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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Pierre de la Rue</title>
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		<updated>2025-05-12T14:46:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.5.191.135: vorangestellter Genitiv&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pierre de la Rue.jpg|mini|Pierre de la Rue]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pierre de la Rue&#039;&#039;&#039; (* zwischen 1460 und 1470 sehr wahrscheinlich in [[Tournai]]; † [[20. November]] [[1518]] in [[Kortrijk]] (französisch &#039;&#039;Courtrai&#039;&#039;)) war ein [[Franko-flämische Musik|franko-flämischer]] [[Komponist]], [[Gesang|Sänger]] und [[Klerus|Kleriker]] der [[Renaissance]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{MGG2|Verfasser=Ludwig Finscher|Lemma=Rue, Pierre de la|Band=P14|SpalteVon=|SpalteBis=|ID=mgg11144}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Marc Honegger, [[Günther Massenkeil]] (Hrsg.): &#039;&#039;Das große Lexikon der Musik.&#039;&#039; Band 5: &#039;&#039;Köth – Mystischer Akkord.&#039;&#039; Herder, Freiburg im Breisgau u.&amp;amp;nbsp;a. 1981, ISBN 3-451-18055-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Der Name dieses Komponisten ist in zahlreichen Varianten überliefert (Pierchon, Petrus de Vico, Petrus de robore, Petrus Platensis, à Platea und andere, auch als Peter vander Straten, Identität weniger wahrscheinlich). Seine Eltern waren Gertrud de la Haye, die ihren Sohn überlebte, und Jehan de la Rue, der wohl im Jahr 1463 in Tournai eine Meisterwerkstatt als &#039;&#039;enlumineur&#039;&#039; (Buchmaler) eröffnete. Die Identität des Komponisten mit einem um 1452 geborenen &#039;&#039;Peter vander Straten&#039;&#039; wurde längere Zeit diskutiert; dieser sprach [[Flandern|flämisch]] als Muttersprache und war zwischen 1469 und 1492 als Sänger in [[Brüssel]], [[Gent]], an der Marienkirche in [[Nieuwpoort]] und aus [[Köln]] kommend in der Marienbruderschaft in [[’s-Hertogenbosch]] aktiv und erscheint in den Dokumenten immer als „Peteren vander Straten“. Er wurde als [[Tenor (Stimmlage)|Tenorist]] bezeichnet und es sind keine Kompositionen unter diesem Namen überliefert. De la Rue sprach dagegen sehr wahrscheinlich französisch, seine Stimmlage ist nicht bekannt, und die fortschrittlichen Züge seiner [[Messe (Musik)|Messkompositionen]] mit ihrer Neigung zur Fünf- bis Sechsstimmigkeit und der Anwendung der [[Parodie#Musik|Parodietechnik]] sprechen stark für ein Geburtsjahr 10 bis 15&amp;amp;nbsp;Jahre später als 1452. Damit wird Peter vander Straten von Musikhistorikern heute kaum noch für identisch mit Pierre de la Rue gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pierre bekam seine Ausbildung vermutlich in der [[Maîtrise (Kirchenmusik)|Maîtrise]] der [[Kathedrale]] Notre-Dame seines Heimatorts. Über seine Jugend und seine weitere Ausbildung ist nichts bekannt. Belegt ist, dass er in der Hierarchie der [[Herzogtum Burgund|burgundischen]] Hofkapelle ganz unten anfing mit Besoldungsbelegen ab 17. November 1492. In dieser Institution blieb er bis zum Ende seiner Laufbahn. Insofern war er einer der ganz wenigen bedeutenden Komponisten seiner Epoche, die niemals in Italien gewesen sind. Kurz nach seinem Eintritt begleitete er seinen Dienstherrn [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]] (Regierungszeit 1493/1508–1519) zusammen mit sieben Kapellkollegen nach ’s-Hertogenbosch und wurde dort formelles Mitglied der Marianischen Bruderschaft; hier wird er „Cantor Romanorum Regis“, also als Sänger des Königs bezeichnet. In dieser Hofkapelle führte de la Rue von da an das vergleichsweise sichere und ereignisarme Leben eines Hofbediensteten und stieg in der Hierarchie der Kapelle allmählich auf, wurde später [[Diakon]], aber nie [[Priester (Christentum)|Priester]], bekam dann auch seine erste, besonders ertragreiche [[Pfründe]] an einer [[Kollegiatstift|Kollegiatkirche]] St. Ode (Ort nicht bekannt), die er bis zu seinem Tod behielt. Weitere Pfründen folgten bis zum Jahr 1509 in den Städten [[Namur]], Kortrijk, [[Dendermonde]] und Gent. Er wurde merkwürdigerweise nie [[Kapellmeister]], vielleicht gerade deswegen, weil er dort der mit Abstand bedeutendste Messenkomponist war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Maximilian im Jahr 1493 zum deutschen König gekrönt wurde, übernahm sein Sohn Erzherzog [[Philipp I. (Kastilien)|Philipp der Schöne]] von [[Kastilien]] (Regierungszeit 1478–1506) die sogenannte &#039;&#039;Grande Chapelle&#039;&#039; mit Pierre de la Rue. Die Kapelle diente als Instrument der Repräsentation, mit der Folge, dass der Komponist an vielen Staatsakten und zahlreichen Reisen des Hofes teilnahm. So gab es ab 4. November 1501 bis Mai 1502 eine Reise von Brüssel über [[Paris]], [[Blois]] und [[Orléans]] nach Spanien, wo sich die Hofgesellschaft für viele Monate am Hof von [[Ferdinand II. (Aragón)|Ferdinand II]] von [[Aragón]] (Regierungszeit 1479–1516) aufhielt. Dessen Frau [[Isabella I. (Kastilien)|Isabella I.]] von Kastilien war die Schwiegermutter von Philipp dem Schönen. Außer Pierre de la Rue gehörten der Kapelle die Komponisten [[Alexander Agricola]], [[Marbriano de Orto]], [[Antonius Divitis]] und [[Nicolas Champion]] an. In Frankreich und Spanien wirkte die Hofkapelle an vielen prunkvollen Messfeiern mit mehrstimmiger Musik mit, zum Teil im Wechsel mit der französischen Hofkapelle. Auf der Rückreise im Frühjahr 1502 traf de la Rue in [[Lyon]] vielleicht mit [[Josquin Desprez]] zusammen, und Philipp der Schöne traf seine Schwester [[Margarete von Österreich (1480–1530)|Margarete von Österreich]], Herzogin von [[Savoyen]], mit deren Hofkapelle in [[Bourg-en-Bresse]] am 11. April 1503; deren bedeutendster Musiker war [[Antoine de Févin]]. Hier hatte Pierre de la Rue erstmals Kontakt mit seiner späteren Dienstherrin. Am 23. Juli 1503 erreichte Philipp mit der Hofkapelle wieder burgundisches Gebiet. Es folgten im September 1503 die denkwürdigen Zusammentreffen der Hofkapellen Philipps und Maximilians in Augsburg und Innsbruck, wo de la Rue vielleicht [[Jacob Obrecht]] auf dessen Durchreise nach Italien traf. Schließlich zog die Hofkapelle über [[Heidelberg]] und Köln wieder zurück nach [[Mechelen|Mecheln]]. Dass Pierre de la Rue bei seinem Dienstherrn in hohem Ansehen stand, ergibt sich daraus, dass ihm Philipp ein [[Kanoniker|Kanonikat]] an der Liebfrauenkirche in Kortrijk verlieh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Ende 1505 reiste Philipp der Schöne mit seiner Hofkapelle zum zweiten Mal nach Spanien, um Erbansprüche seiner Gemahlin [[Johanna die Wahnsinnige|Johanna der Wahnsinnigen]] (1479–1555) auf Kastilien nach dem Tod von deren Mutter Isabella (26. November 1504) durchzusetzen. Der Hof hatte sich für eine Reise auf dem Wasserweg entschieden, wobei die Sänger und Instrumentalisten ein eigenes Schiff hatten. Am 13. Januar 1506 trieb ein Sturm einen Teil der Flotte, auch das Schiff der Musiker, bis nach [[Falmouth (Cornwall)|Falmouth]] an der Küste Südwestenglands, wobei zwei Sänger vermisst blieben. Schließlich kam die Flotte am 27. April 1506 in [[A Coruña]] an. Diese Reise endete jedoch mit einer Katastrophe. Nachdem Philipp und sein Gefolge für den Sommer nach [[Valladolid]] und [[Burgos]] gezogen waren, erkrankte der Herzog an Fieber und starb in Burgos am 25. September 1506. Die Hofkapelle Philipps löste sich auf, einige der Mitglieder reisten zurück nach Burgund, andere, auch Pierre de la Rue, traten in die Hofkapelle der Witwe Johanna von Kastilien ein, die in der Entlohnung der Kapelle noch großzügiger war. Zu den Bediensteten dieses Hofs gehörte auch der bedeutendste spanische Komponist dieser Zeit, [[Juan de Anchieta (Komponist)|Juan de Anchieta]] (1462–1523), der wie de la Rue eine Messe „Nuncqua fiu pena maior“ geschrieben hat. Pierre rückte nach der Abreise des früheren Kapellmeisters Marbriano de Orto in dessen Stellung auf und erhielt ein doppelt so hohes Gehalt wie die übrigen Kapellmitglieder. Nachdem Johanna durch ihren Vater Ferdinand im August 1508 entmachtet worden war, löste sich auch die kastilische Hofkapelle auf, die burgundischen Mitglieder bekamen Reisespesen für ihre Heimreise ausbezahlt, und Pierre de la Rue verließ das Land am 19. August 1508.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer zügigen Rückkehr in seine Heimat kam de la Rue im April 1509 wieder in das Blickfeld von Margarete von Österreich, die zwischenzeitlich Statthalterin in Burgund und Vormund des späteren Kaisers [[Karl V. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;V.]] geworden war. Sie residierte in Mecheln und Brüssel und bat ihren Vater Maximilian um eine Pfründe für Pierre de la Rue an der Kirche Sainte-Faraïde in Gent, mit der Absicht, ihn wieder für die Hofkapelle zu gewinnen, offenbar mit Erfolg, weil de la Rue für den Monat Mai 1509 wieder in der Gehaltsliste der Sänger der &#039;&#039;Grande Chapelle&#039;&#039; erscheint. Der Komponist blieb in den folgenden Jahren am Hof der Statthalterin in Mecheln, deren Lieblingskomponist er wurde, und zu deren Ehren er zahlreiche Gelegenheitskompositionen schrieb. Margarete hatte [[Renaissance-Humanismus|Humanisten]] und Künstler um sich versammelt und hatte wegen ihrer vielen erlittenen Schicksalsschläge eine besondere höfische Trauerkultur entwickelt. Als der zuvor minderjährige Karl im Jahr 1515 für volljährig erklärt wurde, ging die Hofkapelle auf ihn über; belegt ist eine Reise mit der Kapelle in die Niederlande. Die letzte (vermutlich nachträgliche) Gehaltszahlung an Pierre de la Rue erfolgte am 21. Januar 1516; er war aber möglicherweise schon im Sommer 1515 aus dem Hofdienst ausgeschieden. Er zog sich im Juni 1516 nach Kortrijk zurück, kaufte dort ein Haus und wurde ein ortsansässiger Kanoniker. Sein Testament vom 16. Juni 1516 weist ihn als vermögenden Mann aus. Er starb am 20. November 1518 in Kortrijk und wurde hier auf dem Friedhof der &#039;&#039;Onze Liewe Vrouwkerk&#039;&#039; beigesetzt. Sein Grab und das Grabmal mit der lateinischen Inschrift sind nicht erhalten geblieben, jedoch ist diese Inschrift in mehreren Abschriften überliefert und feiert ihn als Meister der geistlichen Musik: „In tumulo Petrus de Vico conditor isto, nobile cui nomen musica sacra dedit“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Würdigung ==&lt;br /&gt;
Die Überlieferung der Werke von Pierre de la Rue ist einzigartig in ihrer Zeit. Sie ist ein unverkennbares Zeichen für seinen Ruhm in der Epoche Josquins und natürlich eine Folge seines lebenslangen Dienstes an einem einzigen, kulturell und politisch herausgehobenen Hof. Unter den franko-flämischen Komponisten seiner Zeit muss er als Vertreter eines fundamental [[Kontrapunkt|kontrapunktischen]] Stils gelten. Dies wird vor allem durch die 31 Messen bezeugt, die das Zentrum seines Schaffens darstellen. Die meisten seiner Werke, vor allem die Messen, sind vorrangig in Prunk-Handschriften überliefert, die von der Buchwerkstatt am habsburgisch-burgundischen Hof in Mecheln geschrieben und dort aufbewahrt wurden, auch als diplomatische Repräsentationsgeschenke an befreundete Höfe und an hohe Persönlichkeiten gingen, aber auch von Kirchen, begüterten bürgerlichen Musikfreunden und Büchersammlern direkt bei der Werkstatt gekauft wurden. In dieser einzigartigen Quellengruppe ist Pierre de la Rue mit fast 200 Einträgen der mit Abstand am stärksten vertretene Komponist, deutlich vor Josquin und erst recht vor den anderen dort tätigen Komponisten, wie Alexander Agricola, Antonius Divitis, Marbriano de Orto oder [[Gaspar van Weerbeke]]. In den deutschen protestantischen Kapellhandschriften (Verleger in Leipzig und [[Pirna]]) finden sich seine Messen erst spät, nach Abflauen der Gesamtüberlieferung in den 1530er Jahren, bei den Drucken von [[Johannes Petreius]] und [[Hieronymus Formschneider]] (beide 1539), mit de la Rues [[Motette]]n und besonders [[Kontrafaktur]]en seiner Messen. In Italien war die Überlieferung seiner Werke insgesamt schwach und zeigten einen Schwerpunkt bei den weltlichen Werken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der musikalische Stil von Pierre de la Rue ist durch eine Reihe von ungewöhnlichen und gleichbleibenden Merkmalen besonders gut umrissen. Abgesehen von seiner persönlichen Entwicklung ist hier gerade bei den Messen der Stilunterschied zwischen den vierstimmigen und den fünfstimmigen Werken auffällig. Die vierstimmigen Messen sind grundsätzlich traditioneller, einfacher und stärker auf den „Normalstil“ um 1500 bezogen, während die fünfstimmigen hochkompliziert sind und „modern“ wirken. Bei letzteren herrscht die prinzipielle Satztechnik der Linearität und erzeugt aus der Leitidee der Varietät eine höchst vielgestaltige Struktur. Hier fehlt vollkommen die Klarheit, Systematik und Vorhersehbarkeit des Satzes von Josquin Desprez. Bei de la Rue herrscht außerdem in der Großstruktur eine ausgeprägte Neigung zum [[Kanon (Musik)|Kanon]] und ebenso eine Vorliebe für tiefe Klanglagen vor, in der Kleinstruktur eine straffe Linearität, eine „entwickelnde Variation“, ein Reichtum an Dissonanzen, eine vorantreibende [[Rhythmus (Musik)|Rhythmik]] und eine Abneigung gegen [[Kadenz (Harmonielehre)|Kadenzen]] mit ihrer gliedernden Macht. Seine allgemeine Vorliebe für tiefe Klangregister ist vielleicht auch das Ergebnis seiner Studien der Werke von [[Johannes Ockeghem]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Technik des Kanons ist de la Rue so virtuos wie kaum ein anderer zeitgenössischer Komponist. Der Gipfel dieser Kompositionsweise besteht in der Konstruktion ganzer Werke als Kanon (z.