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	<title>Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Staatsarchiv Ludwigsburg</title>
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		<updated>2023-11-16T07:42:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;129.143.111.98: /* Leitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Archiv&lt;br /&gt;
|Archivtyp            = Staatliches Archiv&lt;br /&gt;
|Breitengrad          = 48.89522&lt;br /&gt;
|Längengrad           = 9.18921&lt;br /&gt;
|ISO-Region           = DE-BW&lt;br /&gt;
|Ort                  = Ludwigsburg&lt;br /&gt;
|Umfang               = 40.000 lfm&lt;br /&gt;
|Träger               = Land Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
|Organisationsform    = Abteilung des Landesarchivs&lt;br /&gt;
|Website              = [https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/standorte/staatsarchiv-ludwigsburg/47251 www.landesarchiv-bw.de]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Staatsarchiv Ludwigsburg&#039;&#039;&#039; wurde 1868 gegründet und ist heute zuständig für die Überlieferung von rund 680 staatlichen Behörden aus dem [[Regierungsbezirk Stuttgart]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestände ==&lt;br /&gt;
Die historischen Bestände stammen aus dem nordwürttembergischen Raum. Besonders hervorzuheben sind die im Zuge der [[Entnazifizierung]] von den Heimatspruchkammern angelegten mehr als 500.000 Spruchkammerakten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Staatsarchiv Ludwigsburg finden sich aber auch die Akten des [[Polizeipräsidium]]s Stuttgart, die Dekorationsmappen und Rollenbücher des [[Staatstheater Stuttgart|Staatstheaters Stuttgart]] und sämtliche Geburtenbücher der [[Landesfrauenklinik Stuttgart]]; die Urkunden des [[Deutscher Orden|Deutschen Ordens]], Amtsbücher des Stifts [[Ellwangen]] und Dokumente von [[Ulm]], [[Esslingen am Neckar]], [[Heilbronn]] und anderen ehemaligen [[Freie Reichsstadt|freien Reichsstädten]]. Auch (Personal-)Akten der [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)|Deutschen Reichsbahn]] und der [[Deutsche Bundesbahn|Deutschen Bundesbahn]] aus der Reichs- bzw. Bundesbahndirektion Stuttgart befinden sich im Archiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ursprünglich im [[Residenzschloss Ludwigsburg|Ludwigsburger Schloss]] untergebrachte Staatsarchiv Ludwigsburg befindet sich seit 1995 in der ehemaligen Arsenalkaserne im Zentrum Ludwigsburgs. Es umfasst zwei Gebäudekomplexe: Zum einen das &#039;&#039;Arsenalgebäude&#039;&#039; (Arsenalplatz 3), in dem sich neben den Dienstzimmern der Mitarbeiter und der Bibliothek die für die Öffentlichkeit bestimmten Bereiche (Lesesaal, Vortragssaal und Ausstellungsraum) befinden, zum andern das &#039;&#039;Zeughaus&#039;&#039; (Mathildenstraße 1) als Magazin des Staatsarchivs, in dem über 40.000 lfd. m Archivgut unter klimatisierten Bedingungen verwahrt und die von den Behörden angelieferten Unterlagen entgegengenommen werden. Beide Gebäude sind durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden, durch den die zur Vorlage an interessierte Benutzer bestellten Unterlagen mittels einer Transportanlage in den Lesesaal gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der baden-württembergischen Verwaltungsstruktur-Reform von 2005 wurde das Staatsarchiv Ludwigsburg eine Abteilung des neugeschaffenen [[Landesarchiv Baden-Württemberg|Landesarchivs Baden-Württemberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leitung ==&lt;br /&gt;
* 1945–1951 [[Max Miller (Historiker)|Max Miller]]&lt;br /&gt;
* 1967–1975 [[Robert Uhland]]&lt;br /&gt;
* 1975–1992 [[Alois Seiler (Historiker, 1933)|Alois Seiler]]&lt;br /&gt;
* 1993–2002 [[Gerhard Taddey]]&lt;br /&gt;
* seit 2002: Peter Müller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kaserne am Arsenalplatz vor 1870.jpg|Arsenalgebäude (Arsenalplatz 3) in einem alten Stich&lt;br /&gt;
Datei:Arsenalkaserne 2023-04a.jpg|Arsenalkaserne, April 2023&lt;br /&gt;
Datei:Staatsarchiv Ludwigsburg Mathildenstrasse 1 DSC 3595.jpg|Zeughaus (Mathildenstraße 1)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Otto Müller (Archivar)|Karl Otto Müller]]: &#039;&#039;Das Württembergische Staatsfilialarchiv in Ludwigsburg. Geschichte und Organisation&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Archivalische Zeitschrift]]&#039;&#039; 35, 1925, S. 61–110 ([https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a147699.pdf Digitalisat]).&lt;br /&gt;
*Peter Müller: &#039;&#039;Vom Aktendepot zum Informationsdienstleister. Seit 150 Jahren verwahrt das Staatsarchiv Ludwigsburg Archivalien aus Nordwürttemberg und macht sie für die Nutzung zugänglich.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[https://www.staatsanzeiger.de/momente/ Momente, Magazin zur Geschichte Baden-Württembergs]&#039;&#039;, Heft 4/2018, S. 20–23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.landesarchiv-bw.de/stal Offizielle Website]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=2037129-9|LCCN=n/50/075451|VIAF=154255319}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsarchiv (Baden-Württemberg)|Ludwigsburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Württemberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Ludwigsburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Ludwigsburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Gründungsdatum ungeklärt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>129.143.111.98</name></author>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Embryonenkontroverse&amp;diff=1593965</id>
		<title>Embryonenkontroverse</title>
