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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>William Brodie</title>
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		<updated>2025-06-11T10:52:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.32.40.133: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum schottischen Bildhauer siehe [[William Brodie (Bildhauer)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:William Brodie - Scottish Cabinet Maker.png|mini|hochkant| Illustration zu William Brodie (1788)]]&lt;br /&gt;
Deacon &#039;&#039;&#039;William Brodie&#039;&#039;&#039; (* [[18. September]] [[1741]] in [[Edinburgh]]; † [[1. Oktober]] [[1788]] ebenda) war ein [[Schottland|schottischer]] [[Tischler]] und Stadtrat von Edinburgh, der ein heimliches Leben als Einbrecher führte, zum Teil, um den Reiz des Verbotenen auszuleben, zum Teil, um seine [[Spielsucht]] zu finanzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Tagsüber war Brodie ein respektabler Geschäftsmann, Mitglied des Stadtrats und als Deacon führend in der örtlichen Handwerkerinnung tätig. (Es handelt sich hier nicht um den kirchlichen Titel.) Ein Teil seiner Tätigkeit als Tischler von Schränken war es, Schlösser und andere Sicherheitsvorrichtungen zu installieren und zu reparieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachts wurde Brodie zum Einbrecher und Dieb. Er nutzte seinen Beruf, um die Sicherheitsvorkehrungen seiner Kunden auszukundschaften, und kopierte Schlüssel mittels Wachsabdrücken. Als einer der führenden Handwerker der Stadt bekam er Aufträge aus den reichsten Familien der Edinburgher Gesellschaft. Das erbeutete Geld seiner Einbrüche nutzte Brodie, um sein geheimes zweites Leben und seine Spielleidenschaft zu finanzieren und um fünf Kinder und zwei Geliebte, die nichts voneinander wussten, zu unterhalten. Seine kriminelle Karriere begann um 1768, als er die Eingangsschlüssel einer Bank kopierte und 800&amp;amp;nbsp;[[Pfund Sterling|£]] stahl. 1786 engagierte er eine Bande von drei Dieben: Brown, Smith und Ainslie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, im Jahr 1786, organisierte Brodie einen bewaffneten Überfall auf das [[Akzise]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;amt in &#039;&#039;Chessel’s Court&#039;&#039;. Der Plan misslang, und Ainslie wurde gefangen genommen. Ainslie stimmte einer [[Kronzeuge]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;regelung zu und verriet seine Mittäter. Brodie entkam in die [[Niederlande]] mit dem Plan, nach Amerika zu fliehen, wurde aber in [[Amsterdam]] verhaftet und nach Edinburgh zurückgebracht und dort angeklagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verfahren begann am 27. August 1788. Zuerst gab es gegen Brodie keine greifbaren Beweise, bis in seinem Haus kopierte Schlüssel, Verkleidungen und Pistolen gefunden wurden. Das Gericht sprach Brodie und seinen Kumpan George Smith, einen englischen Schlosser, der für eine Reihe von Diebstählen wie z.&amp;amp;nbsp;B. den eines silbernen [[Streitkolben]]s aus der [[Universität Edinburgh|Universität von Edinburgh]] verantwortlich war, schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brodie und Smith wurden am 1. Oktober 1788 an einem [[Galgen]] gehängt, den Brodie vermutlich im Vorjahr selbst entworfen und gebaut hatte. Angeblich soll Brodie ein stählernes Halsband getragen haben, um die tödliche Wirkung des Galgens zu vermeiden, und sich mit dem Henker arrangiert haben, dass sein lebloser Körper schnell entfernt werden solle, um eine Wiederbelebung einzuleiten. Falls die Geschichte wahr sein sollte, dann schlug dieser Plan fehl. Brodie wurde in einem anonymen Grab bei der Buccleuch Parish Church in Edinburgh begraben. Gerüchte, er sei später in [[Paris]] gesichtet worden, gaben den Geschichten Auftrieb, er hätte es doch geschafft, dem Tod zu entrinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Brodie by day.jpg|miniatur|hochkant=0.5|links|Deacon Brodie&#039;s Tavern – Brodie am Tag]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brodie by night.jpg|miniatur|hochkant=0.5|Deacon Brodie&#039;s Tavern – Brodie in der Nacht]]&lt;br /&gt;
Brodies Leben diente [[Robert Louis Stevenson]] als Inspiration für &#039;&#039;[[Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde]]&#039;&#039;, veröffentlicht im Jahr 1886. Der [[Novelle]] ging ein gemeinsam von Stevenson mit [[William Ernest Henley]] verfasstes Drama &#039;&#039;Deacon Brodie&#039;&#039; (1880) voran. Stevensons Vater besaß angeblich Möbel aus der Herstellung von Brodie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1975 erschien der Roman &#039;&#039;The Strange Case of Deacon Brodie&#039;&#039; von [[Forbes Bramble]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1997 wurde Brodies Leben für das Fernsehen unter dem Titel &#039;&#039;Deacon Brodie&#039;&#039; mit [[Billy Connolly]] in der Hauptrolle verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Pub]] in Edinburgh auf der Royal Mile am Lawnmarket 435 unweit des &#039;&#039;[[Edinburgh Castle]]&#039;&#039; ist nach Brodie benannt: die &#039;&#039;&#039;Deacon Brodie&#039;s Tavern&#039;&#039;&#039;, genannt auch &#039;&#039;Deacon Brodies&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Klaus-Dieter Dobat]]: &#039;&#039;Ehrenmann bei Tage, Gauner bei Nacht. Deacon Brodie oder Das dubiose Doppelleben eines Edinburghers.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Damals – Das Geschichtsmagazin.&#039;&#039; Jg.&amp;amp;nbsp;21, Nr.&amp;amp;nbsp;3 (März 1989), S.&amp;amp;nbsp;262–271.&lt;br /&gt;
* Rick Wilson: &#039;&#039;The Man Who Was Jekyll and Hide: The Lives and Crimes of Deacon Brodie.&#039;&#039; The History Press, 2015, ISBN 978-0-7509-6019-9 (Print), ISBN 978-0-7509-6356-5 (E-Book).&lt;br /&gt;
* Aeneas Morison, Writer in Edinburgh: &#039;&#039;The Trial of William Brodie and of George Smith before the High Court of Justiciary, Held at Edinburgh on Wednesday the 27th ans Thursday the 28th, August 1788, Containing the Evidence, Accurate Statements, the Opinions of the Judges, with the Whole Proceedings,&#039;&#039; Edinburgh, printed for Charles Elliot MDCCLXXXVIII (1788).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|William Brodie (cabinet maker)|William Brodie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1036766101|LCCN=nr/90/27751|VIAF=61395804}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Brodie, William}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dieb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Edinburgh)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Schottland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brite]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schotte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1741]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1788]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Brodie, William&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=schottischer Tischler und Krimineller&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. September 1741&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Edinburgh]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. Oktober 1788&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Edinburgh]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.32.40.133</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tanzb%C3%A4r&amp;diff=23074</id>