&amp;amp;nbsp;B. die Messen „Ave sanctissima Maria“, „O salutaris hostia“ und im „Salve regina“ [I]), wobei auch Mensurkanons eine besondere Rolle spielen, so bei [[Kyrie eleison|Kyrie]], [[Christe eleison|Christe]] und zweitem Kyrie sowie beim [[Agnus Dei]] II der vierstimmigen Messe „L’homme armé“, die schon bei den Musiktheoretikern seiner Zeit Erstaunen hervorgerufen hat, außerdem bei dem „Sicut locutus est“ des &#039;&#039;[[Magnificat]] primi toni&#039;&#039;, welches als &#039;&#039;Mensurkanon 6 ex 3&#039;&#039; komponiert wurde. De la Rues Neigung zum dunklen Klang offenbart sich nicht nur in der ungewöhnlichen Klangwelt seiner [[Chanson (Alte Musik)|Chanson]] „Pourquoy non“, sondern auch in der tiefen Lage ganzer Messen, wie „Assumpta est“ und „Conceptio tua“ oder in der Motette „Salve mater salvatoris“ sowie in der einzigartigen Klangregie seines [[Requiem]]s mit seinem effektvollen Wechsel zwischen tiefen vollstimmigen und hohen zweistimmigen Abschnitten auf engerem Raum. Kanontechnik und dunkler Klang verbinden sich besonders eindrucksvoll in den Sätzen, in denen die beiden tiefsten Stimmen das Fundament bilden, so in der ganzen Messe „Incessament“, beim Agnus Dei I der „Missa de Sancto Job“ und bei den fünfstimmigen Chansons „Cent mille regretz“, „Fors seulement“ und „Incessament“. Hierzu gehört auch die Tendenz, die beiden tiefsten Stimmen entweder in Parallelbewegung oder mit langen Notenwerten als „Klangband“ für das Satzfundament zusammenzufassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Anspruch an Einfallsreichtum und Vielfalt gleichrangig mit der Kanontechnik, wenn auch technisch nachgeordnet, ist bei Pierre de la Rue die Konstruktion ganzer Messen über einen [[Ostinato]], einer Technik, die bei den Komponisten seiner Generation gerade bei Jacob Obrecht besonders geschätzt wurde, aber auch sofort den Vergleich mit Josquin herausfordert. Hierzu gehört die Messe „Sancta Dei genitrix“, aber beispielsweise auch die vierstimmige Messe „Cum jucunditate“, die gänzlich über ein Thema von fünf Tönen komponiert ist, welches ständig in einer der Stimmen wiederholt und mit Wechsel des [[Hexachord]]s rhythmisch variiert wird. Seine Melodik ist von weitgespannten, häufig dreiklangsbetonten und daher eigentümlich „modern“ wirkenden Bögen geprägt, auch von großen [[Intervall (Musik)|Intervallen]] ([[Sexte]]n, auch abwärts, [[Oktave]]n und [[Dezime (Musik)|Dezimen]]), andererseits auch von einer variierenden Entwicklung der Motive aus kleinen [[Deklamation|deklamatorischen]] und [[Melisma|melismatischen]] Zellen. Sein Personalstil zeigt ungewöhnliche melodische Formeln wie verschieden geformte [[Wechselnote]]n, Tonwiederholungen in Melismen und Kadenzklauseln. Auch seine Textbehandlung kann im Vergleich mit seinen zeitgenössischen Komponisten als ausgesprochen unorthodox bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der alles beherrschende Eindruck seiner Musik ist das Strömen eines komplexen kontrapunktischen Flusses nahezu ohne Zäsuren, in dem der Text ebenso sorgfältig artikuliert und gegliedert wird, oft in kleinsten Zellen, in denen dann sozusagen „absolut“ gearbeitet wird. Hier wird die stilistische Nähe zu [[Jean Mouton]] besonders deutlich. Ins Zentrum von de la Rues kompositorischem Denken führt die Beobachtung, dass er alle klassischen Tonsatzelemente seiner Zeit kennt, diese aber mit höchstem kompositorischem Raffinement „verfremdet“. Insofern ist das Modell des fünfstimmigen Satzes seine bedeutendste musikhistorische Leistung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Verhältnis hatte der Komponist offenbar nur zu zwei seiner Kollegen: Johannes Ockeghem und Josquin Desprez, während Bezüge zu anderen Komponisten eher unauffällig sind. Dies betrifft den Bezug zu Ockeghem in der Verwendung von Einzelstimmen aus dessen Chansons bei Werken über dieselben Texte und de la Rues Requiem als Ganzes. Sein ganz anderes Verhältnis zu Josquin ergibt sich aus den Berührungspunkten bei den Ostinato-Techniken seiner Messen „Cum jucunditate“ und „Sancta Dei genitrix“ und besonders auffällig bei der Überbietung des Agnus Dei II von Josquins Messe „L’ami Baudichon“ mit dem „Pleni“ seiner „Missa de Santa Cruce“; darüber hinaus auch aus dem Bezug seiner Motette „Considera Israel“ zu dem Josquin zugeschriebenen „Planxit autem David“. Schließlich muss eine merkwürdige [[Hommage]] an Josquin erwähnt werden, nämlich das Zitat des [[Sopran]]-Schlusses aus dessen berühmtem vierstimmigen „Ave Maria … virgo serena“ als Tenor in de la Rues „Osanna“ seiner „Missa de septem doloribus“. Darüber hinaus ist offen, ob man aus seiner Verwendung von [[Heinrich Isaac]]s sechsstimmiger Motette „Archi archangeli“ als Parodievorlage oder auf die Übernahme aller [[Cantus firmus|Cantus firmi]] der Messe „Floruit egregius infans Livinius“ von [[Matthaeus Pipelare]] auf einen besonderen Bezug zu diesen Komponisten schließen kann. Eine deutliche Nähe zu Jacob Obrecht zeigt dagegen der Schluss des „Pleni“ aus seiner Messe „O gloriosa Margaretha“ zu dem „Benedictus“ aus Obrechts Messe „Fortuna desperata“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel kleiner als sein Messenwerk ist das Motettenschaffen de la Rues und auch deutlich schwächer überliefert. Von den 23 Motetten sind allein 11 auf die Marienverehrung bezogen. Von kaum einem Komponisten dieser Zeit ist ein ähnlich bescheidenes Motettenwerk überliefert. Dagegen nehmen seine Magnificats eine Sonderstellung ein, weil sie offenbar der erste Zyklus von acht Werken über alle acht Magnificat-[[Kirchentonart]]en sind, die von einem einzigen Komponisten stammen. Hierbei ist allerdings fraglich, ob diese Magnificats einen echten Zyklus darstellen, wie später bei [[Costanzo Festa]] oder [[Cristóbal de Morales]]. Eine besondere geschlossene Gruppe bilden seine fünf „Salve Regina“; kein anderer Komponist seiner Zeit hat über diese [[Antiphon (Musik)|Antiphon]] so viele Sätze geschrieben. Herausragende Motetten sind außerdem das monumentale sechsstimmige „Pater de celis Deus“, das frühe und altertümliche „Vexilla regis“ / „Passio Domini“ und vor allem die beiden Trauermotetten „Delicta juventutis“ und „Considera Israel“, die den Vergleich mit dem Josquin zugeschriebenen „Planxit autem David“ nicht zu scheuen brauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gesamtausgabe&#039;&#039;&#039;: &#039;&#039;Pierre de la Rue, Opera omnia&#039;&#039;, herausgegeben von N. St. John Davison / J. E. Kreider / T. H. Keahey, [Neuhausen-Stuttgart] 1989 und folgende.&lt;br /&gt;
* Messen und Messensätze mit gesicherter Autorschaft (Abkürzung: c.f. = Cantus firmus)&lt;br /&gt;
** Missa „Alleluia“ zu fünf Stimmen (c.f.: unbekannte Alleluja-Melodie)&lt;br /&gt;
** Missa Almana („Pourquoi non“, Sexti [toni] ut, fa) zu vier Stimmen, c.f. oder mehrstimmige Vorlage: vermutlich deutsches Lied (daher „Almana“)&lt;br /&gt;
** Missa „Assumpta est Maria“ zu vier Stimmen, erstes Antiphon der zweiten Vesper in Assumptione Beatae Mariae Virginis (15. August)&lt;br /&gt;
** Missa „Ave Maria“ (de Annuntiatione Mariae) zu vier Stimmen, Credo zu fünf Stimmen; c.f. ist die bekannte Antiphon in Annuntiatione Beatae Mariae Virginis (25. März)&lt;br /&gt;
** Missa „Ave sanctissima Maria“, kanonische Parodiemesse (6 ex 3 Stimmen) über die gleichnamige Kanonmotette&lt;br /&gt;
** Missa „Conceptio tua“ zu fünf Stimmen; c.f.: Magnificat-Antiphon in Nativitate Beatae Mariae Virginis als „Nativitas tua“ (8. Dezember)&lt;br /&gt;
** Missa „Cum jucunditate“ zu vier Stimmen, Credo zu fünf Stimmen; c.f.: Ostinato aus den ersten sechs Tönen der fünften Antiphon der zweiten Vesper in Nativitate Beatae Mariae Virginis (8. Dezember)&lt;br /&gt;
** Missa de Beata Virgine zu vier Stimmen; c.f.: Kyrie IX, Gloria IX mit Tropus „Spiritus et alme“, Credo IV, Sanctus IX, Agnus Dei XIV&lt;br /&gt;
** Missa de feria zu fünf ex vier Stimmen; Kyrie nicht identifiziert, Gloria XV, Credo I, Sanctus nicht identifiziert, Agnus Dei XV&lt;br /&gt;
** Missa de Sancta Anna (Missa „Felix Anna“) zu vier Stimmen; c.f. vielleicht Magnificat-Antiphon zum Fest Sanctae Annae matris Beatae Mariae Virginis (26. Juli)&lt;br /&gt;
** Missa De Santa Cruce (Missa „Nos autem gloriari oportet“) zu fünf Stimmen; c.f.: Introitus in Inventione Sanctae Crucis (3. Mai) und in Exaltatione Crucis (14. September)&lt;br /&gt;
** Missa de Sancto Antonio (Missa „O sacer Anthoni“) zu vier Stimmen; c.f.: Melodie der ersten Vesperantiphon de Santi Antonii Abbatis (17. Januar) im Antiphonale Pataviense, Wien 1519 (dort anderer Text)&lt;br /&gt;
** Missa de Sancto Job (Missa „Floruit egregius prophetes clarus in actis“) zu vier Stimmen; c.f. aus einem Reimofficium für den heiligen Livinius aus Pipelares Messe über dieses Offizium&lt;br /&gt;
** Missa de septem doloribus Beatae Mariae Virginis zu fünf Stimmen; c.f.: liturgische und paraliturgische Texte (Melodien nicht identifiziert) zum Fest Septem Dolorum Beatae Mariae Virginis (Samstag vor Palmsonntag). Das Osanna II zitiert im Tenor 1 den Sopran des Schlusses „O Mater Dei, memento mei. Amen“ aus Josquins berühmtem „Ave Maria … virgo serena“ zu vier Stimmen&lt;br /&gt;
** Missa de Virginibus zu vier Stimmen; c.f.: „O quam pulchra est casta generatio cum claritate“, Antiphon aus dem Commune de virginibus (Melodie nicht identifiziert)&lt;br /&gt;
** Missa „Incessament“ zu fünf ex vier Stimmen, Parodiemesse über die gleichnamige Chanson&lt;br /&gt;
** Missa „Inviolata“ zu vier Stimmen; c.f.: Sequenz in Festis de Beatae Mariae Virginis&lt;br /&gt;
** Missa „Ista est speciosa“ zu fünf Stimmen; c.f.: Vesperantiphon in Commune virginum, nicht mehr gebräuchlich (Antiphonale Pataviense, Wien 1519)&lt;br /&gt;
** Missa „L’homme armé“ [I] zu vier Stimmen; c.f.: einstimmige Chanson; im Agnus Dei III im Bass die Chansonmelodie „Tant que nostre argent dura“&lt;br /&gt;
** Missa „Nuncqua fue pena maior“ zu vier Stimmen; Parodiemesse über den gleichnamigen [[Villancico]] von [[Juan de Urrede]] (aktiv 1451–1482)&lt;br /&gt;
** Missa „O gloriosa Margaretha“ (Missa „O gloriosa domina“) zu vier Stimmen; c.f.: Hymnus de Beatae Mariae Virginis „O gloriosa domina, excelsa super sidera“; Namenseinsetzung „Margareta“ als Huldigung an Margarete von Österreich&lt;br /&gt;
** Missa „O salutaris hostia“ zu vier (ex 1) Stimmen; c.f.: Hymnus in honorem Sanctissimi Sacramenti, Melodie nicht identifiziert&lt;br /&gt;
** Missa pascale zu fünf Stimmen; c.f.: sieben Gesänge aus der Osterliturgie&lt;br /&gt;
** Missa pro defunctis (Requiem) zu vier bis fünf Stimmen; c.f.: Gesänge der Totenmesse&lt;br /&gt;
** Missa „Puer natus est nobis“ zu vier Stimmen; c.f.: Introitus ad tertiam missam in Nativitate Domini&lt;br /&gt;
** Missa „Sancta Dei genetrix“ zu vier Stimmen; c.f. nicht identifiziert (siebentöniger Tenor-Ostinato)&lt;br /&gt;
** Missa [sine nomine] [I] zu vier Stimmen; offenbar ohne c.f. oder Parodie-Elemente&lt;br /&gt;
** Missa „Sub tuum presidium“ zu vier Stimmen; c.f.: Antiphon in honorem Beatae Mariae Virginis, in Misse Antonii de Fevin&lt;br /&gt;
** Missa „Tandernaken“ zu vier Stimmen; c.f.: flämische Liedmelodie „T’Andernaken op den Rijn“&lt;br /&gt;
** Missa „Tous les regretz“ zu vier Stimmen; Parodiemesse über die eigene gleichnamige vierstimmige Chanson, in drei unterschiedlich zusammengesetzten Fassungen überliefert, die Echtheit der dritten Fassung ist zweifelhaft&lt;br /&gt;
** Kyrie in festo paschale zu vier Stimmen; c.f.: Kyrie I&lt;br /&gt;
** Credo zu vier Stimmen; offenbar ohne c.f. oder andere Vorlage&lt;br /&gt;
** Credo zu sechs Stimmen; c.f. nicht identifiziert (litaneiartige Melodie im Bass 2)&lt;br /&gt;
** Credo „Angeli Archangeli“ zu acht Stimmen; Parodie-Credo über die Motette von Heinrich Isaac&lt;br /&gt;
** Credo [de village] („Patrem de villagiis“) zu vier Stimmen; c.f: Credo I; als Credo in Jacob Obrechts Missa „Sicut spina rosam“&lt;br /&gt;
** Credo „L’amour de moy“ zu vier Stimmen; c.f.: Chansonmelodie „L’amour de moy si est enclose“&lt;br /&gt;
* Messen mit inzwischen gesicherter anderer Autorschaft&lt;br /&gt;
** Missa Coronata zu vier bis fünf Stimmen; Autor: Josquin Desprez, „Missa de Beata Virgine“&lt;br /&gt;
** Missa „Iste confessor Domini“ zu vier Stimmen; Autor: Antoine de Févin, Missa „O quam glorifica luce“&lt;br /&gt;
* Anonyme Messen, von der Forschung Pierre de la Rue zugeschrieben&lt;br /&gt;
** Missa de septem doloribus dulcissimae Mariae zu vier Stimmen, anonym, stilistisch unwahrscheinlich, aber in die Gesamtausgabe aufgenommen&lt;br /&gt;
** Missa „L’homme armé“ [II] zu vier ex drei Stimmen (Agnus Dei zu fünf ex vier Stimmen), anonym, Zuschreibung mit Vorbehalt&lt;br /&gt;
** Missa sine nomine [II] zu vier Stimmen, anonym und fragmentarisch, Zuschreibung mit Vorbehalt&lt;br /&gt;
* Magnificats (vom Komponisten wurden jeweils nur die geradzahligen Strophen vertont)&lt;br /&gt;
** Magnificat primi toni zu drei bis sechs Stimmen&lt;br /&gt;
** Magnificat secundi toni zu zwei bis vier Stimmen; in den deutschen Quellen statt des zweistimmigen „Esurientes“ ein nicht authentischer vierstimmiger Satz&lt;br /&gt;
** [Magnificat tertii toni, verloren]&lt;br /&gt;
** Magnificat quarti toni zu drei bis vier Stimmen; in den deutschen Quellen das „Sicut locutus est“ mit nicht authentischer Zusatzstimme&lt;br /&gt;
** Magnificat quinti toni zu zwei bis vier Stimmen; vollständig nur in einer [[Petrus Alamire|Alamire]]-Handschrift&lt;br /&gt;
** Magnificat sexti toni zu drei bis fünf Stimmen; in den deutschen Quellen statt des dreistimmigen „Sicut locutus est“ ein nicht authentischer vierstimmiger Satz&lt;br /&gt;
** Magnificat septimi toni zu drei bis vier Stimmen&lt;br /&gt;
** Magnificat octavi toni zu zwei bis vier Stimmen&lt;br /&gt;
* Motetten mit gesicherter Autorschaft&lt;br /&gt;