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		<updated>2023-05-16T09:36:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;129.143.111.98: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Affenproblem.jpg|miniatur|Titelseite einer gegen Haeckel gerichteten Publikation von [[Arnold Braß]]]] Die &#039;&#039;&#039;Embryonenkontroverse&#039;&#039;&#039; war ein Streit um [[Fälschung]]svorwürfe gegenüber dem Evolutionsbiologen [[Ernst Haeckel]]. In der 1868 publizierten &#039;&#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039; versuchte Haeckel, die noch junge [[Evolutionsbiologie]] durch eine laienverständliche Darstellung zu popularisieren. Dabei wurde die [[Embryologie]] als zentrales Argument präsentiert: Die Individualentwicklung eines Lebewesens, die [[Ontogenese]], rekapituliere dessen stammesgeschichtliche Entwicklung, dessen [[Phylogenese]] ([[Biogenetische Grundregel]]), und sei daher nur im Rahmen eines evolutionären Modells zu erklären.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Dieses Argument wurde durch Abbildungen gestützt, die die Ähnlichkeiten zwischen Embryonen verschiedener [[Art (Biologie)|Arten]] belegen sollten. Einige Zeichnungen unterschlugen jedoch bekannte Unterschiede. Andere Darstellungen waren identische Kopien eines Embryo-[[Holzschnitt]]s und wurden ohne entsprechende Angabe zur Illustration verschiedener Arten verwendet. Derartige Manipulationen trugen Haeckel Kritik und Fälschungsvorwürfe von wissenschaftlichen Kollegen und Öffentlichkeit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckels herausgehobene Stellung in den Debatten um die [[Evolutionstheorie]] führte zu einer breiten Rezeption der Kontroverse. Haeckel war nicht nur der bekannteste Vertreter der Evolutionstheorie in Deutschland, er erklärte sein Eintreten für den [[Darwinismus]] zudem zu einem allgemeinen [[Weltanschauung]]skampf gegen die traditionelle Biologie, „Kirchen-Weisheit und […] After-Philosophie“. In diesem Kontext verstand Haeckel die Embryologie als ein „schwere[s] Geschütz im Kampf um die Wahrheit“, was zu einer häufig feindlichen Rezeption seiner Schriften beitrug.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039;. 1. Auflage. S. XIV.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die embryologische Argumentation für die Evolutionstheorie ==&lt;br /&gt;
Haeckels Argumentation für die Evolutionstheorie beruhte wesentlich auf Überlegungen zur Ontogenese, also der biologischen Entwicklung individueller Organismen von der befruchteten [[Eizelle]] zum erwachsenen Lebewesen. Zwei Beobachtungen überzeugten ihn von der überragenden Bedeutung der embryologischen Forschung. Zum einen fänden sich bei Embryonen Merkmale, die bei erwachsenen Lebewesen allenfalls [[rudiment]]är vorhanden seien. So habe etwa ein menschlicher Embryo in den ersten zwei Monaten einen frei hervorstehenden Schwanz, von dem nach der Geburt lediglich drei bis fünf [[Schwanzwirbel]] übrig blieben. „Dieses verkümmerte Schwänzchen des Menschen ist ein unwiderlegbarer Zeuge für die unleugbare Thatsache&amp;lt;!--sic--&amp;gt;, daß&amp;lt;!--sic--&amp;gt; er von geschwänzten Voreltern abstammt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 3. Auflage. S. 259.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Haeckel Anthropogenie 1874.jpg|miniatur|hochkant=1.8|Illustration des biogenetischen Grundgesetzes in der &#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039; (1874)]]&lt;br /&gt;
Haeckels zweite Beobachtung bezog sich auf die allgemeine Ähnlichkeit zwischen Embryonen von [[Wirbeltiere]]n. Er argumentierte, dass die Embryonen aller Wirbeltiere zu Beginn ununterscheidbar seien und sich erst allmählich verschiedene Merkmale herausdifferenzierten. Dabei erschienen Unterschiede umso später, je näher die Arten miteinander verwandt seien. In der &#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039; aus dem Jahre 1874 illustrierte Haeckel diesen Gedanken mit einer Abbildung von acht Wirbeltierembryonen in jeweils drei Entwicklungsstadien. Auf der ersten Stufe sind die Embryonen aller Arten nahezu ununterscheidbar. In der zweiten Spalte kann man spezifische Merkmale des [[Fische|Fisch]]- und [[Amphibien]]embryos bereits klar erkennen, während die übrigen Embryonen lediglich in Details voneinander abweichen. Auf der letzten Stufe sind schließlich alle Arten klar unterscheidbar. Dennoch teilen die vier [[Säugetiere]]mbryonen viele [[Morphologie (Biologie)|morphologische]] Merkmale, die sie deutlich von den vier anderen Wirbeltierembryonen abgrenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese bereits von [[Karl Ernst von Baer]] beschriebenen Ähnlichkeiten zwischen den Embryonen der Wirbeltiere sind nach Haeckel jedoch nur ein Oberflächenphänomen, das auf einen grundlegenderen Zusammenhang zwischen Evolution und Individualentwicklung hinweist. Zu Beginn seien sich die Embryonen nämlich nicht nur ähnlich, vielmehr wiesen sie alle die typischen Merkmale der stammesgeschichtlich älteren Wirbeltiere auf: Selbst die gebildeten Kreise „wissen nicht, dass [der menschliche] Embryo zu einer gewissen Zeit im Wesentlichen den anatomischen Bau eines Fisches, später den Bau von Amphibien-Formen und Säugethier-Formen besitzt, und daß&amp;lt;!--sic--&amp;gt; bei weiterer Entwicklung dieser letzteren zunächst die Formen erscheinen, welche auf der tiefsten Stufe der Säugethiere&amp;lt;!--sic--&amp;gt; stehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039;. 1. Auflage. S. 4.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Beobachtungen kulminierten in Haeckels Formulierung des [[Biogenetische Grundregel|biogenetischen Grundgesetzes]], nach dem die Ontogenese eine Rekapitulation der Phylogenese ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Erstmals formuliert in Ernst Haeckel: &#039;&#039;Generelle Morphologie&#039;&#039;. Georg Reimer, Berlin 1866, Band 2, S. 300, vergleiche auch &#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 1. Auflage, S. ???&amp;lt;/ref&amp;gt; Der menschliche Embryo soll in seiner Entwicklung also auf kurze und unvollständige Weise die Stadien der Evolution der Wirbeltiere durchlaufen. Zu Beginn fänden sich etwa beim menschlichen Embryo typische Merkmale von Fischen wie [[Kiemenbogen|Kiemenanlagen]], die im Laufe der ontogenetischen Entwicklung verschwänden. Dieser Zusammenhang wurde von Haeckel als einer der „wichtigsten und unwiderlegbaren Beweise“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 3. Auflage. S. 276.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Evolutionstheorie betrachtet, da nichtevolutionäre Ansätze keine plausible Erklärung dieses Phänomens anbieten könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Illustrationen der &#039;&#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Embryo - copies.jpg|miniatur|hochkant=1.3|Angebliche Darstellung eines Embryos von Hund, Huhn und Schildkröte. Bei den Abbildungen handelt es sich jedoch um die identischen Kopien eines Holzschnittes.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Haeckel-embryos-weeks4-6.jpg|miniatur|hochkant=1.3|Embryonen von Hund und Mensch in der vierten Woche (A und B, links); Embryonen von Hund Mensch, Schildkröte und Huhn in der sechsten Woche (C–F, rechts).]]&lt;br /&gt;