		<title>Tanzbär</title>
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		<updated>2025-04-25T05:26:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.32.40.133: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bear (Ursus arctos) in St Petersburg, April 2005.jpg|mini|Braunbär für Vorführungen in [[Sankt Petersburg]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Tanzbär&#039;&#039;&#039; ist ein [[Bären|Bär]], der [[Dressur|dressiert]] wurde, auf Kommando [[tanz]]ähnliche Bewegungen auszuführen. Vorführungen mit abgerichteten [[Braunbär]]en auf öffentlichen Plätzen und für geschlossene Gesellschaften waren in Europa vom Mittelalter bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts üblich. Die nahezu überall als [[Tierquälerei]] verbotene Praxis gibt es heute noch vereinzelt in Südost- und Osteuropa und mit [[Lippenbär]]en in Indien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tanzbaer Sofia 2.jpeg|mini|Tanzbärenhalter spielt [[Gadulka]]. [[Sofia]] 1994]]&lt;br /&gt;
Seit der [[Mittelsteinzeit]] sind Bären in Jagdritualen verehrt und gezähmt worden. Ihre magische Bedeutung kommt in zahlreichen nordeuropäischen und nordasiatischen Mythen zum Ausdruck. In Finnland gab es die Vorstellung, dass der Bär nur deshalb angreift, weil in ihn die Seele eines bösen Menschen gefahren ist. In Sibirien wurde die Klugheit des Bären damit erklärt, dass ein Mensch sich in ihn verwandelt habe. [[Jakuten]] und andere sibirische Jägervölker betrachteten den Bären als Waldgeist. Trommelnde Schamanen bereiteten die Jagd auf ihn vor. Nur Männer durften sein Fleisch verzehren, wobei seine Knochen sorgfältig gesammelt und hoch an einem Baum oder auf einem Holzgestell im Wald abgelegt werden mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Uno Harva]]: &#039;&#039;Die religiösen Vorstellungen der altaischen Völker&#039;&#039;. FF Communications N:o 125. Suomalainen Tiedeakatemia, Helsinki 1938, S. 444f&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gab zahlreiche Völker um das nördliche [[Polargebiet]], die einen Bärentanz aufführten: in Nordamerika etwa die [[Algonkin]], [[Tlingit (Volk)|Tlingit]] und [[Kwakiutl (Volk)|Kwakiutl]], im Norden [[Fennoskandinavien]]s die [[Samen (Volk)|Samen]] und in [[Sibirien]] die Jakuten, [[Tschuktschen]] und [[Jukagiren]]. Beim Bärentanz kleideten sich die Männer in das Bärenfell oder zogen sich zumindest die Bärenkopfhaut über, um eine Einheit von Mensch und Tier herzustellen. Manche nordamerikanische Indianer führten Bärentänze mit Bärenfellmasken bis in die Zeit der Kolonisierung auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Egon Wamers, 2009, S. 14f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der mittelalterlichen christlichen Kunst galten Bären als mit dem Teufel verbundene Bestien.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Molsdorf: &#039;&#039;Christliche Symbolik der mittelalterlichen Kunst.&#039;&#039; Karl W. Hiersemann, Leipzig 1926, S. 133&amp;lt;/ref&amp;gt; Die in Europa seit der Antike überlieferte und im gesamten Mittelalter durch schriftliche Quellen und Abbildungen belegte Zurschaustellung von dressierten Bären lebt aus der Vorstellung von der Gefährlichkeit des wilden Tieres, das durch etwas so Sanftes wie Musik bezwungen wird und eine Transformation von einem magisch-animalischen zu einem kulturellen Wesen mitmacht. Tatsächlich beruht der vermeintliche Tanz des Bären zur Musik auf einer Täuschung des Publikums, auf die es ebenso der indische [[Schlangenbeschwörer]] anlegt, der einer tauben Kobra auf dem Blasinstrument [[Pungi]] vorspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf [[Konsulardiptychon|Konsulardiptychen]] der oströmischen [[Consulat|Konsuln]] [[Areobindus]] (506) und Anastasius (517) sind Bären zu sehen, die von Gauklern und Akrobaten gereizt werden. Mit langen Stangen überspringen die Akrobaten die angreifenden Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;Egon Wamers, 2009, S. 37f&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Zeichnung von [[Hans Burgkmair der Ältere|Hans Burgkmair]] von 1493 zeigt einen aufrecht stehenden Tanzbären, der sich mit seiner linken Tatze auf einen Stock stützt, an den er mit seinem Maulkorb gekettet ist, während die rechte Tatze schlaff herunterhängt. Das Wappen des Malers zierten zwei Bärenköpfe. Sein Werk ist typisch für die damalige Vorliebe für Genreszenen. Burgkmairs Motiv wiederholte der Graphiker [[Hans Weiditz]], der 1513 einem Holzschnitt den Titel „Fahrendes Volk mit Tanzbär“ gab und 1521 den Buchstaben &#039;&#039;K&#039;&#039; aus dem Kinderalphabet von Augsburg mit einem Tanzbären illustrierte. Dieser auf einen Stock gestützte Tanzbär taucht noch um 1650 auf einem anonymen [[Kupferstich]] auf, der in Iohannes Ionstonus, &#039;&#039;Historia Naturalis de Quadrupedibus&#039;&#039;, enthalten ist. Hier dirigiert ein Tanzbärenführer in einem römischen Gewand zwei Bären an Ketten: einen stehenden mit Stock und einen sitzenden, der einen Hut zwischen seinen angewinkelten Vorderpranken hält.&amp;lt;ref&amp;gt;Tilman Falk: &#039;&#039;Zu Burgkmairs Zeichnung des Tanzbären:&#039;&#039; In: &#039;&#039;Berliner Museen&#039;&#039;, 12. Jahrgang, Heft 1, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, 1962, S. 1–3&amp;lt;/ref&amp;gt; Sogenannte Zuchtstäbe, die mit dem Nasenring oder der Halskette des Bären verbunden sind, gehörten zu einer vermutlich alten Tradition der Bärenführer, die im Mittelalter und in Osteuropa bis in die heutige Zeit verbreitet war. Ein Holzschnitt in einem Werk des schwedischen Bischofs [[Olaus Magnus]] von 1555 zeigt [[Litauen|litauische]] Tanzbären, die mit „Zuchtstäben“ an Nasenringen geführt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Egon Wamers, 2009, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tanzbär 1810.jpg|mini|links|Tanzbär. Deutsche Schulbuchillustration von 1810]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Preller Bärenführer@Weimar Schlossmuseum.JPG|mini|[[Friedrich Preller der Ältere|Friedrich Preller d.&amp;amp;nbsp;Ä.]]: &#039;&#039;[[Bärentreiber in Antwerpen]].&#039;&#039; (1824). Begleitet von Musiker mit [[Tabor (Trommel)|Tabor]] und [[Einhandflöte]]. Museum [[Weimarer Stadtschloss]]]]&lt;br /&gt;