** „Amicus fidelis“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Benedictus“ aus der Missa „Tandernaken“&lt;br /&gt;
** „Ave apertor celorum“ zu vier Stimmen; lutherische Kontrafaktur von „Ave regina celorum“&lt;br /&gt;
** „Ave regina celorum“ zu vier Stimmen; eine der vier großen Marien-Antiphonen, Cantus firmus nicht identifiziert&lt;br /&gt;
** „Ave sanctissima Maria“ zu sechs ex drei Stimmen; früher [[Philippe Verdelot]] und [[Claudin de Sermisy]] zugeschrieben&lt;br /&gt;
** „Cum coelorum mutatur“ zu drei Stimmen; (willkürliche?) Kontrafaktur von „Si dormiero“&lt;br /&gt;
** „Considera Israel“ zu vier Stimmen, 2. Teil „Sagitta Jonathae“ zu drei Stimmen, 3. Teil „Filie Israel“ zu drei Stimmen, 4. Teil „Doleo super te“ zu vier Stimmen; Text 2. Buch Samuel 1, 19–27; ohne Cantus firmus; der vierte Teil ist separat überliefert; wahrscheinlich auf den Tod Philipps des Schönen (1506) für Margarete von Österreich&lt;br /&gt;
** „Da pacem Domine“ zu vier ex zwei Stimmen; Text und Melodie: Antiphona pro pace&lt;br /&gt;
** „Delicta juventutis“, 2. Teil „suscipiat eum“ zu vier Stimmen, Trauergebet für einen Ungenannten, ohne Cantus firmus&lt;br /&gt;
** „Deus meus eripe me“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Pleni sunt celi“ aus der Missa „Ave sanctissima Maria“&lt;br /&gt;
** „Doleo super te“ zu vier Stimmen; ist der 4. Teil von „Considera Israel“, separat überliefert&lt;br /&gt;
** „Frange esurienti panem“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des Agnus Dei II aus der Missa „Tandernaken“&lt;br /&gt;
** „Gaude virgo mater Christi“, 2. Teil „Gaude sponsa cara Dei“ zu vier Stimmen; Reimdichtung über die sieben Freuden Mariae, vielleicht vom hl. Thomas von Canterbury (Thomas Becket); Cantus firmus: Paraphrase des 7. Psalmtons&lt;br /&gt;
** „Lauda anima mea Dominum“, 2. Teil „Qui custodit veritatem“ zu vier Stimmen; Psalm 145; Cantus firmus: Tonus peregrinus; späte Überlieferung; Echtheit etwas unsicher&lt;br /&gt;
** „Laudate Dominum omnes gentes“ zu vier Stimmen (Kanon 3 ex 1 und freier Bass); Psalm 116; ohne Cantus firmus&lt;br /&gt;
** „Libertatem quam maiores“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Benedictus“ der Missa „Nuncqua fue pena maior“&lt;br /&gt;
** „Miserere mei Deus“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Pleni sunt celi“ der Missa „Sancta Dei genitrix“&lt;br /&gt;
** „Ne temere quid loquaris“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des Agnus Dei II der Missa de feria&lt;br /&gt;
** „Non salvatur rex“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Pleni sunt celi“ der Missa „Incessament“&lt;br /&gt;
** „Nos debemus gratias agere“ zu drei Stimmen; protestantische Kontrafaktur der Chanson „Pour ung jamais“&lt;br /&gt;
** „O Domine Jesu Christi“ zu vier Stimmen; Gebetstext ohne Cantus firmus&lt;br /&gt;
** „Omnes peccaverunt“ zu drei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Benedictus“ der Missa „Inviolata“&lt;br /&gt;
** „O salutaris hostia“ zu vier Stimmen, Reimgebet in honorem Sanctissimi Sacramenti; in drei Quellen an Stelle des „Osanna“ I der Missa de Sancta Anna, in zwei Quellen als selbständige Motette&lt;br /&gt;
** „Pater de caelis Deus“, 2. Teil „Benedicamus Patrem“ zu sechs Stimmen (Kanon 3 ex 1 und drei freie Stimmen), Responsionen aus der Litanei und der Sonntags-Komplet, durch angehängte trinitarische Formel bezogen auf Trinitatis; ohne Cantus firmus&lt;br /&gt;
** „Querite Dominum“ zu zwei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Pleni sunt celi“ der Missa „L’homme armé“ [I]&lt;br /&gt;
** „Quis dabit pacem“, 2. Teil textlos zu vier Stimmen; Textmarke (nicht identifiziert) nur im Index der einzigen Quelle; keine Beziehung zu Heinrich Isaacs Motette&lt;br /&gt;
** „Regina celi“, 2. Teil „Resurrexit sicut dixit“ zu vier Stimmen; eine der vier großen marianischen Antiphonen; Cantus firmus im Tenor&lt;br /&gt;
** „Salve mater salvatoris“, 2. Teil „O deorum dominatrix“ zu vier Stimmen, Reimgebet in festo Assumptionis Beatae Mariae Virginis; ohne Cantus firmus&lt;br /&gt;
** „Salve regina“ [I], 2. Teil „Et Jesum benedictum“ zu vier ex 1 Stimmen; eine der vier großen marianischen Antiphonen in Text und Melodie&lt;br /&gt;
** „Salve regina“ [II], 2. Teil „Eia ergo“ zu drei Stimmen, 3. Teil „Et Jesum benedictum“ zu vier Stimmen; wie [I]&lt;br /&gt;
** „Salve regina“ [III] zu vier Stimmen; wie [II]&lt;br /&gt;
** „Salve regina“ [IV], 2. Teil „Ad te suspiramus“ zu drei Stimmen, 3. Teil „Et Jesum benedictum“, 4. Teil „O pia“ zu vier Stimmen; wie [III]; Alternatim-Komposition, beginnend mit „Vita dulcedo“; Sopran des 1. Teils: Sopran von [[Guillaume Dufay]]s Chanson „Par le regard“; Sopran des 3. Teils: Sopran von [[Gilles Binchois]]’ oder von Dufays Chanson „Je ne vis oncques“&lt;br /&gt;
** „Salve regina“ [V], 2. Teil: „Ad te suspiramus“ zu drei Stimmen, 3. Teil: „Et Jesum benedictum“, 4. Teil „O pia“ zu vier Stimmen; wie [IV]; Alternatim-Komposition; wie [IV]&lt;br /&gt;
** „Salve regina“ [VI], 2. Teil: „Et Jesum benedictum“ zu vier Stimmen; wie [V]&lt;br /&gt;
** „Santa Maria virgo“, 2. Teil textlos zu drei Stimmen; Textmarke in Sopran und Bass „Sancta Maria virgo“, in Tenor „O Maria virgo mitis“; Text und Melodie nicht identifiziert; der 2. Teil offenbar Vorlage für das „Ecce video“ von [[Nicolaes Craen]], das im Mai 1502 in Venedig gedruckt wurde&lt;br /&gt;
** „Sic deus dilexit mundum“ zu fünf ex vier Stimmen; protestantische Kontrafaktur des Chanson „Incessament“&lt;br /&gt;
** „Si esurierit inimicus“ zu drei Stimmen; protestantische Kontrafaktur des „Benedictus“ der Missa „Cum jucunditate“&lt;br /&gt;
** „Te decet laus“ zu fünf Stimmen; Text nicht identifiziert; ohne Cantus firmus; nur in 1 Handschrift als Vertretungs-Motette „Loco deo gracias“; Echtheit stilistisch etwas unwahrscheinlich, aber nach der Quellenlage vorläufig als echt akzeptiert&lt;br /&gt;
** „Vexilla Regis“ / „Passio Domini“ zu vier Stimmen; Cantus firmus „Passio Domini“ im [[Contratenor]]: Matthäus 26,38 und 27,50 auf die Lektionsformeln für den &#039;&#039;Chronista&#039;&#039; und Christus in der Lesung der Passionsgeschichte; „Vexilla regis“: Vesperhymnus am Passionssonntag (Dominica Passionis, Judica) in Text und Melodie (1. Strophe)&lt;br /&gt;
* Motetten mit zweifelhafter Echtheit&lt;br /&gt;
** Magnificat quarti toni zu vier Stimmen; teilweise Josquin, teilweise Alexander Agricola, teilweise [[Antoine Brumel]] zugeschrieben, am ehesten von Josquin&lt;br /&gt;
** Lamentationes Hieremiae Prophetae; die umfangreichere überlieferte Fassung [[Stephan Mahu]] zugeschrieben; wahrscheinlich von diesem&lt;br /&gt;
** „Absalom fili mi“ zu vier Stimmen; Josquin zugeschrieben; aus stilistischen Gründen von drei Musikforschern de la Rue zugeschrieben, von einem Musikforscher angezweifelt; doch eher von de la Rue als von Josquin&lt;br /&gt;
** „Domini est terra“ zu vier Stimmen; früher in Königsberg 1740 de la Rue zugeschrieben; Quelle unzuverlässig, stilistisch unwahrscheinlich&lt;br /&gt;
** „Passio Domini nostri Jesu Christi“ zu vier Stimmen; de la Rue, Jacob Obrecht, „Jo. ala Venture“ und [[Antoine de Longueval]] zugeschrieben; am ehesten von Longueval&lt;br /&gt;
** „Si dormiero“ zu drei Stimmen; de la Rue, Heinrich Isaac, Alexander Agricola, Heinrich Finck und Josquin zugeschrieben; stilistisch eher von Heinrich Isaac&lt;br /&gt;
** „Virga tua“ zu zwei Stimmen; de la Rue und Matthaeus Pipelare zugeschrieben; beides periphere Quellen; Autorschaft stilkritisch kaum zu entscheiden&lt;br /&gt;
* Motette mit inzwischen gesicherter anderer Autorschaft&lt;br /&gt;
** „Salva nos Domine“ zu vier Stimmen; Autor: Heinrich Isaac mit dem Agnus Dei III der Missa „Salva nos“&lt;br /&gt;
* Anonyme Motetten, von der Forschung Pierre de la Rue zugeschrieben&lt;br /&gt;
** „Dulces exuviae“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Maria mater gratie“ / „Fors seulement“ zu fünf Stimmen; anonym; Tenor von Johannes Ockeghems Chanson als Bass 2&lt;br /&gt;
* Chansons mit gesicherter Autorschaft&lt;br /&gt;
** „Autant en emporte le vent“ zu vier Stimmen&lt;br /&gt;
** „A vous non autre“ zu drei Stimmen; Rondeau cinquain&lt;br /&gt;
** „Carmen, Carmen in la“ zu vier Stimmen; Titel für „Secretz regretz“&lt;br /&gt;
** „Ce n’est pas jeu“ zu vier Stimmen; Rondeau quatrain&lt;br /&gt;
** „Cent mille regretz“ zu fünf ex vier Stimmen; im posthumen [[Pierre Attaingnant|Attaingnant]]-Druck (1549) Josquin zugeschrieben; mit Sicherheit von de la Rue&lt;br /&gt;
** „Dedans bouton“ zu vier Stimmen; vielleicht für ein Mitglied der Familie Bouton&lt;br /&gt;
** „De l’oeil de le fille du roy“ zu vier Stimmen; Rondeau cinquain; wohl für Margarete von Österreich (nach 1507?)&lt;br /&gt;
** „D’ung aultre aymer“ zu fünf Stimmen; über den Tenor von Johannes Ockeghems gleichnamigem Rondeau im Tenor 2; nur Text-[[Incipit]]s&lt;br /&gt;
** „En espoir vis“zu vier ex zwei Stimmen&lt;br /&gt;
** „Fors seulement“ [I] zu vier Stimmen; über den Sopran von Johannes Ockeghems Rondeau im Alt; nur Text-Incipits&lt;br /&gt;
** „Fors seulement“ [II] zu fünf ex vier Stimmen; über den Sopran von Johannes Ockeghems Rondeau im Sopran; nur Text-Incipits&lt;br /&gt;
** Fraw Margaretsen lied zu drei Stimmen; Titel von „Pour ung jamais“&lt;br /&gt;
** Güretzsch zu drei Stimmen; Titel von „Si dormiero“&lt;br /&gt;
** „Il est bien heureux“ zu vier Stimmen; anonym, aber de la Rue zugeschrieben in [[Pietro Aaron]]s „Toscanello in musica“ (1529)&lt;br /&gt;
** „Il viendra le jour désiré“ zu vier Stimmen; vielleicht &#039;&#039;response&#039;&#039; zu „Pourquoy tant“; Bass verwandt mit dem Bass von „Sancta Maria virgo“&lt;br /&gt;
** „Incessament mon pauvre cueur lamente“ zu fünf ex vier Stimmen; Rondeau-Refrain; im posthumen Attaingnant-Druck (1549) Josquin zugeschrieben; mit Sicherheit von de la Rue; protestantische Kontrafaktur „Sic Deus dilexit mundum“ in deutscher Handschrift&lt;br /&gt;
** „Ma bouche rit“ zu vier Stimmen; nur Text-Incipits; über den Tenor von Johannes Ockeghems Chanson im Tenor&lt;br /&gt;
** „Mijn hert heeft [heeft altijd] verlanghen“ zu vier Stimmen; in 1 Handschrift Jacob Obrecht zugeschrieben; mit Sicherheit von de la Rue&lt;br /&gt;
** „Plorer gemir crier“ / „Requiem“ zu vier Stimmen; Motetten-Chanson; Cantus firmus: Introitus der Missa pro defunctis; Lamentation auf Johannes Ockeghem?&lt;br /&gt;
** „Pour ce que je suis“ zu vier Stimmen; Rondeau-Refrain; in einer Handschrift „Puisque je suis“ und im Index [[Loyset Compère]], im Notentext de la Rue zugeschrieben; sicherlich von de la Rue&lt;br /&gt;
** „Pourquoy non“ zu vier Stimmen&lt;br /&gt;
** „Pourquoy tant me fault“ / „Pour ung jamais“ zu vier Stimmen; Rondeau-Refrain; vielleicht mit „Il viendra“ (diese als &#039;&#039;response&#039;&#039;) verbunden; Bass verwandt mit dem Bass von „Il viendra“ und „Sancta Maria virgo“&lt;br /&gt;
** „Pour ung jamais“ zu drei Stimmen; Text: Margarete von Österreich; Titel in einer Handschrift „Fraw Margaretsen lied“ zu vier Stimmen mit „A si placet“; in anderer Handschrift „Pour vous james“; protestantische Kontrafaktur „Nos debemus gratias“&lt;br /&gt;
** „Secretz regretz“ zu vier Stimmen; Titel in einer Handschrift: „Carmen“, in anderer Handschrift: „Carmen in la“&lt;br /&gt;
** „Tous les regretz“ zu vier Stimmen; Text von [[Octavien de Saint-Gelais]] auf den Abschied von Margarete von Österreich vom französischen Hof 1493; Rondeau, nur Refrain vertont; teilweise Josquin zugeschrieben; sicherlich von de la Rue&lt;br /&gt;
** „Tous nobles cueurs“ zu drei Stimmen; Text von Octavien de Saint-Gelais; nur Refrain vertont&lt;br /&gt;
** „Trop plus secret“ zu vier Stimmen&lt;br /&gt;
* Chansons und Lieder mit zweifelhafter Echtheit&lt;br /&gt;
** „Ach hülff mich leid“ zu vier Stimmen; de la Rue und Josquin zugeschrieben (hier ursprüngliche Zuschreibung an [[Hans Buchner (Komponist)|Johannes Buchner]] getilgt), auch [[Noel Bauldeweyn]] zugeschrieben; einzig möglich ist Johannes Buchner&lt;br /&gt;
** „Dictes moy bergère“ zu vier ex zwei Stimmen; teilweise de la Rue, teilweise Josquin zugeschrieben&lt;br /&gt;
** „Een vrolic wesen“ zu drei Stimmen; de la Rue und [[Jacques Barbireau]] zugeschrieben; stilistisch eher von Barbireau&lt;br /&gt;
** „En l’amour d’un dame“ zu fünf Stimmen; in einer Handschrift de la Rue zugeschrieben, aber stilistisch unwahrscheinlich&lt;br /&gt;
** „Il fault morir“ zu sechs Stimmen; in einer Handschrift de la Rue zugeschrieben, stilistisch unwahrscheinlich; Tenor über den Tenor der Motetten-Chanson „Tant ay d’ennuy“ / „O vos omnes“ von Loyset Compère&lt;br /&gt;
** „Leal schray tante“ zu vier Stimmen; in drei Handschriften de la Rue zugeschrieben, in einer Josquin, in einer weiteren mit dem Titel „Carmen“; stilistisch für beide Autoren untypisch&lt;br /&gt;
** „Le renvoye“ zu zwei Stimmen; ist Sopran der Chanson von Loyset Compère mit neuem Tenor; in einer Handschrift als Kontrafaktur de la Rue zugeschrieben, in weiteren Quellen anonym; eine weitere späte und periphere Quelle vorhanden; stilistisch unwahrscheinlich&lt;br /&gt;
** „Tant que nostre argent“ zu vier Stimmen; in einer Handschrift de la Rue zugeschrieben, in anderen Antoine Busnoys und Jean Japart; wahrscheinlich von Japart; ist eine kombinatorische Chanson „Amours fait moult“ / „Il est de bonne heure né“ / „Tant que nostre argent dure“&lt;br /&gt;
* Chansons mit inzwischen gesicherter anderer Autorschaft&lt;br /&gt;
** „Adieu Florens la jolie“ zu vier Stimmen; von [[Pietrequin Bonnel]] (fl. 1481–1499)&lt;br /&gt;
** „Een vrolic wesen“ zu vier Stimmen; von Matthaeus Pipelare&lt;br /&gt;
** „Fors seulement“ [II] zu vier Stimmen; von Matthaeus Pipelare: „Exortum est in tenebris“&lt;br /&gt;
** „Jouissance vous donneray“ zu vier Stimmen; von Claudin de Sermisy&lt;br /&gt;
* Anonyme Chansons, von der Forschung Pierre de la Rue zugeschrieben&lt;br /&gt;
