt;
* Karl Buchner: &#039;&#039;Der Absatz der Oberbayerischen Kohle des Kohlenbergwerkes Peißenberg in den letzten 20 Jahren vor der Schließung 1971&#039;&#039;, selbsterstelltes Manuskript, Hohenpeißenberg 2002&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837–1972&#039;&#039;, Verfasser ist laut Peißenberger Heimatlexikon: Paul Zerle&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Altlandkreis: Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
** Ausgabe Nr. 36, Juli/August 2016, S. 26–27&lt;br /&gt;
** Ausgabe Nr. 41, Mai/Juni 2016, S. 42–43&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.knappenverein-peissenberg.de/geschichte.php Geschichte des Peißenberger Kohlebergbaus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Bayern|Peissenberg, Bergwerk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Peißenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Landkreis Weilheim-Schongau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Peißenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hohenpeißenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kohlebergwerk in Bayern|Peissenberg, Bergwerk]]&lt;/div&gt;</summary>
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