Haeckels embryologische Argumentation für die Evolutionstheorie wurde erstmals in der &#039;&#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039; einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht. Die Darstellung des biogenetischen Grundgesetzes stützte sich auf eine Reihe von Abbildungen, die als Illustrationen und Belege des Gedankengangs konzipiert waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zeigten drei Abbildungen angeblich die Embryonen eines Hundes, eines Huhns und einer Schildkröte. Die identische Gestalt der Darstellungen sollte den Leser davon überzeugen, dass die Embryonen der Wirbeltiere tatsächlich ein gemeinsames Entwicklungsstadium teilen: „Wenn Sie die jungen Embryonen des Hundes, des Huhns und der Schildkröte in Fig. 9, 10 und 11 vergleichen, werden Sie nicht im Stande sein, einen Unterschied wahrzunehmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 1. Auflage. S. 249.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die bis ins kleinste Detail gehende Übereinstimmung der Illustrationen ergab sich allerdings nur dadurch, dass die drei Abbildungen mit Hilfe desselben [[Druckstock]]s erstellt wurden. Während die Leser also die identischen Erscheinungen als Evidenz für Haeckels embryologische Thesen akzeptieren sollten, wurde der scheinbare Nachweis durch identische Kopien einer Abbildung erzeugt. In späteren Auflagen wurde als Reaktion auf Kritik nur noch eine Abbildung verwendet. Allerdings wies Haeckel darauf hin, dass die Zeichnung gleichermaßen einen Vogel- oder Säugetierembryo darstellen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 3. Auflage. S. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Abbildung diente der Darstellung des biogenetischen Grundgesetzes auf späteren Entwicklungsstufen. Die Figuren A und B zeigen die Embryonen eines Hundes und eines Menschen in der vierten Woche. Die Figuren C–F stellen die Embryonen von Hund, Mensch, Schildkröte und Huhn in der sechsten Woche dar. Auch hier ist der Bezug zu Haeckels Argumentationsgang offensichtlich: In der vierten Woche sind die Embryonen nahezu ununterscheidbar. Selbst in der sechsten Woche ähneln sich die Säugetierembryonen stark, sind jedoch leicht von [[Reptilien]] und [[Vögel]]n zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel hatte seine Zeichnungen nicht anhand echter Embryonen erstellt, sondern Illustrationen anderer Lehrbücher als Vorlagen verwendet. Da er keine Quellen für seine Zeichnungen angab, wurde schnell von Kritikern über die Herkunft der Bilder spekuliert. [[Ludwig Rütimeyer]] erklärte sie zu verfremdeten Kopien von Illustrationen [[Theodor von Bischoff]]s, [[Alexander Ecker]]s und [[Louis Agassiz]]’ und warf Haeckel vor, die Darstellungen im Interesse seiner Theorie verfremdet zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Referate&#039;&#039;. S. 302.&amp;lt;/ref&amp;gt; Haeckel wollte an dieser Stelle keinen Fehler einräumen, in einem Brief erklärte er: „Im Übrigen sind die Formen derselben ganz genau theils&amp;lt;!--sic--&amp;gt; nach der Natur copirt&amp;lt;!--sic--&amp;gt;, theils&amp;lt;!--sic--&amp;gt; aus allen, bisher über diese Stadien bekannt gewordenen Abbildungen zusammengestellt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Haeckel an Theodor von Siebold, 4. Januar 1869, Ernst Haeckel Archiv, Ernst Haeckel Haus, Jena.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ecker-Vorlage.jpg|Mögliche Vorlage für Haeckels menschlichen Embryo. Ecker 1851–1859&lt;br /&gt;
Datei:Bischoff Vorlage.jpg|Mögliche Vorlage für Haeckels Hundeembryo. Bischoff 1845&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kontroverse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Reaktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits kurz nach der Publikation der &#039;&#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039; gab es unter Fachwissenschaftlern Diskussionen um Haeckels Illustrationen. Von Bischoff beschwerte sich bei seinem Kollegen [[Carl von Siebold]] über die seines Erachtens zu freien Zeichnungen. Dieser verteidigte zunächst Haeckel und wandte sich noch 1868 per Brief an Haeckel und bat um Quellenangaben für die Zeichnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor von Siebold an Ernst Haeckel, 28. Dezember 1868, Ernst Haeckel Archiv, Ernst Haeckel Haus, Jena.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derartige Zweifel wurden in den ersten Jahren jedoch nicht in der Öffentlichkeit geäußert und zeigten bei weitem nicht die Schärfe der ab 1874 geführten Kontroverse. Eine Ausnahme bildet der [[Basel|Basler]] Anatom Ludwig Rütimeyer, der seine Kritik im &#039;&#039;Archiv für Anthropologie&#039;&#039; publik machte. Rütimeyer empörte sich, dass Haeckels Zeichnungen als Belege und nicht als schematische Illustrationen präsentiert wurden. Dies könne „nicht anders genannt werden als Spieltreiben mit dem Publicum und der Wissenschaft“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Referate&#039;&#039;. S. 302.&amp;lt;/ref&amp;gt; Haeckel reagierte äußerst gereizt auf diese Vorwürfe Rütimeyers. In einem Brief an [[Charles Darwin]] interpretierte er die Kritik als eine Anbiederung an das „klerikale Basel“, das nun mal für Rütimeyers Gehalt aufkommen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Haeckel an Charles Darwin, 12. Oktober 1872, Cambridge University Library, MSS.DAR.166:58.