** „Adieu comment“ zu fünf ex vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Apres regretz“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Ce m’est tout ung“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „C’est ma fortune“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Changier ne veulx“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Cueurs desolez“ / „Dies illa“ zu fünf Stimmen; anonym; Motetten-Chanson auf den Tod von Jean de Luxembourg 1508; Text von [[Jean Lemaire de Belges|Jean Lemaire]]?&lt;br /&gt;
** „Dueil et ennuy“ zu fünf ex vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Helas, fault il“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Il me fait mal“ zu drei Stimmen; anonym; vielleicht &#039;&#039;response&#039;&#039; zu „Me fauldra il“, Text vielleicht von de la Rue&lt;br /&gt;
** „J’ay mis mon cueur“ zu drei Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Je n’ay regretz“zu fünf ex vier Stimmen; anonym; Zuschreibung an de la Rue durch L. F. Bernstein 1991&lt;br /&gt;
** „Je ne dis mot“ zu sechs ex drei Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Je ne scay plus“ zu drei Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Las, helas, las, seray-je repris?“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Me fauldra il“ zu vier Stimmen; anonym; Text vermutlich von Margarete von Österreich; dazu vielleicht als &#039;&#039;response&#039;&#039; „Il me fait mal“, Text vielleicht von de la Rue&lt;br /&gt;
** „Plusieurs regretz“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Quant il advient“ zu fünf ex vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Quant il survient“ zu vier Stimmen; anonym&lt;br /&gt;
** „Sailliés avant“ zu fünf ex vier Stimmen; anonym; Zuschreibung mit starkem Vorbehalt bei L. F. Bernstein 1991; Zuschreibung an Josquin durch J. van Benthem; Bezüge zu einigen wiedererkannten Josquin-Chansons in einer Handschrift der Österreichischen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
** „Se je souspire“ / „Ecce iterum“ zu drei Stimmen; anonym; Texte von Margarete von Österreich auf den Tod Philipps des Schönen 1506&lt;br /&gt;
** „Soubz ce tumbel“ zu vier Stimmen; anonym; Text „Epitaphe de l’Amant Vert“ von Jean Lemaire, geschrieben 1505 für Margarete von Österreich; 1 Autor hält Josquin für den möglichen Autor; Zuschreibung an de la Rue durch J. Milson 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* G. Caullet: &#039;&#039;Musiciens de la collégiale Notre-Dame d’apres leurs testaments&#039;&#039;, Kortrijk 1911&lt;br /&gt;
* [[Albert Smijers]]: &#039;&#039;De Illustre Liewe Vrouwe Broederschap de ’s-Hertogenbosch.&#039;&#039; In: Tijdschrift van de Vereniging voor nederlandse muziekgeschiedenis Nr. 11–14, 16–17 aus 1925–1951&lt;br /&gt;
* J. Schmidt-Görg: &#039;&#039;Die Acta Capitularia der Notre-Dame-Kirche zu Kortrijk als musikgeschichtliche Quelle.&#039;&#039; In: Vlaams jaarboek voor muziekgeschiedenis Nr. 1, 1939, Seite 21–80&lt;br /&gt;
* J. Robijns: &#039;&#039;Pierre de la Rue, circa 1460–1518. Een bio-bibliographische studie&#039;&#039;, Gembloux 1954&lt;br /&gt;
* Derselbe: &#039;&#039;Pierre de la Rue als overgangsfigur tussen middeleeuwen en renaissance.&#039;&#039; In: Revue Belge de musicologie Nr. 9, 1955, Seite 122–130&lt;br /&gt;
* M. Picker: &#039;&#039;Three Unidentified Chansons by Pierre de la Rue in the »Album de Marguerite d’Autriche«.&#039;&#039; In: Musical Quarterly Nr. 46, 1960, Seite 329–343&lt;br /&gt;
* N. St. John Davison: &#039;&#039;The Motets of Pierre de la Rue.&#039;&#039; In: Musical Quarterly Nr. 48, 1962, Seite 19–35&lt;br /&gt;
* Chr. Maas: &#039;&#039;Josquin – Agricola – Brumel – de la Rue: een authenticiteidsprobleem.&#039;&#039; In: Tijdschrift van de Vereniging voor nederlandse muziekgeschiedenis Nr. 20, 1964–1967, Seite 120–139&lt;br /&gt;
* M. Picker: &#039;&#039;The Chanson Albums of Marguerite of Austria&#039;&#039;, Berkeley 1965&lt;br /&gt;
* M. Rosenberg: &#039;&#039;Symbolic and Descriptive Text Settings in the Sacred Works of Pierre de la Rue (c. 1460–1518).&#039;&#039; In: Miscellanea musicologica (Adelaide) Nr. 1, 1966, Seite 225–248&lt;br /&gt;
* H. Kellman: &#039;&#039;Josquin and the Courts of Netherlands an France: the Evidence of the Sources.&#039;&#039; In: Josquin-Kongressbericht New York 1971, London / New York / Toronto 1976, Seite 181–216&lt;br /&gt;
* W. H. Rubsamen: &#039;&#039;Unifying Techniques in Selected Masses of Josquin and La Rue: a Stylistic Comparison.&#039;&#039; In: Josquin-Kongressbericht New York 1971, London / New York / Toronto 1976, Seite 369–400&lt;br /&gt;
* M. J. Bloxam: &#039;&#039;A Survey of Late Medieval from the Low Countries: Implications for Sacred Polyphony 1460–1520&#039;&#039;, Dissertation an der Yale University, New Haven 1987 (maschinenschriftlich)&lt;br /&gt;
* W. Elders: &#039;&#039;Number Symbolism in Some Cantus-Firmus-Masses of Pierre de la Rue.&#039;&#039; In: Jaarboek van het Vlaamse Centrum voor Oude Muziek Nr. 3, 1987, Seite 59–68&lt;br /&gt;
* Th. C. Karp: &#039;&#039;Mensural Irregularities in La Rue’s Missa de Sancto Antonio.&#039;&#039; In: Israel Sudies in Musicology Nr. 5, 1990, Seite 81–95&lt;br /&gt;
* J. van Benthem: &#039;&#039;Pietro de Platea versus Petrus de Vico: a Problem in the Biography of Pierre de la Rue&#039;&#039;, Introduction to Workshop III: Josquin and La Rue, in: Josquin-Kongressbericht Utrecht 1986, Utrecht 1991, Seite 101 und folgende&lt;br /&gt;
* Fr. de Haen: &#039;&#039;A Magnificat quarti toni with a Fourfold Ascription.&#039;&#039; In: Josquin-Kongressbericht Utrecht 1986, Utrecht 1991, Seite 117–123&lt;br /&gt;
* L. F. Bernstein: &#039;&#039;Chansons Attributed to both Josquin des Prez and Pierre de la Rue: a Problem in Establishing Authenticity.&#039;&#039; In: Josquin-Kongressbericht Utrecht 1986, Utrecht 1991&lt;br /&gt;
* Honey Meconi: &#039;&#039;Free from the Crime of Venus: the Biography of Pierre de la Rue.&#039;&#039; In: Kongressbericht der Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft Madrid 1992, Revista de musicología Nr. 16, 1993, Seite 2673–2683&lt;br /&gt;
* A. Leszczyńska: &#039;&#039;Melodyka niderlandska w poifonii Josquina, Obrechta i La Rue&#039;&#039;, Warschau 1997 (= Studia et dissertationes Instituti musicologiae Universitatis Varsoviensis B / 6)&lt;br /&gt;
* Honey Meconi: &#039;&#039;French Print Chansons and Pierre de la Rue: a Case Study in Authenticity.&#039;&#039; In: Festschrift für L. Lockwood, herausgegeben von J. A. Owens / A. Cummings, Warren/Michigan 1997, Seite 187–214&lt;br /&gt;
* E. Schreurs: &#039;&#039;De schatkamer van Alamire en ekele nieuwe vondsten van muziekfragmenten.&#039;&#039; In: Musica antiqua (Belgien) Nr. 16, 1999, Seite 36–39&lt;br /&gt;
* M. Zywietz: &#039;&#039;Karl V. – der Kaiser und die Musik. Neue Wege der Relation von Text und Musik im Motettenschaffen seines Kapellmeisters Nicolas Gombert&#039;&#039;, Habilitationsschrift Münster 1999&lt;br /&gt;
* W. G. Kempster: &#039;&#039;Chromatic Alteration in the Missa »L’homme armé« of Pierre de la Rue: a Case Study in Performance Practice&#039;&#039;, Dissertation an der University of Alberta, Edmonton 1999&lt;br /&gt;
* F. Fitch: &#039;&#039;Introduction&#039;&#039;, zu Choirbook for Philip the Fair and Juana of Castile: ca. 1504–1506, Brussels, Koninklijke Bibliotheek, Manuskript 9126, Faksimile, Peer 2000&lt;br /&gt;
* Honey Meconi: &#039;&#039;Habsburg-Burgundian Manuscripts, Borrowed Material, and the Practice of Naming.&#039;&#039; In: Early Musical Borrowing, herausgegeben von Honey Meconi, New York / London 2004, Seite 111–124 &lt;br /&gt;
* A. H. Weaver: &#039;&#039;Aspects of Musical Borrowing in the Polyphonic Missa de feria of the Fifteenth and Sixteenth Centuries.&#039;&#039; In: Early Musical Borrowing, herausgegeben von H. Meconi, New York / London 2004, Seite 125–148&lt;br /&gt;
* Honey Meconi: &#039;&#039;Pierre de la Rue and Musical Life at the Habsburg-Burgundian Court&#039;&#039;, Oxford University Press, New York 27. März 2003, Neuauflage 2009, ISBN 0198165544&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|122783166|TEXT=Werke von und über}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|122783166}}&lt;br /&gt;
* {{IMSLP|id=La Rue, Pierre de}}&lt;br /&gt;
* {{ChoralWiki|Pierre de la Rue}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=122783166|LCCN=n82166871|NDL=01053318|VIAF=265244429}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Rue, Pierre de la}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Renaissance)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franko-flämischer Komponist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Kirchenmusik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sänger der Renaissance]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Belgien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Tournai)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1518]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Rue, Pierre de la&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Rue, Perchon de la; Rue, Petrus de la; Vico, Petrus de; Robore, Petrus de&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=franko-flämischer Komponist, Sänger und Kleriker der Renaissance&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=zwischen 1460 und 1470&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Tournai]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. November 1518&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Kortrijk]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.191.135</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Christina_von_D%C3%A4nemark&amp;diff=624568</id>
		<title>Christina von Dänemark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Christina_von_D%C3%A4nemark&amp;diff=624568"/>
		<updated>2025-05-12T13:16:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.5.191.135: vorangestellter Genitiv&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt die dänische Prinzessin Christina von Dänemark. Für die gleichnamige Königin siehe [[Christina von Sachsen (1461–1521)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Christina of Denmark, Duchess of Milan.jpg|miniatur|hochkant|Porträt Christinas von Dänemark von [[Hans Holbein der Jüngere|Hans Holbein dem Jüngeren]], 1538, [[National Gallery (London)|National Gallery]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Christina von Dänemark&#039;&#039;&#039; (* [[1521]] in [[Nyborg]] oder [[Kopenhagen]]; † [[1590]] in [[Alessandria]] oder [[Tortona]]) war eine dänische Prinzessin, die durch ihre erste Heirat von 1533 bis 1535 [[Herzogtum Mailand|Herzogin von Mailand]] und durch ihre zweite Heirat in der Zeit von 1541 bis 1559 [[Herzogtum Lothringen|Herzogin von Lothringen]] war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Christina kam als jüngstes von sechs Kindern [[Christian II. (Dänemark, Norwegen und Schweden)|Christians II. von Dänemark]] und [[Isabella von Österreich|Isabellas von Österreich]] 1521 zur Welt. Als mögliche Geburtsorte kommen Nyborg und Kopenhagen infrage. Ihr genaues Geburtsdatum ist umstritten. Hierfür kommen der November 1521 und der 5. Dezember des gleichen Jahres in Betracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre Mutter war sie eine Nichte des [[Habsburg|habsburgischen]] [[Römisch-deutscher Kaiser|Kaisers]] [[Karl V. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;V.]] Diese Verwandtschaftsbeziehung sollte Christinas Lebenslauf maßgeblich beeinflussen, denn als Mitglied der Habsburger-Dynastie war sie als potentielle Ehefrau sehr begehrt. Ihr Onkel verheiratete sie zweimal aus rein politischen Interessen, um durch die daraus entstandenen Verbindungen mit europäischen Adelsfamilien seine Macht gegenüber Frankreich zu wahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit ===&lt;br /&gt;
Christina war zwei Jahre alt, als ihr Vater Christian II. 1523 als dänischer König abgesetzt wurde. Die gesamte Familie floh daraufhin nach [[Flandern]] und residierte anschließend in [[Lier (Belgien)|Lier]]. Nach dem Tod ihrer Mutter 1526 gab Christian II. seine Kinder in die Obhut ihrer Großtante [[Margarete von Österreich (1480–1530)|Margarete von Österreich]], [[Statthalter der habsburgischen Niederlande|Statthalterin der habsburgischen Niederlande]]. Er wollte versuchen, den dänischen Thron für sich zurückzugewinnen und reiste 1531 nach Skandinavien zurück. Christina sollte ihren Vater nie wieder sehen, denn er starb dort nach langjähriger Gefangenschaft, ohne je nach Flandern zurückgekehrt zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Attributed to Ambrosius Benson - Mary Magdalene reading.jpg|miniatur|hochkant|Christina von Dänemark als Herzogin von Mailand]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit ihrem Bruder Johann und ihrer Schwester [[Dorothea von Dänemark und Norwegen|Dorothea]] erhielt Christina eine katholisch geprägte, umfassende Erziehung. Neben Französisch sprach sie Italienisch und Deutsch. Nach dem Tod Margaretes von Österreich 1530 sorgte Christinas Tante [[Maria von Ungarn|Maria von Österreich]] als neue Statthalterin der habsburgischen Niederlande für die weitere Erziehung der Kinder. Sie war bemüht, den Kindern ihrer verstorbenen Schwester eine möglichst unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen. Die immer fröhliche Christina war eine ideale Jagdgefährtin ihrer Tante, die eine ausgezeichnete Reiterin war und schon im zarten Kindesalter perfekt wusste, wie man mit einem dressierten Falken erfolgreich der Jagd nachging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;groessing&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Heirat ===&lt;br /&gt;