Die mittelalterlichen Tanzbärenhalter waren fahrende Schausteller, die mit ehrlosen Trickspielern, Seiltänzern und Spaßmachern eine kaum geachtete bunte Truppe bildeten und für wenige Tage in einer Stadt auftauchten. Dressierte Hunde, Affen oder Kaninchen wurden in derselben Weise vorgeführt. Neben der Unterhaltungsbettelei vor einfachen Leuten durften Aufführungen auch in Rathäusern und vor Adligen am Hof stattfinden. Dies geht aus dem altfranzösischen, Ende des 11. Jahrhunderts entstandenen [[Rolandslied]] hervor, wie aus der altschwedischen [[Thidrekssaga]] aus dem 13. Jahrhundert. In letzterer Erzählung näht der Spielmann Isung den Helden Vildiver, der einen Bären erlegt hat und nun dessen Fell mit sich trägt, in ebendieses Fell ein. So treten sie als Tanzbärengespann auf, damit sie unerkannt zum Wilzenkönig Osantrix vorgelassen werden und ihn töten können.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Höfler]]: &#039;&#039;Kleine Schriften: Ausgewählte Arbeiten zur germanischen Altertumskunde und Religionsgeschichte, zur Literatur des Mittelalters, zur germanischen Sprachwissenschaft sowie zur Kulturphilosophie und Morphologie.&#039;&#039; Helmut Buske, Hamburg 1992, S. 29&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Russland traten die [[Skomoroch]]en als Gaukler und Bärenführer seit dem 11. Jahrhundert auf. Genaueres über sie ist seit dem 16. Jahrhundert aus Erlebnisberichten westeuropäischer Reisender zu erfahren, die sich in Moskau aufhielten. Der österreichische Gesandte [[Siegmund von Herberstein|Siegmund Freiherr von Herberstein]] (1486–1566) sah 1526 auf einer seiner Reisen, wie in einem besonders kalten Winter Bärenführer mit ihren Tieren erfroren waren und am Wegesrand liegen blieben. Am Hof des [[Großfürstentum Moskau|russischen Großfürsten]] wurde er mit anderen Botschaftern zu einem Haus eingeladen, in dem mehrere Bären eingesperrt waren, die einzeln herausgelassen und vorgeführt wurden. [[Adam Olearius]] (1599–1671) schreibt in seiner 1656 veröffentlichten &#039;&#039;Vermehrte Newe Beschreibung Der Muscowitischen und Persischen Reyse&#039;&#039; über „Bärendäntzer“, die mit „Comedianten“ und „Bierfidlern“ unterwegs waren. Im 16. Jahrhundert reisten in Deutschland besonders Polen als Tanzbärenhalter umher. In den Ratserlässen mehrerer Städte, darunter Nürnberg, wird darüber berichtet. Festgehalten ist, welche Entlohnung die Polen in den Trinkstuben von Leipzig (1585) und Rothenburg ob der Tauber (1597) und im kaiserlichen Schloss in Linz (1732, 1735) erhielten. Eine Konkurrenz zu den umherziehenden Polen und Ungarn stellten seit Anfang des 15. Jahrhunderts die aus dem Balkan kommenden [[Roma]] dar. Im 19. Jahrhundert kamen viele Tanzbärenführer aus der Gegend von [[Jēkabpils|Jakobstadt]] im [[Herzogtum Kurland und Semgallen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Theophil Friedrich Ehrmann: &#039;&#039;Neueste Kunde vom Russischen Reiche in Europa und Asien, nach dessen gegenwärtigem Zustande aus Quellen dargestellt&#039;&#039; (&#039;&#039;Neueste Länder- und Völkerkunde,&#039;&#039; Band 3). Diesbach, Prag 1808, S. 439 ([https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11094639?page=481 Digitalisat] der Bayerischen Staatsbibliothek).&amp;lt;/ref&amp;gt; Jakobstadt war damals für das Trainieren von Bärenführern bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Friedrich Vollrath Hoffmann]], [[Paul Anton Fedor Konstantin Possart|Fedor Possart]]: &#039;&#039;Europa und seine Bewohner. Achter Band, enthält: Die Königreiche Schweden und Norwegen, das Kaiserthum Russland und das Königreich Polen, und den Freistaat Krakau.&#039;&#039; Stuttgart, 1838–1841, Kapitel: [https://www.e-rara.ch/download/pdf/25957124.pdf &#039;&#039;XI. Das Das Gouvernement Kurland,&#039;&#039;] S. 392–416, hier S. 408&amp;lt;/ref&amp;gt; In der historischen Landschaft [[Samogitien]] (heute in [[Litauen]]) galten Bärenführer und [[Juden]] als mit magischen Kräften begabt. Um das Vieh zu verzaubern, legten dort Bärenführer Bärenhaare unter die Türschwelle, heißt es in einer Beschreibung von 1902.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Tetzner|Franz Oskar Tetzner]]: &#039;&#039;Die Slawen in Deutschland. Beiträge zur Volkskunde der Preussen, Litaurer und Letten, der Masuren und Philipponen, der Tschechen, Mägrer und Sorben, Polaben und Slowinzen, Kaschuben und Polen.&#039;&#039; Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1902, [https://archive.org/details/dieslawenindeut00tetzgoog/page/90/mode/2up?q=b%C3%A4renf%C3%BChrer&amp;amp;view=theater S. 92]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die üblichen Begleitinstrumente des Bärentanzes waren Trommeln wie die Rahmentrommel [[Daira (Trommel)|Daira]] in Rumänien und Pfeifen. Daneben bliesen die Musikanten gebogene „trumeten“ (Trompeten) und das [[Platerspiel]], eine einfache Form der [[Sackpfeife (Musikinstrument)|Sackpfeife]] ohne [[Bordun]]rohr, aber mit schrillem Klang. Der mit einer Schnur an einem Nasenring geführte Bär musste dazu mit einer Peitsche angetrieben werden. Nach einem Flugblatt aus dem 16. Jahrhundert gab es damals schon einige Zeitgenossen, die einen solcherart vorgeführten Bärentanz als zwangvoll kritisierten. Neben Flugblättern, in denen die Ausnutzung abgerichteter Bären kritisiert wurde, erschienen bis ins 20. Jahrhundert auch die Tierquälerei verniedlichende Veröffentlichungen. So gehört etwa zu [[Robert Schumann]]s &#039;&#039;Zwölf vierhändigen Klavierstücken für kleine und große Kinder, Op. 85&#039;&#039; ein &#039;&#039;Bärentanz&#039;&#039; und in der 1882 uraufgeführten Operette &#039;&#039;[[Der Bettelstudent]]&#039;&#039; von [[Carl Millöcker]] soll in einer in [[Krakau]] spielenden Marktszene ein Tanzbär auftreten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walter Salmen]]: &#039;&#039;Zur Geschichte der Bärentreiber und der Tanzbären.&#039;&#039; In: Gustaf Hilleström (Hrsg.): &#039;&#039;Studia instrumentorum musicae popularis III.&#039;&#039; (&#039;&#039;Musikhistoriska museets skrifter 5.&#039;&#039; Festschrift für [[Ernst Emsheimer]]) Musikhistoriska museet, Stockholm 1974, S. 203–205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dressur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:OrsalhièrCamarga.jpg|mini|Zwei Bären am Nasenring. [[Camargue]], 1921]]&lt;br /&gt;
Der Bär wird nach dem verhaltenspsychologischen Muster der [[Konditionierung]] dressiert: Während dem Bären Musik dargeboten wird, wird er mit einer erhitzten Eisenplatte, Stichen und anderen Qualen dazu gezwungen, einem vorgegebenen Bewegungsschema zu folgen. Nach abgeschlossener Dressur („Akquisitionsphase“) dient die Musik als „konditionierter Reiz“ der [[Klassische Konditionierung|klassischen Konditionierung]] und löst das schmerzvermeidende Bewegungsschema aus, das durch die [[Verstärkung (Psychologie)|positive und negative Verstärkung]] mit der Eisenplatte konditioniert wurde. Zudem umkreisen in Gefangenschaft lebende Bären im Stand häufig die eigene Körperachse mit der Kopf- und Schulterpartie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tierquälerei und Tierschutz ==&lt;br /&gt;