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil kamen von Darwin und anderen Wissenschaftlern äußerst positive Reaktionen auf die &#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. In der Einleitung zur 1871 erschienenen &#039;&#039;[[Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl|Abstammung des Menschen]]&#039;&#039; schrieb Darwin mit Bezug auf Haeckels Werk: „Wäre dieses Buch erschienen, ehe meine Arbeit niedergeschrieben war, würde ich sie vermutlich nie zu Ende geführt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin: &#039;&#039;The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex&#039;&#039;, John Murray, London 1871, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch im Konflikt mit Rütimeyer kamen von Darwin aufbauende Worte. In einem Brief an Haeckel heißt es: „Es hat mich betrübt, vor ein oder zwei Jahren Rütimeyers Rezension gelesen zu haben. Es tut mir leid, dass er so rückschrittlich ist, auch da ich ihn sehr respektiert habe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin and Ernst Haeckel, 2. September 1972, Ernst Haeckel Archiv, Ernst Haeckel Haus, Jena.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Evolution zur evolutionären Weltanschauung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039; erwies sich als publizistischer Erfolg, 1874 erschien bereits die fünfte Auflage. Auch Darwins Anerkennung und positive Rezensionen in Zeitschriften wie &#039;&#039;[[Nature]]&#039;&#039; und &#039;&#039;Das Ausland&#039;&#039; trugen dazu bei, dass sich Haeckel als führender Vertreter des Darwinismus im deutschsprachigen Raum etablieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Foster: &#039;&#039;Haeckel’s Natural History of Creation&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Nature&#039;&#039;. Volume 3, 1870, S. 102–103. Und: Anonym: &#039;&#039;Ernst Haeckels natürliche Schöpfungsgeschichte 1: Die Abstammungslehre&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Das Ausland&#039;&#039;. Nummer 43, 1870, S. 673–679.&amp;lt;/ref&amp;gt; Haeckel nutzte diese Aufmerksamkeit, um neben der biologischen Evolutionstheorie eine evolutionäre Weltanschauung zu propagieren. Der Darwinismus müsse nicht nur alle biologischen Disziplinen revolutionieren, sondern erscheine als Grundlage, auf der „alle wahre Wissenschaft in Zukunft weiter bauen wird“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 1. Auflage, S. ???&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckels Anspruch einer allgemeinen Geltung evolutionären Denkens bezog sich auch auf die [[Ethik]] und [[Politik]]. In den 1870er Jahren äußerte sich dies in Haeckels Verknüpfung der Evolutionstheorie mit dem [[Kulturkampf]] [[Otto von Bismarck|Bismarcks]] gegen den [[Katholizismus]]. In diesem Sinne kontrastierte Haeckel in der 1874 erschienenen &#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039; die aufklärerische Evolutionstheorie mit einer „schwarzen Internationale“ unter der „Fahne der Hierarchie: Geistesknechtschaft und Lüge, Unvernunft und Rohheit, Aberglauben und Rückschritt“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039;. 1. Auflage. S. XII.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckels Konzeption einer umfassenden Weltanschauung kontrastierte mit Darwins vorsichtiger Präsentation der Evolutionstheorie und stellte Haeckel ins Zentrum der deutschen Debatten um die Evolutionstheorie. Katholische Theologen und Philosophen wie [[Johannes Huber (Mediziner, 1946)|Johannes Huber]] sahen in Haeckel einen Wegbereiter des [[Naturwissenschaftlicher Materialismus ab 1850|mechanischen Materialismus]] und erklärten ihn zum „Dogmatiker der schlimmsten Sorte“.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Huber: &#039;&#039;Wissenschaftliche Tagesfragen I: Darwins Wandlungen und Häckels „natürliche Schöpfungsgeschichte“&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 8. Juni 1874.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch von empirischen Wissenschaftlern wie dem Ethnologen [[Adolf Bastian]] wurde scharfe Kritik geübt. Eine laienverständliche Darstellung der Evolutionstheorie sei grundsätzlich zu loben, allerdings verknüpfe Haeckel biologische Fakten auf inakzeptable Weise mit [[Spekulation (Philosophie)|Spekulationen]] und [[Subjektivität|subjektiver]] Weltanschauung. Haeckel missbrauche seine wissenschaftliche Autorität, wenn er dem Leser [[Metaphysik|metaphysische]] Thesen als [[Tatsache]]n verkaufe. „Sie sind der fanatische Kreuzzugsprediger eines neuen Glaubens […]. Wer weiss&amp;lt;!--sic--&amp;gt;, wohin Sie es noch bringen mögen; Sie haben all das Zeug dazu, ein Dogma der Unfehlbarkeit zu proclamieren.&amp;lt;!--sic--&amp;gt; “&amp;lt;ref&amp;gt;Adolf Bastian: &#039;&#039;Offener Brief an Herrn Professor Dr. E. Häckel&#039;&#039;. Wiegandt, Hempel &amp;amp; Parey, Berlin 1874, S. ???&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wilhelm His ===&lt;br /&gt;
[[Datei:His-Embryo.jpg|miniatur|His’ Darstellung eines Menschen- und eines Schweineembryos. Die klar erkennbaren morphologischen Unterschiede widersprechen Haeckels Darstellungen.]]&lt;br /&gt;
Die eskalierende Debatte um Haeckels evolutionäre Weltanschauung blieb in den frühen 1870er Jahren unabhängig von den Embryonenbildern. Dies änderte sich, als der [[Anatomie|Anatom]] [[Wilhelm His (Mediziner, 1831)|Wilhelm His]] 1875 in dem Werk &#039;&#039;Unsere Körperform und das physiologische Problem ihrer Entstehung&#039;&#039; Haeckels wissenschaftliche Seriosität in Frage stellte. Die reichhaltig illustrierte Publikation entwickelte eine [[Physiologie|physiologisch]] orientierte Embryologie, die keinesfalls mit Haeckels biogenetischem Grundgesetz übereinstimmte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorien waren jedoch nicht nur inkompatibel, His griff zudem Haeckels Embryonenzeichnungen und seine wissenschaftliche Methodik direkt an. Haeckels Embryonenzeichnungen seien nicht nur von anderen Lehrbüchern kopiert, sondern zugleich von Haeckel verfälscht worden. So habe Haeckel bei der Zeichnung des vier Wochen alten Menschenembryos nicht alleine eine Abbildung Bischoffs ohne Quellenangabe als Vorlage verwendet. Er habe zudem die Länge des Schwanzes gegenüber Bischoffs Zeichnung verdoppelt, um Menschen- und Hundeembryo ähnlicher erscheinen zu lassen. Derartige Verfahren disqualifizierten Haeckel als ernstzunehmenden Wissenschaftler:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich selbst bin in dem Glauben aufgewachsen, dass unter allen Qualificationen eines Naturforschers Zuverlässigkeit und unbedingte Achtung vor der Wahrheit die einzige ist, welche nicht entbehrt werden kann. […] Mögen daher Andere in Herrn Haeckel den thätigen und rücksichtslosen Parteiführer verehren, nach meinem Urtheil hat er durch diese Art seiner Kampfführung selbst auf das Recht verzichtet, im Kreise ernsthafter Forscher als Ebenbürtiger mitzuzählen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Unsere Körperform und das physiologische Problem ihrer Entstehung&#039;&#039;. S. 171&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