Als Christina gerade einmal elf Jahre alt war, wurde sie mit [[Francesco II. Sforza]], dem Herzog von Mailand verheiratet. Maria, ihre Tante, versuchte mit Hinweis auf das kindliche Alter der Braut, ihren Bruder Karl V. von seinen Eheplänen für die Nichte abzubringen; jedoch vergeblich. Längst waren die Verhandlungen mit dem Herzog von Mailand aufgenommen worden, und dieser hatte den Grafen Stampa geschickt, der die Eheschließung besiegeln sollte. Die Hochzeit fand im August 1533 [[Trauung per Stellvertreter|per procurationem]] in Brüssel statt, wo der Mailänder Gesandte Maria Massimiliano Stampa als Stellvertreter des Bräutigams fungierte.&lt;br /&gt;
Ein halbes Jahr nach der Trauung reiste Christina nach Mailand und wurde dort am 3. Mai 1534 von einer begeisterten Menge willkommen geheißen. Schon am nächsten Tag folgte die kirchliche Heirat im [[Mailänder Dom|Dom von Mailand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der halbseitig gelähmte Francesco stellte sich als liebevoller und aufmerksamer Gesprächspartner heraus, der davon Abstand nahm, die Ehe mit dem Kind zu vollziehen. Er machte sie mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit bekannt und verwöhnte sie mit köstlichen Speisen, prachtvollen Kleidern sowie Theatervorstellungen, die eigens für sie arrangiert wurden. Der kränkliche Herzog starb im Oktober 1535 und machte Christina mit nur 13 Jahren zur Witwe, ohne dass dem Paar Nachkommen geboren worden waren. Christina war von echter Trauer erfüllt, hatte sie sich doch längst an ihren kultivierten Ehemann und das Leben am Mailänder Hof gewöhnt. Nun kehrte sie 1537 nach Brüssel zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;groessing&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Witwenschaft ===&lt;br /&gt;
Der englische König [[Heinrich VIII. (England)|Heinrich VIII.]] war nach dem Tod seiner dritten Frau [[Jane Seymour (Königin)|Jane Seymour]] erneut auf Brautschau und zog für eine vierte Ehe auch die junge Mailänder Herzogswitwe in Betracht. Das Angebot, Christina zu heiraten, hatte der König von Kaiser Karl V. selbst erhalten, der zu jener Zeit Verbündete in seinem Krieg gegen Frankreich suchte. Heinrichs Gesandter am Brüsseler Hof beschrieb ihm Christina als „sehr nüchtern, sehr klug und fromm“&amp;lt;ref name=&amp;quot;vogt260&amp;quot; /&amp;gt;. Zudem schwärmte er davon, dass sie „von angemessener Schönheit, sehr groß, von sanfter Sprechweise und angenehmen Wesen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;vogt260&amp;quot; /&amp;gt; gewesen sei. Heinrich VIII. entsandte seinen Hofmaler [[Hans Holbein der Jüngere|Hans Holbein den Jüngeren]] nach Brüssel, um ein Porträt Christinas anfertigen zu lassen. Am 12. März 1538 saß sie Holbein für drei Stunden Modell. Das Gemälde befindet sich heute in der Londoner [[National Gallery (London)|National Gallery]] und zeigt die 16-jährige mehr als zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes immer noch in Trauerkleidung, obwohl die damaligen Vorschriften nur sechs Monate verlangten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Christina über die erneuten Heiratspläne für sie dachte, ist nicht überliefert. Ihre oft in Form eines angeblichen Zitats angeführte Ablehnung der Heirat ist bis heute unbelegt. In Anspielung auf die Tatsache, dass Heinrich VIII. seine zweite Ehefrau unter falschen Anschuldigungen hatte köpfen lassen, soll sie gesagt haben, sie besäße nur einen Kopf. Hätte sie derer zwei, stünde einer davon zu Heinrichs Verfügung. Tatsache ist jedoch, dass dieser Christina zugeschriebene Ausspruch erstmals in Veröffentlichungen des 17. Jahrhunderts erscheint.&amp;lt;ref name=&amp;quot;warnicke47&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehe mit dem englischen König kam nicht zustande, denn nach dem &#039;&#039;Friedensvertrag von Nizza&#039;&#039;, in dem Karl V. und der französische König [[Franz I. (Frankreich)|Franz I.]] einen 10-jährigen Waffenstillstand vereinbart hatten, war Heinrich VIII. für den Kaiser als Bündnispartner gegen Frankreich nicht mehr von Interesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogin von Lothringen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:ChristinavonDaenemarkCoxcie.jpg|miniatur|hochkant|Porträt Christinas von Dänemark von [[Michiel Coxcie]], 1545, Allen Memorial Art Museum Oberlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christina heiratete am 10. Juli 1541&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiener156&amp;quot; /&amp;gt;  in Brüssel [[Franz I. (Lothringen)|Franz I.]], den ältesten Sohn des lothringischen [[Herzog]]s [[Anton II. (Lothringen)|Anton des Guten]]. Obwohl auch diese Verbindung nur aus politischem Kalkül zustande kam, führte das Paar eine glückliche Ehe, der drei Kinder entstammten:&lt;br /&gt;
* [[Karl III. (Lothringen)|Karl III.]], Herzog von Lothringen (* 15. Februar 1543; † 14. Mai 1608), benannt nach seinem kaiserlichen Großonkel Karl V.; ⚭ [[Claudia von Valois]], Tochter König [[Heinrich II. (Frankreich)|Heinrichs II. von Frankreich]] und [[Katharina von Medici|Katharinas von Medici]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Renata von Lothringen|Renée]] (* 20. April 1544; † 22. Mai 1602), benannt nach ihrer Großmutter väterlicherseits, Renée de Bourbon-Montpensier (1494–1539); ⚭ Herzog [[Wilhelm V. (Bayern)|Wilhelm V. von Bayern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dorothée (* 20. August 1545; † 2. Juni 1621); ⚭ 1) Herzog [[Erich II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich II. von Braunschweig-Kalenberg]], 2) Marc de Rye de la Palud, Marquis de Varabon und Graf de la Roche et Villersexel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz I., der seinem Vater 1544 als Herzog von Lothringen nachgefolgt war, starb bereits 1545; noch vor der Geburt seines dritten Kindes. Christina übernahm gemeinsam mit ihrem Schwager [[Nicolas de Lorraine, duc de Mercœur|Nicolas de Lorraine-Mercœur]] für ihren erst zweijährigen Sohn Karl III. die [[Regentschaft]] im Herzogtum. Im November 1545 entschied die lothringische Adelsversammlung jedoch, dass Christina fortan allein regieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingt durch ihre Verwandtschaft mit den Habsburgern verfolgte Christina eine gegenüber Spanien freundliche Politik und konnte sich damit lange Zeit gegenüber dem französischen Königshaus behaupten. Gleichzeitig versuchte sie jedoch, die Neutralität Lothringens im Kampf zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich zu wahren. Nach dem [[Vertrag von Chambord]] aber ließ der französische König [[Heinrich II. (Frankreich)|Heinrich II.]] am 13. März 1552 Lothringen und die drei Reichsstädte und Bistümer (→ [[Trois-Évêchés]]) Metz, Toul und Verdun besetzen und sorgte damit für ein erneutes Aufflammen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Karl V. und Frankreich. Christina wurde am 15. April 1552 ihres Amtes als Regentin enthoben und aus dem Herzogtum vertrieben. Ihren elfjährigen Sohn Karl III. brachte man nach Paris an den französischen Königshof, die Regentschaft über Lothringen ging an Nicolas de Lorraine-Mercoeur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exil in Flandern und Rückkehr nach Lothringen ===&lt;br /&gt;
Christina flüchtete sich gemeinsam mit ihren beiden Töchtern erst auf ihre Besitzungen in [[Blâmont]] und Denœvre und ging nach einem Aufenthalt in [[Heidelberg]] anschließend nach Flandern. Dort verbrachte sie sechs Jahre im Exil, ehe sie im Mai 1558 erstmals nach Frankreich zurückkehrte, um ihren Sohn Karl wiederzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dessen Hochzeit mit [[Claudia von Valois]], der Tochter des französischen Königs, vermittelte Christina von Dänemark gemeinsam mit ihm einen Friedensvertrag zwischen Heinrich II. von Frankreich und [[Philipp II. (Spanien)|Philipp II. von Spanien]], der am 3. April 1559 in [[Le Cateau-Cambrésis]] geschlossen wurde. Der spanische König dachte sogar daran, sie als Nachfolgerin von [[Emanuel Philibert (Savoyen)|Emanuel Philibert von Savoyen]] zur Statthalterin der habsburgischen Niederlande zu ernennen, zumal Christina von der Mehrheit der flandrischen Adeligen auf diesem Posten favorisiert wurde&amp;lt;ref name=&amp;quot;coste414&amp;quot; /&amp;gt;, doch Philipps Wahl fiel schlussendlich zugunsten seiner Halbschwester [[Margarethe von Parma]] aus. Im November 1559 ging Christina wieder nach [[Nancy]], um ihren Sohn bei der Regierung seines Herzogtums zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Called Christina of Denmark Dowager-Duchess of Milan and Lorraine 1568-72.jpg|miniatur|hochkant|Christina als verwitwete Herzogin von Lothringen, 1568/72]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die letzten Jahre ===&lt;br /&gt;
Ab 1567 lebte Christina auf [[Schloss Friedberg (Bayern)|Schloss Friedberg]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Stadtbuch Friedberg |Hrsg=Stadt Friedberg |Band=2: Kunst- und Kulturgeschichte. |Verlag=Stadt Friedberg |Ort=Friedberg |Datum=1991 |ISBN=978-3-98028-180-5 |Seiten=527}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bayern. 1578/79 zog sich Christina nach Italien zurück und verbrachte ihre letzten Jahre auf ihrem Witwensitz im mailändischen [[Tortona]], der ihr durch ihre erste Ehe mit Francesco II. Sforza zugefallen war. Ihr genauer Sterbeort ist bisher unbekannt. Sie starb 1590 in Tortona oder [[Alessandria]]. Als Sterbedatum werden in der Literatur sowohl der 10. August als auch der 10. September des gleichen Jahres angeführt. Sie wurde an der Seite ihres zweiten Ehemanns in der [[Krypta]] der herzoglichen Kapelle in der &#039;&#039;Église des Cordeliers&#039;&#039; in Nancy beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thronansprüche ==&lt;br /&gt;
Christinas Vater hatte während seiner Gefangenschaft 1549 offiziell für sich und seine Nachkommen die Ansprüche auf den dänischen Thron fallen gelassen und damit implizit auch auf den Thron Norwegens und Schwedens verzichtet. Christina erkannte diesen Verzicht ihres Vaters jedoch nie an. Nachdem Christian II. von Dänemark 1559 verstorben war und ihre ältere Schwester Dorothea keine Thronansprüche geltend machte, reklamierte sie den dänischen Thron für sich. In der Zeit von 1563 bis 1569 unterzeichnete Christina offizielle Urkunden mit dem Zusatz „Königin von Dänemark“, obgleich sie diesen Anspruch niemals militärisch durchzusetzen versuchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Julia Cartwright: &#039;&#039;Christina of Denmark. Duchess of Milan and Lorraine 1522–1590&#039;&#039;. Reprint der Ausgabe von 1913. AMS Press, New York 1973 ([https://archive.org/stream/christinaofdenma00adyj#page/n7/mode/2up Digitalisat der Ausgabe von 1913]).&lt;br /&gt;
* Hilarion de Coste: &#039;&#039;Christine ou Chrestienne de Dannemarc, duchesse de Lorraine er de Milan&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Les Eloges et les vies des reynes, des princesses, et des dames illustres en pieté, en Courage &amp;amp; en Doctrine, qui ont fleury de nostre temps, &amp;amp; du temps de nos Peres&#039;&#039;. Band 1, 2. Auflage. Sébastien et Gabriel Cramoisy, Paris 1647, Seite 406–417 ([http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k55296293.image.f471 online]).&lt;br /&gt;
* Carole Levin: &#039;&#039;Extraordinary women of the Medieval and Renaissance world. A biographical dictionary.&#039;&#039; Greenwood Press, Westport 2000, ISBN 0-313-30659-1, Seite 37–39.&lt;br /&gt;
* [[Maike Vogt-Lüerssen]]: &#039;&#039;Frauen in der Renaissance. 30 Einzelschicksale&#039;&#039;. 1. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-6567-0, Seite 254–269.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Rezeption ==&lt;br /&gt;
* [[Eva Helle Stangerup|Helle Stangerup]]: &#039;&#039;Prinzessin Christine,&#039;&#039; übersetzt von Lothar Schneider, ECON-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf 1994, ISBN 978-3-612-27092-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Christina of Denmark|Christina von Dänemark}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kleio.org/de/geschichte/stammtafeln/habsburger/abb10r.html Kurzbiografie Christinas von Dänemark]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;groessing&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Sigrid-Maria Größing]]: &#039;&#039;Karl V. Herrscher zwischen den Zeiten und seine europäische Familie&#039;&#039;. Amalthea Signum, Wien 2008, ISBN 3-85002-927-1.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;vogt260&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
M. Vogt-Lüerssen: &#039;&#039;Frauen in der Renaissance&#039;&#039;, Seite 260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;warnicke47&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Retha M. Warnicke: &#039;&#039;The Marrying of Anne of Cleves&#039;&#039;. University Press, Cambridge 2000, ISBN 0-521-77037-8, Seite 47.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiener156&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
René Wiener: &#039;&#039;Recueil de documents sur l’histoire de Lorraine&#039;&#039;. Nancy 1891, Seite 156.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;coste414&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