Zu den volkstümlichen Vergleichen mit Tierarten gehört: „Er bekommt Prügel wie ein Tanzbär.“&amp;lt;ref&amp;gt;Oskar Weise: &#039;&#039;Die volkstümlichen Vergleiche in den deutschen Mundarten.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift für Deutsche Mundarten&#039;&#039;, 16. Jahrgang, 1921, S. 169–179, hier S. 175&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Dressur wird wegen des Einsatzes intensiver [[Schmerz]]reize und der Verletzungsgefahr als Quälerei betrachtet. Da Tanzbären darüber hinaus einen für sie schmerzhaften [[Nasenring (Tiere)|Nasenring]] tragen müssen und nicht art- und verhaltensgerecht untergebracht, ernährt und gepflegt werden, ist häufig der Tatbestand der [[Tierquälerei]] erfüllt. [[Tierschutz|Tierschützer]] setzen sich daher für ein Verbot der Tanzbärhaltung und -dressur ein und versuchen, die oft kranken oder extrem verhaltensgestörten Tiere freizukaufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.wdr.de/tv/service/tiere/inhalt/20051113/b_3.phtml |text=WDR &#039;&#039;Das Bärenzentrum in Karacabey/Türkei&#039;&#039; |wayback=20051124085513}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Bulgarien]] ist die Dressurmethode seit 1998 verboten, es gibt sie aber immer noch, insbesondere bei den [[Roma (Volk)|Roma]]-Familien; dort hat die Tanzbärenhaltung eine lange Tradition. Die Tierschutzvereinigung [[Vier Pfoten]] gründete 2000 den &#039;&#039;Tanzbärenpark Belitsa&#039;&#039;, der heute &#039;&#039;[[Bärenwald Belitsa]]&#039;&#039; heißt, in [[Beliza]], in dem ehemalige Tanzbären und andere gerettete Braunbären auf bewaldeten Hügeln leben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/tierschutzzentren/baerenwald-belitsa &#039;&#039;Bärenwald Belitsa.&#039;&#039;] Vier Pfoten, 27. April 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Auswilderung von Tanzbären ist nicht mehr möglich, weil die Bären zu wenig Scheu vor Menschen zeigen und nicht gelernt haben, sich in der Natur zu behaupten.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Langhans: {{Webarchiv|url=http://reporterreisen.com/zehn-tage-siebenbuergen/reportagen/der-baer-im-hinterhof/ |wayback=20151217082041 |text=&#039;&#039;Der Bär im Hinterhof.&#039;&#039;}} reporterreisen.com&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Samsunlu bir ayı oynatıcısı.jpg|hochkant|mini|Ein Tanzbär um 1970 in [[Samsun]]. Sein Halter schlägt die Rahmentrommel [[Daf (Musikinstrument)|Def]].]]&lt;br /&gt;
Über Braunbären in deutschen [[Zirkus]]sen wird nur noch äußerst selten berichtet,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/panorama/welt/katastrophale-haltung-sechs-braunbaeren-verschwinden-spurlos-aus-zirkus_aid_949589.html &#039;&#039;Sechs Braunbären verschwinden spurlos aus Zirkus.&#039;&#039;] Focus online, 27. März 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; da keine Haltungsgenehmigungen mehr für Bären in Zirkussen ausgestellt werden. Nach mehreren Unfällen mit Bären, zuletzt im Jahr 2009, wurde dem [[Circus Universal Renz]] die weitere tierschutzrechtliche Genehmigung versagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Katja Schmidt: [https://www.fr.de/rhein-main/scharfe-kritik-baerenhaltung-11535985.html &#039;&#039;Scharfe Kritik an Bärenhaltung.&#039;&#039;] Frankfurter Rundschau, 22. April 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa gab es Tanzbären bis um die Jahrtausendwende unter anderem in [[Russland]], [[Bulgarien]], [[Rumänien]], [[Serbien]] und in der [[Türkei]]. Dort dienten sie als Zirkusattraktion oder wurden von fahrenden Schaustellern auf der Straße vorgeführt, um Geld zu sammeln. Auch einige Veranstalter von Pauschalreisen und Kreuzfahrten in diese Länder hatten Vorführungen als Touristenattraktion 2005 noch im Angebot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. Juni 2007 berichtete [[n-tv]], dass die letzten drei Tanzbären Bulgariens nicht mehr in den Händen ihrer ehemaligen Besitzer sind. Die drei Bären wurden aus dem bulgarischen [[Gezowo]] in den 500 Kilometer entfernten Tanzbärenpark in Beliza gebracht, der von &#039;&#039;Vier Pfoten&#039;&#039; geleitet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/politik/dossier/Tanzbaeren-in-Schutzpark-article344827.html &#039;&#039;Leiden beendet – Tanzbären in Schutzpark&#039;&#039;.] n-tv, 21. Juni 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Rumänien wurde bei der Stadt [[Brașov]] von der Tierschutzorganisation [[World Society for the Protection of Animals]] (WSPA) ein ähnliches Reservat wie in Beliza für Tanzbären und Bären aus nicht-artgerechter Haltung errichtet. In Rumänien ist die Tanzbärenhaltung und -vorführung gesetzlich verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Griechenland]] wurde Ende der 1990er-Jahre von der Nichtregierungsorganisation &#039;&#039;Arcturos&#039;&#039; ein Bärenrefugium im Dorf Nymfaio (Region Florina, [[Westmakedonien]]) eingerichtet, dort wurden mithilfe der Regierung alle Tanzbären des Landes untergebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Kroatien]] und [[Makedonien]] verschwand die Tanzbärendarbietung nach dem [[Jugoslawienkriege|Zerfall Jugoslawiens]]. In Serbien ging sie in dieser Zeit stark zurück, wurde im Osten des Landes aber noch von Roma praktiziert. Nach Auskunft von &#039;&#039;Vier Pfoten&#039;&#039; wurde der letzte Tanzbär Serbiens 2018 in ein Schutzzentrum gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://saddestbears.vier-pfoten.de/baeren-in-suedosteuropa/baeren-in-serbien &#039;&#039;Bären in Serbien.&#039;&#039;] saddestbears.vier-pfoten.de, 3. April 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Albanien]] gab es &#039;&#039;Vier Pfoten&#039;&#039; zufolge 2015 noch rund 30 Bären, die in Käfigen gehalten und als „Restaurant-Bären“ zur Schau gestellt wurden, um Kunden anzulocken. Diese Zahl ist bis Anfang 2020 auf wenige Exemplare zurückgegangen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://saddestbears.vier-pfoten.de/baeren-in-suedosteuropa/baeren-in-albanien &#039;&#039;Bären in Albanien.&#039;&#039;] saddestbears.vier-pfoten.de, 13. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in [[Indien]] und [[Sri Lanka]] beheimateten [[Lippenbär]]en sind kleiner als Braunbären, sie werden jedoch wegen zahlreicher Angriffe auf Menschen gefürchtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Brunner, 2010, S. 105f&amp;lt;/ref&amp;gt; Berichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert zufolge war in Indien vor allem die Schausteller- und Tänzerkaste der Nat mit der Vorführung von Bären, Affen und Schlangen ([[Schlangenbeschwörer]]) beschäftigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Brunner, 2010, S. 144; Thomas Williamson: &#039;&#039;The East India vade-mecum; or, Complete guide to gentlemen intended for the civil, military, or naval service of the hon. East India Company.&#039;&#039; Vol. 2. Black, Parry, and Kingsbury, London 1810, S. 414; {{archive.org |eastindiavademec02will |Blatt=414}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1998 wurde in Indien die Vorführung von Tanzbären verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;Atula Gupta: [http://www.earthtimes.org/conservation/unbearable-life-dancing-sloth-bears/1854/ &#039;&#039;Unbearable life of the Dancing Bears.&#039;&#039;] Earth Times, 6. März 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch fällt es schwer, der sozialen Gruppe der Kalandars oder Madari, die in Indien Dressur und Vorführung von Lippenbären betreiben, eine alternative Lebensgrundlage anzubieten. Sie machen mit kleinen [[Sanduhrtrommel]]n auf sich aufmerksam und singen oder erzählen Geschichten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.wildlifetrustofindia.org/programmes/communities-for-conservation.html |text=&#039;&#039;Communities for Conservation.&#039;&#039; |wayback=20110625192926}} Wildlife Trust of India&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2017 wurden die letzten beiden bekannten Tanzbären Nepals im [[Parsa-Wildreservat]], das an den [[Chitwan-Nationalpark]] angrenzt, freigelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.worldanimalprotection.org/news/bear-rescue-we-just-saved-nepals-last-two-dancing-bears &#039;&#039;Bear rescue: We just saved Nepal’s last two ‘dancing bears’.&#039;&#039;] World Animal Protection, 22. Dezember 2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben gibt es [[Liste von Bärenschutz-Einrichtungen|weitere Bärenschutzeinrichtungen]], in denen ehemalige Tanzbären untergebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Russland gibt es weiterhin Tanz- und Zirkusbären und auch eine Wandershow mit Eisbären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bearconservation.org.uk/dancing-bears/ |titel=Dancing Bears |werk=bearconservation.org |sprache=englisch |abruf=2024-06-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bearconservation.org.uk/captive-polar-bears-denisenko-khokhlov-polar-bear-circus-show-russia/ |titel=Captive polar bears: Denisenko Khokhlov Polar Bear Circus Show, Russia |werk=bearconservation.org |sprache=englisch |abruf=2024-06-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tanzbären in der Kunst und populärer Kultur ==&lt;br /&gt;
In [[Christoph Ernst Steinbach]]s &#039;&#039;Vollständiges deutsches Wörterbuch Vel Lexicon Germanico-Latinum&#039;&#039; (Breslau, 1734, S. 66) wird für „Tanzbär“ die lateinische Entsprechung &#039;&#039;ursus gesticulatorius&#039;&#039; angegeben. Tanzbären sind geläufige Figuren in [[Fabel]]n des 18. Jahrhunderts. Ein verbreiteter Topos in den „Tanzbärfabeln“ des 18. und 19. Jahrhunderts ist der Freiheitsdrang des Tanzbären, der sich von seiner Kette losreißt, in die Natur flieht und dort vor Bären tanzt. Dahinter stehen literarische Antworten auf die Frage nach der Rolle, welche der Tanzbär in der Wahrnehmung der Betrachter einnimmt: Tanzt er freiwillig oder zeigt er einen aufgezwungenen Dressurakt? Der Dichter [[Johann Georg Bock]] (1698–1762) kleidete die Frage nach Freiheit und Unfreiheit 1743 in eine Fabel über „dumme“ Schweine, die sich „auf natürliche Weise“ (frei) bewegen, während der angeblich „kluge Bär“ in Tanzbewegungen nur seine Unfreiheit zum Ausdruck bringt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sonja Windmüller, 2009, S. 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der Tanzbär&#039;&#039; ist der Titel einer Fabel von [[Gotthold Ephraim Lessing]], der 1751 einen dressierten Bären zu den Artgenossen in den Wald zurückkehren lässt. Dort glaubt der Tanzbär, er präsentiere ein tolles Kunststück, wenn er vortanzt, was einem alten Bären jedoch als ein „Zeichen seines niederen Geistes und seiner Sklavengesinnung“ erscheint.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Winfried Woesler]]: &#039;&#039;Heines Tanzbär: Historisch-literarische Untersuchungen zum „Atta Troll“.&#039;&#039; Hoffmann und Campe, Hamburg 1978, S. 149&amp;lt;/ref&amp;gt; Gedichte und Parabeln mit dem Titel &#039;&#039;Der Tanzbär&#039;&#039; verfassten ferner [[Christoph von Schmid]], [[Christian Fürchtegott Gellert]] (1746) und [[Gottlieb Konrad Pfeffel]] (1789).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Alexander Sergejewitsch Puschkin|Alexander Puschkins]] Verserzählung &#039;&#039;Die Zigeuner&#039;&#039; (1825/1827), die eine freie Lebensweise idealisiert, durchstreift eine Zigeunerfamilie die karge Landschaft [[Bessarabien]]s. Abends richten sie zwischen den Karren ihr Lager ein. Am Feuer wärmen sie sich und schmieden Eisen. Hinter dem Zelt liegt ein zahmer Bär, der manchmal zum Tanzen in die Dörfer geführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Heinrich Heine]] übernimmt in seinem 1843 erschienenen Versepos &#039;&#039;[[Atta Troll]]. Ein Sommernachtstraum&#039;&#039; die Thematik des freiheitsliebenden Bären, dem er – gemäß der alten Vorstellung – eine dem Wesen nach enge Verbindung zum Menschen unterstellt. Heines Tanzbär Atta Troll reißt sich von der Kette los, flieht zu seiner Höhle in den Bergen und tanzt dort vor seinen Jungen. Wie Lessing versteht Heine den freiwilligen Dressurakt als Sklavengesinnung – der Bär kann seine Dressur nicht abschütteln – und wendet die Fabel ins Politische, um das Verhältnis des deutschen Adels zu den Bürgern zu kritisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Höhn: &#039;&#039;Heine-Handbuch: Zeit – Person – Werk.&#039;&#039; J. B. Metzler, Stuttgart 2004, S. 83&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kinderbuch &#039;&#039;Das Tanzbärenmärchen&#039;&#039; von Ulrich Mihr und dem darauf basierenden vierteiligen Marionettenspiel der [[Augsburger Puppenkiste]] (1984) spielen die Tanzbärenführer Jakob und Luigi sowie deren Gefährten, die Tanzbären Atta und Mumma Troll, die Hauptrollen. Die Geschichte enthält zahlreiche Anspielungen auf Heines Werk und bezieht die traurige Realität der Tanzbärendressur mit ein: Immer wieder wird angedeutet, wie den Bären das Tanzen „beigebracht“ wurde und trotz des positiven Endes bildet der Umstand, dass die Bärenführer in einem bestimmten Moment bereit wären, ihre Bären für genug Geld zu verkaufen, woraufhin diese ihr Vertrauen verlieren, einen großen Konfliktpunkt. Auch bei Mihr ist der Tanzbär aufgrund der Dressur und seiner beschränkten Intelligenz auf die ihm zugedachte Rolle fixiert, obwohl er, wie er sagt, eigentlich frei sein könnte und lieber bei seinen Brüdern im Wald leben würde.