His war kein Gegner der Evolutionstheorie im Allgemeinen, setzte sich jedoch für eine Beschränkung ihres Anwendungsbereichs ein. Eine erfolgreiche Embryologie dürfe sich nicht auf spekulative evolutionäre Vergleiche stützen. Vielmehr habe sie sich an den [[Methodik|methodischen]] Vorgaben der ebenfalls neuen – und von Haeckel schroff abgelehnten – experimentellen Physiologie zu orientieren. Die unterschiedlichen Einstellungen zum Anwendungsbereich evolutionärer Modelle drängten Haeckel und His in entgegengesetzte Enden des darwinistischen Spektrums. Während Haeckel evolutionäre Argumentationen von der Phylogenese über die Ontogenese bis zur Politik und Ethik ausdehnen wollte, vertrat His die weitgehende Unabhängigkeit biologischer Disziplinen wie der Embryologie von der Evolutionstheorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eskalation und Abflauen der Debatte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die scharfe Kritik eines anerkannten Embryologen brachte eine zusätzliche Dynamik in die Debatte um Haeckels Variante des Darwinismus. Von nun an wurde Haeckel von seinen Gegnern unter Bezugnahme auf His als wissenschaftlicher Fälscher angegriffen, dessen „traurige Verwirrungen“&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Semper: &#039;&#039;Der Haeckelismus in der Zoologie&#039;&#039;. W. Mauke’s Söhne, Hamburg 1876, S. 35, Anmerkung 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihn aus dem Kreise der Wissenschaftler ausgeschlossen hätten. Dabei kamen Angriffe gleichermaßen von Naturwissenschaftlern, die der Evolutionstheorie oder zumindest Darwins Selektionstheorie skeptisch gegenüberstanden, und von Theologen und religiösen Philosophen, die den Darwinismus als eine gefährliche und materialistische [[Ideologie]] betrachteten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Beispiel für innerwissenschaftliche Kritik ist Victor Hensen: &#039;&#039;Die Planktonexpedition und Haeckel’s Darwinismus: Ueber einige Aufgaben und Ziele der beschreibenden Naturwissenschaften&#039;&#039;. Lipsius &amp;amp; Tischer, Kiel 1891. Eine theologische Kritik ist etwa: Friedrich Michelis: &#039;&#039;Haeckelogonie&#039;&#039;. P. Neusser, Bonn 1875.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der vierten Auflage der Anthropogenie aus dem Jahre 1891 sah sich Haeckel schließlich zu einem „Apologetischen Schlußwort“ genötigt. Mit einem Abstand von mehr als zwanzig Jahren war Haeckel durchaus zu Selbstkritik bereit: In der &#039;&#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039; seien die Ähnlichkeiten zwischen den Wirbeltierembryonen „übertrieben“ dargestellt worden, die dreifache Verwendung desselben Druckstockes sei eine „höchst unbesonnene Thorheit“ gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;„Apologetisches Schlußwort“. S. 859–861&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich setzte Haeckel jedoch zu einem verbalen Angriff auf His und seine übrigen Kritiker an. Es sei „erbärmlich“, „verächtlich“ und „kindisch“, aus derartigen Ungenauigkeiten und Fehlern im Detail einen wissenschaftlichen Fälschungsvorwurf zu konstruieren.&amp;lt;ref&amp;gt;„Apologetisches Schlußwort“. S. 862&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Gegner würden selbst unredlich handeln, da sie mit ihren Angriffen auf Detailfehler den gesamten Darwinismus diskreditieren wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Apologetische Schlußwort“ fiel in eine Zeit, in der die Embryonenkontroverse bereits am Abklingen war. Andere Debatten hatten sich in den Vordergrund geschoben, etwa die zwischen Haeckel und [[Rudolf Virchow]] geführte Kontroverse um die Einführung der Evolutionstheorie im Schulunterricht. Auf der 50. Jahrestagung der &#039;&#039;Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte&#039;&#039; forderte Haeckel eine weitgehende Reform des Unterrichts, während Virchow sich gegen die Lehre von „speculativen&amp;lt;!--sic--&amp;gt; Gebäuden“ wie der Evolutionstheorie wandte.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Virchow: &#039;&#039;Freie Wissenschaft und freie Lehre&#039;&#039;. Wiegandt, Hempel &amp;amp; Parey, Berlin 1878.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem 1899 veröffentlichten Bestseller &#039;&#039;[[Die Welträthsel]]&#039;&#039; und dem 1906 gegründeten [[Monistenbund]] verschob Haeckel die um ihn geführten Kontroversen zunehmend von der Evolutionstheorie zu seiner allgemeinen [[Monismus|monistischen]] [[Philosophie]]. Die Embryonenkontroverse wurde zu einem Randthema, das von Haeckels Gegnern noch gelegentlich verwendet wurde, um seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erneuerung der Fälschungsvorwürfe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tubal Pregnancy with embryo.jpg|miniatur|Fotografie eines menschlichen Embryos in der 5. Woche p.c. (7. [[Schwangerschaftswoche|SSW]]).]]&lt;br /&gt;
Mit dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], dem Tod Haeckels 1919 und der Auflösung des Monistenbundes durch die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] 1933 nahm das Interesse an Haeckels Theorien generell ab, und die Embryonenkontroverse geriet in weitgehende Vergessenheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ausnahmen sind: Erik Nordenskiöld: &#039;&#039;Biologens Historia&#039;&#039;. Bjorck &amp;amp; Borejsson, Stockholm 1920–1924; Richard Goldschmid: &#039;&#039;The Golden Age of Zoology&#039;&#039;. University of Washington Press, Seattle 1966, ISBN 0295740434 und Reinhard Gursch: &#039;&#039;Die Illustrationen Ernst Haeckels zur Abstammungs- und Entwicklungsgeschichte: Diskussion im wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Schrifttum&#039;&#039;. Lang, Frankfurt a. M. 1981. &amp;lt;/ref&amp;gt; Dies änderte sich erst 1997 durch die Publikationen des Embryologen [[Michael Richardson]]. Richardson und Mitarbeiter wandten sich primär gegen die Idee eines von allen Wirbeltieren