H. de Coste: &#039;&#039;Les Eloges et les vies des reynes …&#039;&#039;, Seite 414.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119328313|LCCN=nr/2001/31861|VIAF=122299382}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Christina #Danemark}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herzogin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prinz (Dänemark)|Christina #Danemark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prinz (Norwegen)|Christina #Danemark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Hauses Oldenburg (Dänische Linie, Dänemark)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Sforza|⚭Christina #Danemark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Vaudémont|⚭Christina #Danemark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1521]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1590]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Christina von Dänemark&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Christina von Mailand; Christina von Lothringen&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Herzogin von Mailand und Lothringen, Prinzessin von Dänemark&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=November 1521 oder 5. Dezember 1521&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Nyborg]] oder [[Kopenhagen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1590&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Alessandria]] oder [[Tortona]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.191.135</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Pfohren&amp;diff=186215</id>
		<title>Pfohren</title>
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		<updated>2025-05-12T13:13:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.5.191.135: vorangestellter Genitiv&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Gemeindeart            = Stadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename           = Donaueschingen&lt;br /&gt;
| Ortswappen             = Wappen Pfohren.png&lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 47.9392&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 8.5526&lt;br /&gt;
| Bundesland             = Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
| Höhe                   = 687&lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug             = NN&lt;br /&gt;
| Fläche                 = 15.69&lt;br /&gt;
| Fläche-Quelle          = &lt;br /&gt;
| Einwohner              = 1641&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum  = 2022-03&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle       = &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.donaueschingen.de/pfohren |titel=Ortsteil Pfohren {{!}} Donauquellstadt Donaueschingen |abruf=2024-10-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum    = 1972-01-01&lt;br /&gt;
| Postleitzahl1          = 78166&lt;br /&gt;
| Vorwahl1               = 0771&lt;br /&gt;
| Lagekarte              = &lt;br /&gt;
| Bild                   = D-VS-Pfohren2.JPG&lt;br /&gt;
| Bild-Beschreibung      = Kirche in Pfohren&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pfohren&#039;&#039;&#039; ist ein [[Dorf]] in [[Deutschland]] in [[Baden-Württemberg]], gelegen im [[Schwarzwald-Baar-Kreis]] und heute [[Stadtteil]] der [[Große Kreisstadt|Großen Kreisstadt]] [[Donaueschingen]]. Der Ort zählt etwa 1.600 Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Donau-Pfohren.jpg|mini|Donau]]&lt;br /&gt;
Pfohren ist geographisch [[fluss]]abwärts von Donaueschingen aus gesehen die erste Ortschaft an der jungen [[Donau]] nach dem Zusammenfluss der beiden [[Quellfluss|Quellflüsse]] [[Brigach]] und [[Breg]], dem sogenannten [[Donauzusammenfluss]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Pfohren – Das erste Dorf an der jungen Donau. Aus der Geschichte einer Baargemeinde&#039;&#039;, Donaueschingen 2001, S. 420.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die [[Gemarkung]] Pfohren grenzen die Gemarkungen folgender Ortschaften (im [[Drehrichtung|Uhrzeigersinn]] beginnend im Norden): [[Aasen (Donaueschingen)|Aasen]], [[Oberbaldingen]], [[Unterbaldingen]], [[Gutmadingen]], [[Neudingen]], [[Sumpfohren]], [[Hüfingen]], [[Allmendshofen]] und Donaueschingen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Uebersichts-Plan der Gemarkung Pfohren&#039;&#039;, in: Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Pfohren – Das erste Dorf an der jungen Donau. Aus der Geschichte einer Baargemeinde&#039;&#039;, Donaueschingen 2001, S. 134f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vor- und Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die vom griechischen [[Historiker]] [[Herodot]] erwähnte [[Kelten|keltische]] Siedlung [[Pyrene (Stadt)|Pyrene]] soll sich auf Pfohren beziehen. Damit wäre Pfohren die älteste schriftlich erwähnte Ortschaft Deutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Creuzer]]: &#039;&#039;Herodoti Musae&#039;&#039;, Bd. 4, Leipzig 1835, S. 556.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas H. T. Wieners: &#039;&#039;Pfohren – der älteste schriftlich erwähnte Ort Deutschlands? Zur Lokalisierung der mysteriösen keltischen Siedlung Pyrene in Herodots Historien&#039;&#039;, in: Almanach 2011. Jahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises, Bd. 35, S. 184–188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.lrasbk.de/landkreis/geschichte-wissenswertes-statistik/geschichtliches-aus-dem-kreisgebiet-geschichte-des-landkreises.html |wayback=20131004225507 |text=Joachim Sturm auf der Homepage des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas H. T. Wieners: &#039;&#039;Cheneinga marca &amp;amp; capella sancti Martini. Die Urmark Klengen und die Urkirche Kirchdorf im Spiegel der frühmittelalterlichen Urkundenüberlieferung des Klosters St. Gallen&#039;&#039;, in: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Das Brigachtal im frühen Mittelalter&#039;&#039; (= Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Bd. 67), Weinstadt 2013 (ISBN 978-3-942227-14-8), S. 95–131, hier S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt; Systematische [[Ausgrabung|archäologische Ausgrabungen]] haben in Pfohren bisher noch nicht stattgefunden. Es existieren allerdings einige Streufunde aus dem Bereich der Pfohrener Gemarkung, so etwa ein keltischer [[Barren (Metall)|Eisenbarren]].&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Nick: &#039;&#039;Wein gegen Sklaven – Der keltische Handel&#039;&#039;, in: Andrea Bräuning, Andreas Burkhardt, Rolf Dehn, Eckhard Deschler-Erb, Saskia Dornheim, Andrea Hagendorn, Christoph Huth, Michael Nick, Norbert Spichtig, Holger Wendling und Jean-Jacques Wolf: &#039;&#039;Kelten an Hoch- und Oberrhein&#039;&#039; (= Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, Band 24), Konrad Theiss Verlag, Esslingen 2005, ISBN 3-8062-2034-4, S. 48–54, hier Abb. 52, S. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Mit sieben im [[Stiftsarchiv St. Gallen]] überlieferten [[Urkunde]]n ist Pfohren der für die [[Karolinger]]zeit am besten dokumentierte Ort&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas H. T. Wieners: &#039;&#039;Zinsen für die Ewigkeit. Die Vergabungen im Schwarzwald-Baar-Kreis an das Kloster St. Gallen in fränkischer Zeit&#039;&#039;, in: Almanach 2006. Heimatjahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises, F. 30, S. 157–159, hier S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt; der gesamten [[Baar (Geschichte)|Baar]].&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Erhart: &#039;&#039;Herr und Nachbar. Beziehungen zwischen dem Kloster St. Gallen und der Baar in der Karolingerzeit&#039;&#039;, in: Volkhard Huth, R. Johanna Regnath (Hrsg.): &#039;&#039;Die Baar als Königslandschaft&#039;&#039;, Ostfildern 2010, S. 127–160, hier S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine erste urkundliche Erwähnung fand Pfohren am 4. Juni 817&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen&#039;&#039;, hrsg. v. Hermann Wartmann, Zürich 1863, Bd. 1, Nr. 226, S. 227f.&amp;lt;/ref&amp;gt; als &#039;&#039;Forrun&#039;&#039; in einem [[Diplom]] Kaiser [[Ludwig der Fromme|Ludwigs des Frommen]].&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Pfohrener Übergabeurkunden an das Kloster St. Gallen aus der Karolingerzeit&#039;&#039; aus dem Mittellateinischen von Thomas H. T. Wieners, in: ders., Stephan Bäumle, Ernst Zimmermann: &#039;&#039;Otolf – Priester in Pfohren. 1150 Jahre Kirche in Pfohren. Festschrift zum 1150-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung eines Priesters und der Kirche in Pfohren&#039;&#039;. Hüfingen 2005, S. 27–39, hier S. 27f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pfohren war der namengebende Vorort einer [[Urmark]]. Die alte St. Michaelskirche, heutiges [[Patrozinium]] ist [[Johannes der Täufer]], zählt zu den [[Urpfarrei|Urkirchen]] der Baar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
1932 wurde in Pfohren von der Abteilung 2/263 „Heinrich von Fürstenberg“ ein Lager des [[Reichsarbeitsdienst]]es zur Riedentwässerung gegründet. Nach kurzer Zwischenstation in Donaueschingen wurde dieses [[Arbeitslager]] schließlich 1935 komplett nach Hüfingen verlagert.&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Schell: &#039;&#039;Das RAD-Lager der Abt. 2/263 „Heinrich von Fürstenberg“ in Hüfingen und seine wechselvolle Geschichte&#039;&#039;, Hartung-Gorre-Verlag, Konstanz 2014, ISBN 978-3-86628-488-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eingemeindung ===&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1972 wurde Pfohren in die Stadt Donaueschingen eingegliedert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibISBN|3170032631|Seite=494}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Fläche der ehemaligen Gemeinde betrug 15,69&amp;amp;nbsp;km².&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gemeindeverzeichnis1950&amp;quot;&amp;gt;{{Gemeindeverzeichnis Deutschland 1950|Seite=213}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seither bildet die Gemarkung der ehemaligen Gemeinde eine [[Ortschaft#Begriff im deutschen Verwaltungsrecht|Ortschaft]] mit [[Ortschaftsrat]] unter Vorsitz eines [[Ortsvorsteher#Baden-Württemberg|Ortsvorstehers]] nach der [[Gemeindeordnungen in Deutschland|Gemeindeordnung]] von Baden-Württemberg (§&amp;amp;nbsp;68 bis 71.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
Der [[Wappenschild]] zeigt zwei schräggekreuzte silberne Jagdspeere überlagert von einem goldbeschlagenen silbernen Jagdhorn auf rotem Grund, umgeben von einem blau-silbernen [[Wolkenfeh]]. Der Wolkenfeh verweist auf die jahrhundertelange Ortsherrschaft der Grafen und späteren [[Fürsten von Fürstenberg]], die Jagdattribute stehen symbolisch für das örtliche fürstenbergische Jagdschloss, die Entenburg.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Vetter: &#039;&#039;Die Gemeinde. Einsatz für die Dorfgemeinschaft&#039;&#039;, in: Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Pfohren – Das erste Dorf an der jungen Donau. Aus der Geschichte einer Baargemeinde&#039;&#039;. Donaueschingen 2001, S. 19–24, hier S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
=== Liste der Vögte ===&lt;br /&gt;
* 1496: Konrad Kuttler&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Vetter: &#039;&#039;Die Gemeinde. Einsatz für die Dorfgemeinschaft&#039;&#039;, in: Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Pfohren – Das erste Dorf an der jungen Donau. Aus der Geschichte einer Baargemeinde&#039;&#039;. Donaueschingen 2001, S. 19–24, hier S. 20f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1509: Michael Fritschi&lt;br /&gt;
* 1552–1585: Hans Fritschi&lt;br /&gt;
* 1587: Jacob Münzer&lt;br /&gt;
* 1648: Jacob Fritschi&lt;br /&gt;
* 1663: Ottmar Engesser&lt;br /&gt;
* 1668–1685: Jacob Fritschi&lt;br /&gt;
* 1700–1715: Jacob Engesser&lt;br /&gt;
* 1735: Gottlieb Engesser&lt;br /&gt;
* 1742: Joseph Hirt&lt;br /&gt;
* 1749: Christian Grieshaber&lt;br /&gt;
* 1757: Hans Höfler&lt;br /&gt;
* 1758: Christian Grieshaber&lt;br /&gt;
* 1768: Johannes Höfler&lt;br /&gt;
* 1774–1797: Johann Georg Seyfried&lt;br /&gt;
* 1798: Othmar Engesser&lt;br /&gt;
* 1809: Johann Fehrenbacher&lt;br /&gt;
* 1830–1831: Johann Engesser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liste der Bürgermeister ===&lt;br /&gt;
* um 1832: Josef Betz&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vetter21&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Vetter: &#039;&#039;Die Gemeinde. Einsatz für die Dorfgemeinschaft&#039;&#039;, in: Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Pfohren – Das erste Dorf an der jungen Donau. Aus der Geschichte einer Baargemeinde&#039;&#039;. Donaueschingen 2001, S. 19–24, hier S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1838–1848: Joseph Wiehl&lt;br /&gt;
* 1848–1849: Johann Bausch&lt;br /&gt;
* 1849–1852: Joseph Scherer&lt;br /&gt;
* 1852–1864: Joseph Wiehl&lt;br /&gt;
* 1865–1868: Adolf Welte&lt;br /&gt;
* 1868–1883: Karl Hasenfratz&lt;br /&gt;
* 1883–1913: Matthä Wolf&lt;br /&gt;
* 1913–1923: Heinrich Ohnmacht&lt;br /&gt;
* 1923–1933: Xaver Wolf&lt;br /&gt;
* 1933–1936: Martin Reichmann&lt;br /&gt;
* 1936–1941: Franz Straub&lt;br /&gt;
* 1941–1945: Hermann Engesser&lt;br /&gt;
* 1945: Siegfried Sigg&lt;br /&gt;
* 1945–1963: Franz Josef Engesser&lt;br /&gt;
* 1963–1971: Karl Ohnmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liste der Ortsvorsteher ===&lt;br /&gt;
* 1972–1989: Karl Ohnmacht&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vetter21&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1990: Franz Scherer&lt;br /&gt;