&amp;lt;ref&amp;gt;Sonja Windmüller, 2009, S. 25&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Peter Dickinson (Schriftsteller)|Peter Dickinsons]] Jugendbuch &#039;&#039;Tanzbär&#039;&#039; (englisches Original &#039;&#039;The Dancing Bear&#039;&#039;, 1972) erzählt von der Flucht des Sklaven Silvester, der Tanzbärin Bubba und des Heiligen Johannes im 6. Jahrhundert. Egal wo sie sind, die Bärin ist darauf fixiert zu tanzen, sobald Musik erklingt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sonja Windmüller, 2009, S. 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Tiergeschichten des [[rumäniendeutsche]]n Schriftstellers [[Otto Alscher]] handeln von Bären, darunter &#039;&#039;Der Tanzbär und sein Führer&#039;&#039; (erstmals 1933 veröffentlicht). Darin reflektiert der Bär seine erlittenen Qualen und zuletzt findet er in die Wildnis zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Helga Korodi: &#039;&#039;Otto Alschers Wanderung durch die Karpaten Kakaniens.&#039;&#039; In: [https://kulturstiftung.org/wp-content/uploads/Lebenswelten.pdf &#039;&#039;Lebenswelten im Rückspiegel. Donauschwäbische Literatur des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;.] Literarische Fachtagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Bonn, im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen am 24. und 25. November 2012, S. 23–64, hier S. 53&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein als Tanzbär verkleideter Mensch spielt eine Rolle in [[Bedřich Smetana|Smetanas]] komischer Oper &#039;&#039;[[Die verkaufte Braut]]&#039;&#039;. In Bühnenaufführungen von [[Wilhelm Hauff]]s Erzählung &#039;&#039;[[Das Wirtshaus im Spessart]]&#039;&#039; und im [[Das Wirtshaus im Spessart (1958)|gleichnamigen Film]] von 1958 führt ein singender Gaukler mit Tanzbär durch die Handlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine deutsche Folkband in den 1970er Jahren nannte sich &#039;&#039;[[Tanzbär (Band)|Tanzbär]]&#039;&#039;. Die ursprüngliche Bezeichnung der [[Gummibär|Goldbären]] der Firma [[Haribo]] war &#039;&#039;Tanzbären&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Geschichte der [[Die Sendung mit der Maus|Sendung mit der Maus]] mit [[Käpt’n Blaubär]] kommt die Darstellung von Tanzbären ebenfalls nicht gut weg: Käpt’n Blaubär erzählt seinen Enkeln, die erfreut erzählen, dass sie Zirkuskarten geschenkt bekommen haben, von seinen furchtbaren Erinnerungen, als er und Hein Blöd von einem Zirkusdirektor [[Entführung|gekidnappt]] wurden: Er wurde gezwungen, als Tanzbär zu arbeiten; Hein Blöd musste als „Watschenheini“ für die Clowns herhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Bernd Brunner]]: &#039;&#039;Bär und Mensch: Die Geschichte einer Beziehung.&#039;&#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23098-3&lt;br /&gt;
* Witold Szabłowski: &#039;&#039;Tanzende Bären. Die Sehnsucht nach alten Hierarchien und die Herausforderungen der Freiheit.&#039;&#039; Ars Vivendi, Cadolzburg 2019&lt;br /&gt;
* [[Egon Wamers]]: &#039;&#039;Von Bären und Männern. Berserker, Bärenkämpfer und Bärenführer im frühen Mittelalter.&#039;&#039; In: &#039;&#039;ZAM Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters&#039;&#039;, Jahrgang 37, 2009, S. 1–46&lt;br /&gt;
* Sonja Windmüller: [https://www.fbkultur.uni-hamburg.de/vk/forschung/publikationen2/vokus/vokus200901/media/windmueller-vokus2009-1.pdf &#039;&#039;An der Nase geführt. Perspektiven auf das Phänomen ›Tanzbär‹ (und zugleich auch auf den Tanz).&#039;&#039;] (PDF) In: &#039;&#039;Vokus&#039;&#039;, 19/1, 2009, S. 17–36&lt;br /&gt;
* [[Christian Fürchtegott Gellert]]: &#039;&#039;Der Tanzbär&#039;&#039;. Gedicht. In: &#039;&#039;Sämmtliche Schriften&#039;&#039;. 1. Auflage. 1. Theil: &#039;&#039;Fabeln und Erzählungen&#039;&#039;, Erstes Buch. M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch, Leipzig 1769, S. 7–8 [[s:Der Tanzbär|Volltext]] ([[Wikisource]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Dancing bears|Tanzbär}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4397459-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tanzbar}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bär in der Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dressur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.32.40.133</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Timur_Khan&amp;diff=205018</id>
		<title>Timur Khan</title>
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		<updated>2025-01-23T11:50:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.32.40.133: /* Regierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Kaiser von China, für den zentralasiatischen Eroberer siehe [[Timur]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:YuanEmperorAlbumTemurOljeituPortrait.jpg|mini|Zeitgenössische Darstellung von Timur Khan (Ausschnitt).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OljeituToPhilippeLeBel1305.jpg|mini|Der Brief des Ilchans an den französischen König, der den wiederhergestellten inneren Frieden im Mongolenreich erwähnt (1305).]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Uldjaitu-Timur&#039;&#039;&#039; ({{mnS-Mong|ᠥᠯᠵᠡᠶᠢᠲᠦ ᠲᠡᠮᠦᠷ|Öljeyitü Temür}}) oder &#039;&#039;&#039;Uldjaitu-Timur Khan&#039;&#039;&#039;, kurz &#039;&#039;&#039;Timur Khan&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Chengzong&#039;&#039;&#039; genannt; * [[1265]] in [[Peking]]; † [[10. Februar]] [[1307]] in Peking) war ein Kaiser der [[Geschichte der Mongolen|mongolischen]]  [[Yuan-Dynastie]] in [[Geschichte Chinas|China]], Sohn [[Dschingkim]]s und Enkel [[Kublai Khan]]s. Er regierte von 1294 bis 1307 und galt als Förderer der Lehre des [[Konfuzius]] und mildtätiger Herrscher, der Kriege vermied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regierung ==&lt;br /&gt;
Timur setzte sich u. a. mit Hilfe seiner Mutter Kökejin und des Feldherrn [[Bayan (Heerführer)|Bayan]] († 1295) gegen seinen Bruder Kamala durch. Die Auswahl war nicht groß: Timur war alkoholabhängig, aß auch zu viel und litt ab 1300 unter schwerer [[Gicht]]. Aber er vertrat die chinesischen Interessen. Kamala soll einen Sprachfehler und eine geringere Kenntnis der [[Jassa]] gehabt und das Leben in der Steppe bevorzugt haben.&lt;br /&gt;