geteilten embryonalen Stadiums in der Gegenwartsforschung. Dabei verglichen sie aktuelle Fotografien von Embryonen mit Haeckels Darstellungen, stellten große Unterschiede fest und erklärten, dass die Ergebnisse „ernsthaft seine Glaubwürdigkeit unterminieren“ würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Richardson et al.: &#039;&#039;There is no highly conserved embryonic stage in the vertebrates: implications for current theories of evolution and development&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Anatomy and Embryology]]&#039;&#039;. Volume 196, 1997, {{ISSN|0340-2061}}, Springer, S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gleichen Jahr berichtete &#039;&#039;[[Science]]&#039;&#039; in der Rubrik &#039;&#039;research news&#039;&#039; von den Ergebnissen unter dem Titel „Fraud rediscovered“ („Fälschung wiederentdeckt“). Auch nun zogen die Fälschungsvorwürfe wieder eine scharf geführte Debatte nach sich. Richardson erklärte Haeckels Zeichnungen zunächst zu Fälschungen und zog diese Einschätzung später unter Bezug auf den historischen Kontext wieder zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Richardson und Gerhard Keuck: &#039;&#039;Haeckel’s ABC of evolution and development&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Biological Reviews&#039;&#039;. Volume 77, 2002, {{ISSN|0006-3231}}, Blackwell Synergy, S. 519.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Zeitungen wie der &#039;&#039;[[The Times|Times]]&#039;&#039; und der &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|Frankfurter Allgemeinen Zeitung]]&#039;&#039; wurden die Fälschungsvorwürfe zum Teil erneuert, zum Teil zurückgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa: Nigel Hawkes &#039;&#039;An Emryonic Liar&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Times&#039;&#039;, 11. August 1997; [[Joachim Müller-Jung]]: &#039;&#039;Angriff auf biologischen Anachronismus&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 20. August 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wurde die wieder aufkommende Debatte von Vertretern des [[Intelligent Design]]s aufgegriffen, um allgemeine Zweifel an der Evolutionstheorie zu belegen. [[Jonathan Wells]] erklärte etwa in seinem Artikel „Survival of the fakest“ („Das Überleben der Gefälschtesten“), der Fall Haeckels zeige, dass die Evidenzen für die Evolutionstheorie zu großen Teilen auf mittlerweile widerlegten Vereinfachungen und Fälschungen beruhen würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jonathan Wells: &#039;&#039;The Survival of the Fakest&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[The American Spectator]]&#039;&#039;, December 2000 / January 2001, S. 19–27.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Michael Behe]] erklärte die Embryonenkontroverse zu einem Beispiel für die Notwendigkeit eines kritischen Umgangs mit der Evolutionstheorie im [[Biologieunterricht]].&amp;lt;ref&amp;gt; Michael Behe: &#039;&#039;Teach Evolution and Ask Hard Questions.&#039;&#039; In: &#039;&#039;New York Times.&#039;&#039; 13. August 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wissenschaftsgeschichte und -theorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Wissenschaftsgeschichte|wissenschaftshistorischen]] Erörterung der Kontroverse werden die Fälschungsvorwürfe gegen Haeckel überwiegend zurückgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hopwood: &#039;&#039;Pictures of Evolution and Charges of Fraud&#039;&#039;. S. 261; vgl. auch: Richards: &#039;&#039;The Tragic Sense of Life&#039;&#039;. S. 279; Lorraine Daston und Peter Galison: &#039;&#039;Objektivität&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 3518584863, S. 201–206.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine typische Einschätzung findet sich etwa bei [[Nick Hopwood]], nach dem die gegenwärtigen Fälschungsvorwürfe den historischen Kontext nicht genügend berücksichtigen und einem individualistischen Verständnis von Fälschung aufsitzen würden. Die Anschuldigungen beruhten häufig auf modernen Standards wissenschaftlichen Arbeitens. So sei es etwa im 19. Jahrhundert angesichts wenig verfügbarer Embryonen üblich gewesen, anatomische Zeichnungen aus anderen Lehrbüchern zu kopieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretische]] Interpretation des Konflikts zwischen Haeckel und His findet sich im Rahmen einer „Geschichte der [[Objektivität]]“ bei [[Lorraine Daston]] und [[Peter Galison]].&amp;lt;ref&amp;gt;Lorraine Daston und Peter Galison: &#039;&#039;Objektivität&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 3518584863, S. 201–206.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Embryonenkontroverse falle in eine Zeit des Wandels wissenschaftlicher [[Methodologie]]n. Haeckel stehe noch in der Tradition einer auf „Naturwahrheit“ ausgerichteten Wissenschaft, in der idealisierte Illustrationen als zentrales Mittel wissenschaftlichen Arbeitens betrachtet wurden. Die Aufgabe des Wissenschaftlers sei es, hinter der Vielfalt der Erscheinungen die wahren Urtypen zu beschreiben und zu illustrieren. Demgegenüber sei His ein Vertreter der aufkommenden Methodologie der „mechanischen Objektivität“, nach der es die Pflicht des Wissenschaftlers sei, die Darstellung so weit wie möglich von der eigenen Subjektivität freizuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne beschwerte sich Haeckel, dass seine Darstellungen „das Wesentliche des Gegenstandes zeigen und das Unwesentliche fortlassen; […] völlig tadelfrei und tugendrein ist nach His (und vielen anderen ‚exakten‘ Pedanten) nur der Photograph“.&amp;lt;ref&amp;gt;„Apologetisches Schlußwort“. S. 859&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Primärliteratur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ernst Haeckel: &#039;&#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;. 1. Auflage. Georg Reimer, Berlin 1869 und 3. Auflage. Georg Reimer, Berlin 1872.&lt;br /&gt;
* Ernst Haeckel: &#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039;. 1. Auflage. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1874.&lt;br /&gt;
* Ernst Haeckel: &#039;&#039;Apologetisches Schlußwort&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anthropogenie&#039;&#039;. 3. Auflage, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1891.&lt;br /&gt;