* 1991–2014: Gottfried Vetter&amp;lt;ref&amp;gt;Melanie Löffler: [http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/donaueschingen/Gerhard-Feucht-ist-neuer-Ortsvorsteher;art372512,7123370 &#039;&#039;Gerhard Feucht ist neuer Ortsvorsteher&#039;&#039;], in: [[Südkurier]] vom 25. Juli 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* seit 2014: Gerhard Feucht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfohren, Kirche St. Johannes der Täufer.jpg|mini|hochkant|Kirche St. Johannes der Täufer in Pfohren]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Entenburg Pfohren.jpg|miniatur|Die Entenburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund um die [[Burg Entenburg]] rankt sich die Sage, dass in ihren Mauern der Geist des angeblich im Pfohrener Ried erstickten Kaisers [[Karl III. (Ostfrankenreich)|Karl&amp;amp;nbsp;III.]] als sogenannter ‚Schnufer‘ spuke.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johannes Künzig]]: &#039;&#039;Schwarzwald Sagen.&#039;&#039; S. 273, Diederichs Verlag, 1930.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
In Pfohren gab es schon früh eine Poststation für die Teilstrecken der Postrouten Hausach–Hornberg–Krummenschiltach–Villingen–Donaueschingen–Pfohren – Geisingen–Tuttlingen und Neustadt–Unadingen–Donaueschingen–Pfohren–Geisingen–Tuttlingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Leibbrand: &#039;&#039;Postrouten (Postcourse) in Baden-Württemberg (1490–1803)&#039;&#039;, in: &#039;&#039;[[Historischer Atlas von Baden-Württemberg]]&#039;&#039;, herausgegeben von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1972–1988, hier Karte X,2 (1979).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Söhne und Töchter des Ortes ===&lt;br /&gt;
* [[Joseph Weißhaar]] (1814–1870), Gastwirt, [[Politiker]] und Anführer einer badischen Freischaartruppe&lt;br /&gt;
* [[Martin Reichmann]] (1907–2000), Politiker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben ===&lt;br /&gt;
* [[Hermann Dischler]] (1866–1935), [[Maler]], lebte und malte 1896 in Pfohren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Pfohren – Das erste Dorf an der jungen Donau. Aus der Geschichte einer Baargemeinde.&#039;&#039; Donaueschingen 2001, ISBN 3-00-008750-8.&lt;br /&gt;
* [[Thomas H. T. Wieners]]: &#039;&#039;Irdische Güter für himmlischen Lohn. Die Pfohrener Vergabungen an das Kloster St. Gallen in fränkischer Zeit&#039;&#039;, in: Almanach 2005. Heimatjahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises, Folge 29, S. 160–163.&lt;br /&gt;
* Thomas H. T. Wieners, Stephan Bäumle, Ernst Zimmermann (Hrsg.): &#039;&#039;Otolf – Priester in Pfohren. 1150 Jahre Kirche in Pfohren. Festschrift zum 1150-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung eines Priesters und der Kirche in Pfohren.&#039;&#039; Hüfingen 2005, ISBN 3-00-016373-5.&lt;br /&gt;
* Thomas H. T. Wieners: &#039;&#039;Wandel am Rande. Ein Heiligenfestverzeichnis des 17. Jahrhunderts als Quelle für den Wechsel des Pfohrener Pfarrpatroziniums&#039;&#039;, in: [[Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar]], Band 52 (2009), S. 159–166.&lt;br /&gt;
* Thomas H. T. Wieners: &#039;&#039;Capellae regiae. Pfohren und Kirchdorf, zwei Urkirchen der Baar – Otolf und Ruotbert, zwei Priester der königlichen Hofkapelle&#039;&#039;, in: [[Volkhard Huth]], [[Johanna Regnath|R. Johanna Regnath]] (Hrsg.): &#039;&#039;Die Baar als Königslandschaft. Tagung des [[Alemannisches Institut|Alemannischen Instituts]] vom 6.–8. März 2008 in Donaueschingen&#039;&#039; (= Veröffentlichung des Alemannischen Instituts Freiburg i. Br., Band 77), Ostfildern 2010 (ISBN 978-3-7995-0851-3), S. 161–176.&lt;br /&gt;
* Thomas H. T. Wieners: &#039;&#039;Pfohren – der älteste schriftlich erwähnte Ort Deutschlands? Zur Lokalisierung der mysteriösen Siedlung Pyrene in Herodots Historien&#039;&#039;, in: Almanach 2011. Jahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises, Folge 35, S. 184–188.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4362048-6|VIAF=246937869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Schwarzwald-Baar-Kreis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortschaft von Donaueschingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Schwarzwald-Baar-Kreis)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1972]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 817]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.191.135</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Philipp (Parma)</title>
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		<updated>2025-05-12T13:09:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.5.191.135: vorangestellter Genitiv&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ranc - Infante Felipe of Spain, future Duke of Parma.jpg|mini|Herzog Philipp von Parma]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Philipp von Spanien, Herzog von Parma&#039;&#039;&#039; (* [[15. März]] [[1720]] in [[Madrid]]; † [[18. Juli]] [[1765]] in [[Alessandria]]), war der dritte Sohn des Königs [[Philipp V. (Spanien)|Philipp V. von Spanien]] und dessen zweiter Frau [[Elisabetta Farnese]] von Parma. Er war [[Infant]] von Spanien und seit 1738 [[Grafschaft Chinchón|Graf von Chinchón]], ein Titel, den er im Jahre 1761 an seinen jüngeren Bruder [[Luis de Borbón y Farnesio]] übergab. Im Jahre 1748 wurde er zum [[Herzog von Parma]] sowie zum [[Herzogtum Piacenza|Herzog von Piacenza]] und [[Herzogtum Guastalla|Guastalla]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Philipp wurde am 15. März 1720 in [[Madrid]] als dritter Sohn von König Philipp V. von Spanien und seiner zweiten Gemahlin Elisabetta Farnese geboren. Der Infant wurde in Madrid erzogen. Im Gegensatz zu seiner Mutter Elisabetta, die ein großes politisches Talent besaß und ihren Mann bei den Regierungsgeschäften beriet, war Philipp eher künstlerisch begabt und interessierte sich für Musik, Literatur, Poesie und Sprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabetta Farnese entstammte der Familie der [[Farnese]], die über viele Generationen die Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla regiert hatten. Als im Jahr 1731 der letzte Herzog [[Antonio Farnese]] (1679–1731) ohne einen männlichen Nachfolger verstarb, ging das Anrecht auf den Herzogtitel auf seine einzige Nichte Elisabetta Farnese über. Ihr ältester Sohn [[Karl III. (Spanien)|Karl]] regierte Parma bis zum Jahr 1736.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Oktober 1739 heiratete Philipp die französische Prinzessin [[Marie Louise Élisabeth de Bourbon|Louise Elisabeth von Frankreich]], erste Tochter von König [[Ludwig XV.]] von Frankreich. Ziel dieses Eheprojekts, die Verheiratung der zwölfjährigen Prinzessin mit ihrem achtzehnjährigen Cousin, war eine Festigung der Beziehungen zwischen den französischen und spanischen Bourbonen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Felipe de Parma.jpg|miniatur|Philipp I., Herzog von Parma, Guastalla und Piacenza]]&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[Polnischer Thronfolgekrieg|Polnischen Erbfolgekriegs]] wurde Karl im Austausch zum Herzogstitel von Parma die Regentschaft über das Königreich [[Königreich beider Sizilien|Neapel-Sizilien]] übertragen. Parma, Piacenza und Guastalla waren nun im Besitz des römisch-deutschen Kaisers [[Karl VI. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;VI.]] Nach dessen Tod trat seine Tochter [[Maria Theresia]] die Nachfolge ihres Vaters an, was den [[Österreichischer Erbfolgekrieg|Österreichischen Erbfolgekrieg]] zur Folge hatte, in dessen Verlauf Philipp in Italien kämpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Philipp wurde schließlich im [[Friede von Aachen (1748)|Frieden von Aachen]] 1748 zum Herzog von Parma bestimmt, wo die Familie seiner Mutter, die [[Farnese]], bis zu ihrem Erlöschen im Jahr 1731 regiert hatte. Am 9. März 1749 betrat er sein neues Herrschaftsgebiet, am 1. Juli übernahm er offiziell die Regierungsgeschäfte. Er begründete somit die Linie [[Bourbon-Parma]], die mit Unterbrechungen bis 1860 herrschte. Das neue Herrschaftsgebiet umfasste die Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla und war aufgrund zahlreicher Kriege, die Philipps Bruder Karl geführt hatte, wirtschaftlich ruiniert. Der junge Herzog versuchte die wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern, indem er den Franzosen [[Guillaume Du Tillot]] 1759 zum Minister von Parma berief. Während seiner Amtszeit förderte der begabte Franzose Landwirtschaft, Industrie und Handel und reformierte Verwaltung und Finanzen. Auch die Kultur erlebte in dieser Zeit eine Blüte, da Du Tilliot Einrichtungen wie die [[Accademia di belle arti di Parma|Akademie der schönen Künste]], das Museo d’Antichità, eine öffentliche Bücherei (&#039;&#039;Reale Biblioteca di Parma&#039;&#039;) und eine Druckerei gründete sowie lokale, italienische und ausländische Gelehrte und Künstler an den Hof von Parma berief, etwa [[Paolo Maria Paciaudi]] als Gründungsdirektor der öffentlichen Bibliothek, den Universalgelehrten [[Carlo Amoretti]], den Historiker [[Claude-François-Xavier Millot]] sowie den Buchdrucker, Typografen und Graveur [[Giambattista Bodoni]]. In dieser Zeit erlebte das Herzogtum Parma einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herzog starb am 18. Juli 1765 in [[Alessandria]], als er im Zuge der Feierlichkeiten zur Hochzeit von [[Maria Luise von Bourbon-Parma|Maria Luisa]] von Bourbon-Parma mit dem damaligen [[Fürst von Asturien|Fürsten von Asturien]] [[Karl IV. (Spanien)|Karl]], seine jüngste Tochter nach [[Genua]] begleiten wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorfahren ==&lt;br /&gt;
{{Ahnentafel-compact4&lt;br /&gt;
|1 =Philipp von Spanien, Herzog von Parma &lt;br /&gt;
|2 =[[Philipp V. (Spanien)|Philipp V.]] König von Spanien (1683–1746)&lt;br /&gt;
|3 =[[Elisabetta Farnese]] (1692–1766)&lt;br /&gt;
|4 =[[Louis de Bourbon, dauphin de Viennois|Louis von Frankreich]] Dauphin von Frankreich (1661–1711)&lt;br /&gt;
|5 = [[Maria Anna Victoria von Bayern|Maria Anna]] von Bayern (1660–1690)&lt;br /&gt;
|6 = [[Odoardo II. Farnese]] (1666–1693)&lt;br /&gt;
|7 = [[Dorothea Sophie von der Pfalz]] (1670–1748)&lt;br /&gt;
|8 =[[Ludwig XIV.]], König von Frankreich (1638–1715)&lt;br /&gt;
|9 = [[Maria Teresa von Spanien (1638–1683)|Maria Teresa von Spanien]] (1638–1683)&lt;br /&gt;
|10 =[[Ferdinand Maria (Bayern)|Ferdinand Maria]], Kurfürst von Bayern (1636–1679) &lt;br /&gt;
|11 =[[Henriette Adelheid von Savoyen]] (1636–1676)&lt;br /&gt;
|12 = [[Ranuccio II. Farnese]] (1630–1694)&lt;br /&gt;
|13 = [[Isabella d’Este]] (1635–1666)&lt;br /&gt;
|14 =[[Philipp Wilhelm (Pfalz)|Philipp Wilhelm]], Kurfürst von der Pfalz (1615–1690)&lt;br /&gt;
|15 = [[Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt]] (1635–1709)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkommen ==&lt;br /&gt;
* [[Isabella von Bourbon-Parma]] (1741–1763), ⚭ 1760 [[Joseph II.]] Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand (Parma)|Ferdinand I.]] (1751–1802), Herzog von Parma&lt;br /&gt;
* [[Maria Luise von Bourbon-Parma]] (1751–1819), ⚭ 1765 [[Karl IV. (Spanien)|Karl IV.]] König von Spanien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Philip, Duke of Parma|Philipp von Spanien, Herzog von Parma}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Liste der Herrscher von Parma|Herzog von Parma]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1748–1765&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER_GESCHLECHT=w&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Maria Theresia]] &lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Ferdinand (Parma)|Ferdinand]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=137838573|LCCN=no/2016/42771|VIAF=261625373}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Philipp #Parma}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herzog (Parma)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Hauses Bourbon-Anjou]]&amp;lt;!--Doppelkategorisierung als Angehöriger dieses Hauses und Begründer des folgenden Geschlechts--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Hauses Bourbon-Parma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (Spanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Ordens vom Heiligen Geist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Großprior (Malteserorden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Person (Italien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1720]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1765]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Philipp&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Filippo&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Herzog von Parma&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. März 1720&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Madrid]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. Juli 1765&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Alessandria]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.191.135</name></author>
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		<title>Theoderich von Prag</title>