Trotzdem wurde Timur ein besserer Kaiser, als es sein Großvater gedacht hatte. Er bemühte sich angeblich erfolgreich, von seiner Trunksucht loszukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1303 kam es zu einem großen Korruptionsskandal beim Getreidetransport. Zunächst waren nur zwei hohe Transportbeamte angeklagt, aber eine kaiserliche Untersuchung ergab bald die Verwicklung von 18.473 Beamten und Klerikern, einschließlich der höchsten Ministerebene, und einen illegalen Profit von mindestens 45.865 &#039;&#039;ting&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein &#039;&#039;ting&#039;&#039; war zur Zeit Marco Polos zehn chinesische [[Unze|Unzen]] (&#039;&#039;[[tael]]&#039;&#039;) in Silber bzw. eine &#039;&#039;tael&#039;&#039; in Gold wert. Vgl. Henry Yule (Hrsg.): &#039;&#039;The travels of Marco Polo. The Complete Yule-Cordier Edition&#039;&#039;. Dover Publications, New York, ISBN 0-486-27586-8, Bd. 2, S. 217, Anm. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Timur enthob die Beamten ihrer Posten, aber innerhalb von zwei Jahren waren zumindest die meisten Minister wieder im Amt.&amp;lt;ref&amp;gt;Franke, Twitchett: &#039;&#039;The Cambridge History of China&#039;&#039;, Bd. 6: &#039;&#039;Alien regimes and border states 907–1368&#039;&#039;. Cambridge 1994, S. 499.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man verzeichnete zudem eine [[Inflation]], so dass 1309/10 neues Papiergeld herausgegeben werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Timur hatte sich militärisch mit den beiden zentralasiatischen Khanen [[Qaidu Khan|Qaidu]] und Du&#039;a auseinanderzusetzen, die bereits Kublai Khan (besonders in seinen letzten Lebensjahren) Probleme bereitet hatten. Um 1300 scheint Timur die Initiative übernommen zu haben&amp;lt;ref&amp;gt;Das Thema wird erörtert von Michal Biran: &#039;&#039;Qaidu and the Rise of the independent Mongol State in Central Asia&#039;&#039;. Curzon, Richmond 1997, ISBN 0-7007-0631-3, S. 51 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; und zumindest insofern einen Erfolg erzielt zu haben, als Qaidu bei der Rückkehr von diesem Feldzug an einer Verwundung starb. Nach Qaidus Tod wurde er um 1303/04 von allen Mongolenkhanen noch einmal allgemein als mongolischer Khagan anerkannt, auch wenn das Reich längst nicht mehr einheitlich gelenkt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im unmittelbaren Machtbereich der Yuan kam es zu neuen Spannungen, als der Prinz Ananda (Enkel Kublais und Statthalter von [[Gansu]]) mit einem Großteil seiner Truppen zum Islam übertrat. Timur missbilligte das und ließ Ananda vorübergehend gefangensetzen, wurde aber von seiner Mutter von der Notwendigkeit einer friedlichen Einigung überzeugt (1296). Fortan tolerierte er Anandas Verhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Darstellung von Rašīd-ad-Dīn: &#039;&#039;The successors of Genghis Khan&#039;&#039;, übersetzt von John Andrew Boyle, New York 1971, S. 323 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen letzten Lebensjahren regierten seine Frau Buluyan und einige Minister. Sie versuchten durch ihre Intrigen die spätere Thronbesteigung des erfolgreichen Prinzen [[Külüq Khan|Khaischan]] (Neffe Timurs) zu verhindern und schickten dafür u. a. dessen Mutter ins Exil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Raschīd ad-Dīn|Rašīd-ad-Dīn Faḍlallāh]]: &#039;&#039;The successors of Genghis Khan&#039;&#039;. Übersetzt von [[John Andrew Boyle]]. Columbia University Press, New York 1971, ISBN 0-231-03351-6 (Übersetzung der Edition von [[Karl Jahn (Orientalist)|Karl Jahn]], herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft der Wissenschaft und Künste, Prag 1941).&lt;br /&gt;
* [[Herbert Franke (Sinologe)|Herbert Franke]], [[Denis Twitchett]] (Hrsg.): &#039;&#039;The Cambridge History of China&#039;&#039;, Bd. 6: &#039;&#039;Alien regimes and border states 907–1368&#039;&#039;. Cambridge University Press, Cambridge 1994, ISBN 0-521-24331-9. (engl.)&lt;br /&gt;
* [[Michael Weiers]]: &#039;&#039;Geschichte der Mongolen.&#039;&#039; Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2004, ISBN 3-17-017206-9.&lt;br /&gt;
* [[Timothy Brook]]: &#039;&#039;The Troubled Empire. China in the Yuan and Ming Dynasties.&#039;&#039; Harvard University Press, 2010, ISBN 0-674-07253-7. (engl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste multi&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Kublai Khan]] ({{zh|kurz=ja|c=世祖|p=Shìzǔ}})&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Külüq Khan]] ({{zh|kurz=ja|c=武宗|p=Wǔzōng}})&lt;br /&gt;
|AMT=[[Kaiser der Yuan-Dynastie|Kaiser von China]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1294–1307&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Kublai Khan]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=[[Külüq Khan]]&lt;br /&gt;
|AMT2=[[Khagan]] der Mongolen&lt;br /&gt;
|ZEIT2=1294–1307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|LCCN=|NDL=|VIAF=|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2023-08-17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiser der Yuan-Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Großkhan der Mongolen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (13. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (14. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mongolische Geschichte (13. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mongolische Geschichte (14. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mongole]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1265]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1307]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Timur Khan&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Chengzong&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=mongolischer Khagan, chinesischer Kaiser der Yuan-Dynastie&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1265&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Peking]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. Februar 1307&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Peking]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.32.40.133</name></author>
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		<title>Die schwarze Galeere (Film)</title>
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		<updated>2024-09-02T11:40:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;176.32.40.133: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Film&lt;br /&gt;
| Bild             = &lt;br /&gt;
| Originaltitel    = Die schwarze Galeere&lt;br /&gt;
| Produktionsland  = [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]&lt;br /&gt;
| Originalsprache  = [[Deutsche Sprache|Deutsch]]&lt;br /&gt;
| Erscheinungsjahr = 1962&lt;br /&gt;
| Länge            = 94&lt;br /&gt;
| FSK              = 6&lt;br /&gt;
| JMK              = &lt;br /&gt;
| Regie            = [[Martin Hellberg]]&lt;br /&gt;
| Drehbuch         = Martin Hellberg&lt;br /&gt;
| Produktionsunternehmen = [[DEFA]], KAG „Solidarität“&lt;br /&gt;
| Musik            = [[Wilhelm Neef]]&lt;br /&gt;
| Kamera           = [[Karl Plintzner]]&lt;br /&gt;
| Schnitt          = [[Ursula Rudzki]]&lt;br /&gt;