* Wilhelm His: &#039;&#039;Unsere Körperform und das physiologische Problem ihrer Entstehung&#039;&#039;. F.&amp;amp;nbsp;C.&amp;amp;nbsp;W. Vogel, Leipzig 1875.&lt;br /&gt;
* Ludwig Rütimeyer: &#039;&#039;Referate. „Ueber die Entstehung und den Stammbaum des Menschengeschlechtes“ und „Natürliche Schöpfungsgeschichte“&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Archiv für Anthropologie&#039;&#039;. Nr. 3, 1868, S. 301–302.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sekundärliteratur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mario A. Di Gregorio: &#039;&#039;From Here to Eternity. Ernst Haeckel and Scientific Faith&#039;&#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3525569726.&lt;br /&gt;
* Nick Hopwood: &#039;&#039;Pictures of Evolution and Charges of Fraud&#039;&#039;. In: &#039;&#039;ISIS&#039;&#039;. Band 97, 2008, Chicago Journals, {{ISSN|0021-1753}}, S. 260–301.&lt;br /&gt;
* Nick Hopwood: &#039;&#039;Haeckel&#039;s Embryos: Images, Evolution, and Fraud.&#039;&#039; University of Chicago Press, 2015, ISBN 978-0226046945&lt;br /&gt;
* Robert J. Richards: &#039;&#039;The Tragic Sense of Life. Ernst Haeckel and the Struggle over Evolutionary Thought&#039;&#039;. Chicago University Press, Chicago 2008, ISBN 0226712141.&lt;br /&gt;
* Michael Richardson und Gerhard Keuck: &#039;&#039;Haeckel’s ABC of evolution and development&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Biological Reviews&#039;&#039;. Band 77, 2002, {{ISSN|0006-3231}}, Blackwell Synergy, S. 495–528.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Sander]]: &#039;&#039;Ernst Haeckel’s ontogentic recapitulation: irritation and incentive from 1866 to our time&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Annals of Anatomy&#039;&#039;. Band 184, 2002, {{ISSN|0940-9602}}, Urban &amp;amp; Fischer, S. 523–533.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.hps.cam.ac.uk/dept/hopwood.html Homepage Nick Hopwoods], enthält zahlreiche Texte zu Ernst Haeckel und der Geschichte der Embryologie.&lt;br /&gt;
* [http://www.biolib.de/ Biolib], enthält biologische Primärtexte, unter anderem zahlreiche Werke Haeckels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Exzellent|26. April 2009|59413554}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologiegeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evolution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie der Biologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftliche Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ernst Haeckel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>129.143.111.98</name></author>
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		<title>Interimseinband</title>
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		<updated>2023-03-27T10:33:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;129.143.111.98: /* Siehe auch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Interimseinband&#039;&#039;&#039; ist ein Begriff aus der [[Buchbinder]]ei. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Bücher meist ohne festen Einband ausgeliefert. Sie erhielten ab Verlag einen Interimseinband, also einen nicht für lange Dauer bestimmten flexiblen Einband.&amp;lt;ref&amp;gt;Hiller/Füssel: &#039;&#039;Wörterbuch des Buches.&#039;&#039; 7., grundlegend überarb. Aufl. Frankfurt 2006, S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich meist um eine [[Broschur]] beziehungsweise um eine &#039;&#039;&#039;Interimsbroschur&#039;&#039;&#039;, ein loser Einband (Umschlag) aus einfachem Papier oder aus dünnem Karton mit Angaben zum Buch, der sogenannten [[Titelei]]. [[Leseband (Buch)|Lesebändchen]], [[Blattweiser]] oder ähnliches sind nicht vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kauf konnte der Käufer das Buch nach seinem Geschmack binden lassen. In der Regel waren die Lagen des Buches nur lose geheftet und mit wenig Klebstoff mit dem Umschlag verbunden, um sie ohne Beschädigung wieder auseinandernehmen zu können. Der Interimseinband war in der Regel nicht beschnitten, um das nachträgliche Binden zu erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kennzeichen eines Interimseinbandes ==&lt;br /&gt;
Interimseinbände werden oft mit [[Broschur]]en (aber auch mit &#039;&#039;kartoniert&#039;&#039;) verwechselt. Es besteht ein grundlegender Unterschied: Mit Broschur wird heute ein endgültiger Einband bezeichnet, der teils aus Papier, teils aus einem leichten Karton besteht (ähnlich einem Schulheft). Ein Interimsband ist ein provisorischer Einband.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweiter Unterschied ist gemäß Henningsen, dass die Interimsbroschur geheftet und ohne Klebstoff gearbeitet wird, um das Neubinden zu erleichtern.&amp;lt;ref&amp;gt;Thorvald Henningsen: &#039;&#039;Das Handbuch für den Buchbinder.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Hostettler u.&amp;amp;nbsp;a., St. Gallen u.&amp;amp;nbsp;a. 1969, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auffällig ist im Allgemeinen auch der breite [[Bundsteg]], der es ermöglicht, das Buch zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hellmuth Helwig definiert den Interimsband folgendermaßen: „Buchblock: Handheftung auf Band, ungeleimt; Deckel: leichte Einbanddecke, meist Pappband; Überzug: beliebig; Rücken: gerade; Vorsatz: doppelt; Schnittart: unbeschnitten; Titel: Schild mit Farbdruck oder handvergoldet; Bemerkung: Schutzeinband für späteres Umbinden wertvoller Lektüre.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Helwig: &#039;&#039;Der Bucheinband.&#039;&#039; Zanders Feinpapiere u.&amp;amp;nbsp;a., Bergisch Gladbach 1976, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Interimseinbände sind eher selten überliefert, da sie beim Binden vom [[Buchblock]] fast immer entfernt wurden, nur sehr selten wurden sie mit eingebunden. Insbesondere in [[Bibliothek]]en findet man unbearbeitete Buchblöcke nur in Ausnahmefällen, da für die Benutzung des Buches das [[Buchbinden|Binden]] als unerlässlich betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Umschlag mit Titelei ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Interimseinband1.jpg|mini|hochkant=2|Interimseinband (1901) mit bedrucktem Umschlag]]&lt;br /&gt;