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		<updated>2025-05-12T13:08:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.5.191.135: vorangestellter Genitiv&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Theoderich von Prag&#039;&#039;&#039; ({{laS|Magister Theodoricus de Praga}}; {{csS|Mistr Theodorik}}; auch &#039;&#039;Dětřich&#039;&#039;, &#039;&#039;Jetřich&#039;&#039;, &#039;&#039;Dittrich&#039;&#039;; erwähnt von 1359 bis 1368) war Hofmaler des Kaisers [[Karl IV. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;IV.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Meister Theoderich von Prag 002.jpg|mini|Der hl. Hieronymus (um 1360–1364, [[Nationalgalerie Prag]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Meister Theoderich von Prag 001.jpg|mini|Der hl. Gregor (um 1370, Nationalgalerie Prag)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Theoderich wird zum ersten Mal im Buch der [[Prag]]er Malerbrüderschaft aus dem Jahre 1348 erwähnt. Dort findet sich der Eintrag „Primus magister Theodoricus unum grossum“, also erster Meister dieser Brüderschaft. Eine weitere historische Quelle sind die [[Hradschin]]er Stadtbücher. Zum Jahr 1359 wird Theodorich hier bereits „malerius imperatoris“ genannt. Zu dieser Zeit war er also schon Hofmaler in den Diensten des böhmischen Königs und Kaisers Karl&amp;amp;nbsp;IV. Außerdem ist in den Hradschiner Stadtbüchern &#039;&#039;das Haus des kaiserlichen Malers Theoderich&#039;&#039; verzeichnet. Demnach war Theoderich in Prag ansässig, wo ihm ein Haus auf dem Hradschin gehörte. Zum 3.&amp;amp;nbsp;Oktober 1359 steht in den Hradschiner Stadtbüchern der Eintrag:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„… Anno domini MoCCCo L IX die tertia mensis octobris … in domo Judicis in Hradczano. Nos Heymanus Judex recognoscimus tenorem presencium quod … discretus vir dominus Theo-doricus dictus Zelo domum suam quam habet et habuit in Hradczano vendidit cum curia et&amp;amp;nbsp;…“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob der erwähnte Theodoricus, genannt Zelo, identisch ist mit dem Meister Theoderich ist nicht belegt, aber möglich. Der Zuname Zelo ist [[Böhmen|böhmischen]] Ursprungs. Wenn mit Theodoricus, genannt Zelo, und Meister Theoderich dieselbe Person gemeint ist, dann wäre die böhmische Herkunft unbestreitbar. Für diese These gibt es aber keinen objektiven historischen Nachweis. Die Quelle für die Erkenntnis über das Werk Theoderichs ist eine Urkunde Karls&amp;amp;nbsp;IV. vom 28.&amp;amp;nbsp;April 1367. In ihr wird Theoderich als „pictor noster et familiaris“ bezeichnet. Daraus ergibt sich, dass er der kaiserliche Maler und Hofmann war. Ihm wird der Dank ausgesprochen &#039;&#039;für die künstlerische und feierliche Bemalung der königlichen Heiligkreuzkapelle auf der [[Burg Karlštejn|Burg Karlstein]]&#039;&#039;. Der Gründungs- und Weihebrief beweist, dass die erwähnte Kapelle am 9.&amp;amp;nbsp;Februar 1365 vom zweiten Prager Erzbischof, [[Johann Očko von Wlašim]] geweiht wurde. Vermutlich war die künstlerische Arbeit Theoderichs in der Kapelle zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele richtungweisende Meister in der europäischen Malerei des [[Hochmittelalter]]s nördlich der Alpen bleiben der Kunstgeschichtsschreibung oft anonym. Die erwähnten Quellen und verlässliche Dokumente verraten jedoch viel über Meister Theoderich; es besteht kein Zweifel, dass er für die künstlerische Ausgestaltung der Heiligkreuzkapelle auf der Burg Karlstein verantwortlich war. Sein Werk ist hier in seinem ganzen Umfang und seinem zeitlichen Zusammenhang erfasst, während sich keine Spuren seines Schaffens vorher oder nachher erhalten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Charles IV-John Ocko votive picture-fragment.jpg|mini|Kaiser Karl IV. kniend dargestellt im [[Votivbild des Erzbischofs Johann Očko von Wlaschim]]]]&lt;br /&gt;
Seine ersten Werke malte er vermutlich auf dem königlichen Palast in Prag. Zu seinen herausragenden Werken gehört die Ausstattung der Kapelle des Hl. Kreuzes auf der Burg Karlstein mit insgesamt 129 gotischen Gemälden – ein Ausstattungsprojekt, das Theoderich 1363 von dem Hofmaler [[Nikolaus Wurmser]] übernahm. Diese Bilder gehören heute zu den besterhaltenen gotischen Werken weltweit. Seinem Umkreis wird auch das Bild des Prager Erzbischofs Johann Očko von Wlašim zugeschrieben, das sich heute in der [[Nationalgalerie Prag]] befindet und auf dem Karl IV. kniend dargestellt wird. Die Perfektion und feine Pinselstriche waren für damalige Zeit einzigartig. Besonders die Gesichter der dargestellten Personen wichen vom gotischen Schema ab und wurden plastisch dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Vlasta Dvořáková: &#039;&#039;Mistr Theodorik&#039;&#039;. Prag 1967.&lt;br /&gt;
* [[Jiří Fajt]]: &#039;&#039;Magister Theodoricus.&#039;&#039; ISBN 80-7035-160-8.&lt;br /&gt;
* Jiří Fajt, Jan Royt: &#039;&#039;Magister Theodoricus - Hofmaler Kaiser Karls IV. Die künstlerische Ausstattung der Sakralräume auf Burg Karlstein&#039;&#039;. (Ausstellung Prag, [[Agneskloster (Prag)|St.-Agnes-Kloster]], 12. November 1997 – 26. April 1998, stark gekürzte dt. Ausgabe des tschechischen Ausstellungskataloges). Prag 1997, ISBN 80-7035-162-4.&lt;br /&gt;
* Jiří Fajt: &#039;&#039;Magister Theodoricus - dvorní malíř císaře Karla IV - umělecká výzdoba posvátných prostor hradu Karlštejna&#039;&#039;.(Ausstellung Prag, St.-Agnes-Kloster, 12. November 1997 – 26. April 1998).  Prag 1997, ISBN 80-7035-142-X.&lt;br /&gt;
* {{ADB|37|708|710|Theoderich|Gustav E. Pazaurek|ADB:Theoderich (Hofmaler Kaiser Karls IV.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Meister Theoderich von Prag}}&lt;br /&gt;
* [https://www.artmuseum.cz/umelec.php?art_id=594 Biogramm (tschechisch), aufgerufen am 17. Mai 2016]&lt;br /&gt;
* {{NKCR|jn99240001182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118756737|LCCN=nr93050916|VIAF=2347296}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Theoderich #Prag}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hofmaler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maler des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Königreich Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 14. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Theoderich von Prag&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Theodoricus de Praga (lateinisch); Mistr Theodorik; Dětřich; Jetřich (tschechisch)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Hofmaler des Kaisers Karl IV.&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=vor 1359&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=nach 1368&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.191.135</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Johannes_von_Weeze&amp;diff=1290860</id>
		<title>Johannes von Weeze</title>
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		<updated>2025-05-12T13:06:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.5.191.135: Tippfehler entfernt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Wappentafel Bischöfe Konstanz 57 Johann von Weeze.jpg|miniatur|hochkant|Wappen des Konstanzer Bischofs Johannes von Weeze]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab Johannes von Weeze.jpg|mini|Epitaph, [[Münster St. Maria und Markus (Reichenau-Mittelzell)|Münster Mittelzell]], Reichenau]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039; Johannes von Weeze&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Johann von Weeze&#039;&#039;, &#039;&#039;Johannes von Weza&#039;&#039;, &#039;&#039;Johannes Vesalius (Weeze)&#039;&#039;, &#039;&#039; Johannes V Edler von Weza&#039;&#039; oder &#039;&#039;Johann Wees van Zevenaar&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Bischof Johann VI.&#039;&#039;, (* [[1489]]; † [[14. Juni]] [[1548]] in [[Augsburg]]) war Kaiserlicher Orator, [[Erzbischof]] von [[Bistum Lund|Lund]] und [[Fürstbischof]] von [[Bistum Konstanz|Konstanz]] von 1538 bis 1548.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Johannes von Weeze galt zur Zeit Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karls V.]] als bedeutendster kaiserlicher Diplomat seiner Zeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz Zur Mühlen, Horst F. Rupp: &#039;&#039;Zugänge zur Kirchengeschichte&#039;&#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 1999, Seite 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1513 wurde er kaiserlicher Orator, später Gesandter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes von Weeze wurde 1522 nominierter [[Liste der Bischöfe und Erzbischöfe von Lund|Erzbischof von Lund]] und 1530 [[Liste der Bischöfe von Roskilde|Bischof  von Roskilde]] bzw. [[Seeland (Dänemark)|Seeland]] (1530/36).&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Fenske: &#039;&#039;Hb.Geschichte BW Bd.5&#039;&#039;. Klett-Cotta 2007, Seite 965.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Er war außerdem Kanoniker in Aschaffenburg.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Band 47&#039;&#039;. Würzburger Diözesangeschichtsverein, Seite 103.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde 1537 Administrator des [[Stiftland]]es und folgte dort dem letzten Abt [[Georg III. Agmann]] von [[Kloster Waldsassen|Waldsassen]] nach. Pfalzgraf [[Friedrich II. (Pfalz)|Friedrich II.]] nutzte die Auswirkungen der [[Reformation]], um seinen Einfluss gegenüber dem Kloster auszubauen. Johannes von Weeze konnte sich den Forderungen weitgehend entziehen, er verweigerte beispielsweise die Zahlung von pfälzischen Steuern und nahm auch nicht an den Landtagen in [[Amberg]] teil. War er als eine vom König eingesetzte einflussreiche Persönlichkeit weitgehend geschützt, musste sich sein Nachfolger und Neffe [[Heinrich Rudolf von Weeze]] den Ansprüchen der Pfalz beugen.&amp;lt;ref&amp;gt; Langhammer, S.&amp;amp;nbsp;214f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Friede von Großwardein|Friedensgesprächen von Großwardein]] in 1538 wirkte er als persönlicher Gesandter des Kaisers [[Karl V. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;V.]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[István Nemeskürty]]: &#039;&#039;Ez történt Mohács után, (Was geschehen nach der Schlacht bei Mohács),&#039;&#039; Szépirodalmi Könyvkiadó, Budapest, 1968. (S. 259.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes von Weeze wurde 1538 zum Bischof von Konstanz gewählt und am 11. Januar 1540 durch Papst [[Paul III.]] bestätigt. Im selben Jahr nominierte ihn Kaiser Karl V. zum [[Domdekan]] am [[Lübecker Dom]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Prange]]: &#039;&#039;Der Wandel des Bekenntnisses im Lübecker Domkapitel: 1530-1600.&#039;&#039; Lübeck: Schmidt-Römhild 2007  (Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck: Reihe B; Bd. 44)  ISBN 978-3-7950-0484-2. bes. S. 134 (Nr. 60)&amp;lt;/ref&amp;gt; 1541 empfing er die [[Priesterweihe]], im Mai 1542 wurde er zum Bischof geweiht. 1537 wurde [[Andreas Masius]] sein persönlicher Sekretär.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://gropperforschung.villa-anemone.fr/html/andreas_masius.html &#039;&#039;Andreas Masius&#039;&#039;], gropperforschung.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem 1540 Abt Max von [[Knöringen (Adelsgeschlecht)|Knöringen]] seine Rechte an den Konstanzer Bischof abgetreten hatte, wurde Johannes von Weeze erster [[Liste der Äbte des Klosters Reichenau|Kommendatarabt von Reichenau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Schumacher: &#039;&#039;Deutsche Klöster&#039;&#039;. Verlag der Buchgemeinde 1928, Seite 38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb unerwartet am 14. Juni 1548 auf dem [[Reichstage zu Augsburg|Reichstag zu Augsburg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Reinhardt: &#039;&#039;Wann starb Johannes Weeze, Erzbischof von Lund und Bischof von Konstanz?&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte&#039;&#039; 1982, S. 247–249.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde im [[Münster St. Maria und Markus (Reichenau-Mittelzell)|Münster Mittelzell]] auf der [[Insel Reichenau|Reichenau]] bestattet.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften: Philosophisch-historische Classe, Bände 47-48&#039;&#039;, K. K. Hof- und Staatsdruckerei, 1864, Seite 286 Fußnote 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|26352|Johannes von Weeze|Autor=Herbert Frey}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Langhammer]]: &#039;&#039;Waldsassen - Kloster und Stadt.&#039;&#039; Waldsassen 1936, S.&amp;amp;nbsp;214f.&lt;br /&gt;
* Konstantin Maier: &#039;&#039;Johannes von Weeze (1489 [?] - 1548) : kaiserlicher Orator, nominierter Erzbischof von Lund, Bischof von Roskilde und Konstanz.&#039;&#039; In: Gerhard Taddey, Joachim Fischer (Hrsg.): &#039;&#039;Lebensbilder aus Baden-Württemberg.&#039;&#039; Band 19. Kohlhammer, Stuttgart 1998, ISBN 3-17-015060-X, S. 79–108 ([http://edoc.ku-eichstaett.de/8892/ online]).&lt;br /&gt;
* Rudolf Reinhardt: &#039;&#039;Johannes von Weeze als Kanoniker in Aschaffenburg. Eine Korrektur zu Amrheins Personalkatalog des Aschaffenburger Kollegiatstiftes St. Peter und Alexander.&#039;&#039; In: WürzburgDiözGbll 47, 1985, S. 103–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Bischof|bweeze|Johannes von Weeze}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Johannes von Lupfen|Johannes Graf von Lupfen]]|AMT=[[Liste der Bischöfe von Konstanz|Bischof von Konstanz]]|ZEIT=1538–1548|NACHFOLGER=[[Christoph Metzler (Bischof)|Christoph Metzler]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=120907321|VIAF=30379078}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Weeze, Johannes von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomat des Heiligen Römischen Reiches]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Konstanz|Johannes Weeze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1489]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Lund]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Domdechant (Lübeck)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Weeze, Johannes von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Johann Wees van Zevenaar&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Diplomat, Erzbischof von Lund, Bischof von Konstanz&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1489&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=14. Juni 1548 oder 13. November 1548&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Augsburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.191.135</name></author>
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