| Besetzung        =&lt;br /&gt;
* [[Dietrich Körner]]: Jan Norris&lt;br /&gt;
* [[Gerry Wolff]]: Jeronimo&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Rachold]]: Leone della Rota&lt;br /&gt;
* [[Hans-Peter Minetti]]: Antonio Valani&lt;br /&gt;
* [[Beate Hanspach]]: Myga&lt;br /&gt;
* [[Else Wolz]]: Marthe&lt;br /&gt;
* [[Raimund Schelcher]]: König Philipp II.&lt;br /&gt;
* [[Alexander Papendiek]]: Bordwache&lt;br /&gt;
* [[Walter E. Fuß]]: Seemann&lt;br /&gt;
* [[Peter Kiwitt]]: Gouverneur Liefkenshoef&lt;br /&gt;
* [[Fred Kötteritzsch]]: Admiral Spinola&lt;br /&gt;
* [[Hans Feldner]]: Zimmermann&lt;br /&gt;
* [[Marlies Reusche]]: Seine Frau&lt;br /&gt;
* [[Marianne Wünscher]]: 1. Sängerin&lt;br /&gt;
* [[Ingeborg Neef]]: 2. Sängerin&lt;br /&gt;
* [[Ursula Birr]]: Bürgerin&lt;br /&gt;
* [[Helga Böhm]]: Junges Mädchen&lt;br /&gt;
* [[Harald Engelmann]]: Schiffsjunge&lt;br /&gt;
* [[Otto-Erich Edenharter]]: Gouverneur&lt;br /&gt;
* [[Hans-Joachim Büttner|Hansjoachim Büttner]]: Vater von Jan Norris&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die schwarze Galeere&#039;&#039;&#039; ist ein deutscher Historienfilm der [[DEFA]] von [[Martin Hellberg]] aus dem Jahr 1962. Er beruht auf der [[Die schwarze Galeere|gleichnamigen Novelle]] von [[Wilhelm Raabe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handlung ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1585 wird das protestantische [[Antwerpen]] von den katholischen Soldaten des spanischen Königs [[Philipp II. (Spanien)|Philipp II.]] eingenommen. Die Protestanten dürfen einen letzten Gottesdienst abhalten und werden vor der Kirche von den höhnisch spottenden Spaniern und konvertierten Niederländern empfangen. Unter den Protestanten befindet sich auch der zehnjährige Jan Norris. Vor der Kirche wiederum steht seine Freundin, die gleichaltrige Myga van Bergen, deren Vater aus Opportunismus Katholik geworden ist. Früher war er der Kompagnon von Vater Norris. Dieser verlässt mit Jan die besetzten Niederlande, doch Jan und Myga wollen sich treu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahre vergehen und 14 Jahre später sind die Kinder von einst erwachsen geworden. Die Niederlande stehen immer noch unter spanischer Herrschaft. Jan hat sich inzwischen den rebellischen [[Geusen]] angeschlossen, die für die Befreiung der Niederlande kämpfen. Er ist Steuermann der Schwarzen Galeere, eines Schiffes, vor dem sich die Spanier fürchten, da es uneinnehmbar scheint und ihren Truppen schweren Schaden zufügt. Eines Tages befindet sich Jan heimlich in Antwerpen und belauscht in einer Schenke die spanischen Militärs Leone della Rota und Antonio Valani, den Steuermann des spanischen Schiffs Andrea Doria. Antonio, der seinen Tod nahe glaubt, hat sich in Myga verliebt und Leone überredet ihn, sich Myga zu nehmen. Als Jan unerkannt die Schenke verlassen will, wird er als Geuse erkannt und durch die Stadt gejagt. Er flieht zu Myga. Leone hat unterdessen angetrunken Antonio überredet, mit einem Hausdurchsuchungsbefehl in die Gemächer Mygas einzubrechen. Dort werden beide von Jan überrascht, der Antonio niedersticht. Jan wird festgenommen und zusammen mit dem schwer verletzten Antonio und der Geisel Myga als Gefangener auf die Andrea Doria gebracht. Jan gelingt die Flucht. Da der sterbende Antonio ein Vorrecht auf Myga hat, kann der skrupellose Leone sie nicht für sich beanspruchen. Leone hofft nun, dass Antonio bald stirbt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jan wurde von den Spaniern für tot gehalten. In Wirklichkeit konnte er sich an Land retten und ist zur Schwarzen Galeere gelangt. Mit seinen Männern gelingt es ihm, die Andrea Doria zu kapern, deren Steuermann nach dem Tod Antonios nun Kapitän geworden ist. Leone wird von Jan getötet und Jan kann seine Myga wieder in die Arme schließen. Wenig später muss sich Spanien der Übermacht der Geusen ergeben und die Niederlande sind frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Produktion ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die schwarze Galeere&#039;&#039; wurde von 1961 bis 1962 gedreht und erlebte am 10. Juli 1962 im [[Berlin]]er [[Colosseum (Kino)|Colosseum]] seine Premiere. Es war einer der ersten Filme, in denen [[Dietrich Körner]] mitwirkte, und der letzte Film des Szenenbildner-Veterans [[Erich Zander (Filmarchitekt)|Erich Zander]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Die zeitgenössische Kritik bemängelte Hellbergs Nähe zum zugrunde liegenden Werk: „Übertriebene Werktreue oder Einverständnis – Hellberg übernimmt weitestgehend, sogar den philiströsen Dialog. […] Es ist dem Drehbuchautor Hellberg nicht gelungen, aus Raabes Erzählung ein Filmsujet zu formen, das Geschehen und Tendenz organisch verbindet. […] Der konventionelle Eindruck des Films wird verstärkt durch die Kulissenwelt […] und den biederen Trick“.&amp;lt;ref&amp;gt;Christel und Wolfgang Gersch: &#039;&#039;Eine neue Literaturverfilmung. Die Schwarze Galeere&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Deutsche Filmkunst&#039;&#039;, Nr. 10, 1962.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch andere Kritiker befanden, dass „wortreiche und pathetische Dialoge, auch wenn sie fast wörtlich im Werk des Dichters nachweisbar sind, der optischen Dramaturgie des Films widersprechen“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Tribüne&#039;&#039;, 14. Juli 1962.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den &#039;&#039;[[film-dienst]]&#039;&#039; war &#039;&#039;Die schwarze Galeere&#039;&#039; eine „aufwendige, aber sowohl dramaturgisch wie darstellerisch wenig überzeugende Inszenierung, die in gleichbleibender Langeweile erstarrt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{LdiF|54019|zugriff=2017-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3896023497|Seiten=520–521}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{IMDb|tt0230742}}&lt;br /&gt;
* {{Filmportal|a85303a745554280bfd4b706af4c135d}}&lt;br /&gt;
* [https://www.defa-stiftung.de/filme/filmsuche/die-schwarze-galeere/ &#039;&#039;Die schwarze Galeere&#039;&#039;] bei der [[DEFA-Stiftung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4729421-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:schwarze Galeere #Die}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Filmtitel 1962]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Film]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwarzweißfilm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wilhelm-Raabe-Verfilmung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seefahrt im Film]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Achtzigjähriger Krieg in Kunst und Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Martin Hellberg]]&lt;/div&gt;</summary>
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