Der Umschlag ist meist (nahezu) identisch mit der Titelseite bedruckt. Bei diesem Exemplar sieht man eine Verstärkung durch einen Klebestreifen. Sollte das Buch gebunden und beschnitten werden, kann der originale Einbandumschlag auf den neuen festen Einband geklebt oder auch eingebunden werden. Manchmal sind solche Interimsbände auf der Rückseite auch mit Verlagsanzeigen bedruckt oder tragen Anweisungen an den Buchbinder, etwa über die Anordnung separat gelieferter Tafeln mit Illustrationen.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unbedruckter Umschlag ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Interimseinband2.jpg|mini|hochkant=1|Interimseinband (Code Napoléon aus dem Jahr 1820) leerer Umschlag]]&lt;br /&gt;
Diese unbedruckten Interimseinbände, häufig aus hellblauem Papier, waren insbesondere Mitte/Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn der industriellen Buchproduktion üblich. Erkennbar ist der mit dem Papier überzogene Rücken mit den Fäden der eingeklebten provisorischen [[Heftung (Buch)|Heftung]].&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Loser Buchblock ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Buchblock.jpg|mini|hochkant=1|Buchblock]]&lt;br /&gt;
Zur Abgrenzung ein Beispiel eines losen [[Buchblock]]s, der über &#039;&#039;keinen&#039;&#039; Einband verfügt, also auch über keinen Interimseinband. Erste Seite ist die [[Titelseite]]. Die einzelnen [[Lage (Buch)|Lagen]] des Blocks am [[Buchrücken|Rücken]] sind sichtbar und nicht wie bei einem Interimseinband überklebt. Sichtbar sind die Fäden einer provisorischen Heftung.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Loseblattsammlung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thorvald Henningsen: &#039;&#039;Das Handbuch für den Buchbinder.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Hostettler u.&amp;amp;nbsp;a., St. Gallen u.&amp;amp;nbsp;a. 1969.&lt;br /&gt;
* Hellmuth Helwig: &#039;&#039;Der Bucheinband. Ein kurzer Leitfaden für öffentliche Bibliotheken, Bibliotheken der Archive, Behörden, Parlamente, Universitäten und Forschungsinstitute.&#039;&#039; Zanders Feinpapiere u.&amp;amp;nbsp;a., Bergisch Gladbach 1976.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Hiller]], [[Stephan Füssel]]: &#039;&#039;Wörterbuch des Buches.&#039;&#039; 7., grundlegend überarbeitete Aufl. Klostermann, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-465-03495-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchbinden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einbandart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>129.143.111.98</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;129.143.111.98: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Software&lt;br /&gt;
|Name= PageStream&lt;br /&gt;
|Screenshot=&lt;br /&gt;
|Beschreibung=&lt;br /&gt;
|Hersteller= Grasshopper LLC, zuvor Soft-Logik&lt;br /&gt;
|AktuelleVersion= 5.0.5.8 (Windows, MacOS, Linux)&amp;lt;br /&amp;gt; 5.0.5.8a (Amiga)&amp;lt;br /&amp;gt; 2.2 (Atari)&lt;br /&gt;
|AktuelleVersionFreigabeDatum= 11.10.2010&lt;br /&gt;
|AktuelleVorabVersion= 5.1.2&lt;br /&gt;
|Betriebssystem= [[Microsoft Windows|Windows]], [[Mac OS X|Mac&amp;amp;nbsp;OS&amp;amp;nbsp;X]], [[Linux]], [[Amiga]], [[MorphOS]]&lt;br /&gt;
|Kategorie= [[Desktop-Publishing]]&lt;br /&gt;
|Lizenz= [[Proprietär]]&lt;br /&gt;
|Website= [http://www.pagestream.org www.pagestream.org]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;PageStream&#039;&#039;&#039; ist eine [[Desktop-Publishing]]-Software von Grasshopper LLC (USA), die für viele verschiedene Betriebssysteme verfügbar ist, darunter [[Microsoft Windows|Windows]], [[Linux]] (x86, i64, PPC), [[Macintosh|Mac OS X]] und [[Amiga]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Software wurde ursprünglich 1986 unter dem Namen &#039;&#039;Publishing Partner&#039;&#039; für den [[Atari ST]] entwickelt und hat durch ihren Funktionsumfang und die Verfügbarkeit auf verschiedenen Plattformen ein Alleinstellungsmerkmal unter Desktop-Publishing-Programmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.pagestream.org Offizielle Webpräsenz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Linux-Software]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Windows-Software]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amiga-Software]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:TOS-Software]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>129.143.111.98</name></author>
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		<title>JavaStation</title>
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		<updated>2018-08-28T12:18:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;129.143.111.98: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;JavaStation&#039;&#039;&#039; ist ein [[Network Computer]] (NC), der zwischen 1996 und 2000 von [[Sun Microsystems]] hergestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hardware basiert auf dem Design der Sun [[SPARCstation]], einer sehr erfolgreichen Computer-Architektur von UNIX Workstations aus den 1980er Jahren. NC-typisch fehlen Computerkomponenten wie Disketten-, Festplatten- und CD-ROM-Laufwerke. Es sind vorrangig PC-Standardkomponenten eingesetzt: Anschlüsse für Tastatur und Maus (PS/2), Anschluss für Monitor mit VGA, Verwendung von SIMM/DIMM RAM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Betriebssystem wurde von Sun das eigene [[JavaOS]] geliefert, das im Wesentlichen die [[virtuelle Maschine]] (VM) für Suns [[Java (Programmiersprache)|Java]] zur Verfügung stellt. Darauf aufsetzend können Java-Programme laufen, zum Beispiel der [[HotJava]]-Browser. Es lässt sich aber auch [[Linux]] auf der JavaStation nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Java-Technologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.ibiblio.org/pub/Linux/docs/HOWTO/other-formats/html_single/JavaStation-HOWTO.html JavaStation Linux HOWTO]&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-muenster.de/ZIV/inforum/1997-2/a08.html Bericht über JavaStations]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Computer]]&lt;/div&gt;</summary>
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